Profit ohne Leistung
97 Antworten19'067 AufrufeGestartet von melchior ·
Zu bewundern am 19. Oktober 1987, dem bisher grössten Intraday-Crash der Geschichte mit -22%.Da haben Tausende von Computern, mit der gleichen Software ausgestattet, gleichzeitig von long auf short gedreht und somit die Lawine ins Rollen gebracht:Genau so was meinte ich. War mir gar nicht bewusst, dass dies 1987 so ablief. Könnte man allenfalls als Kinderkrankheit taxieren. :shock: Ist doch eigentlich erstaunlich, dass es 2001 und 2007 nicht zum Kollaps aufgrund von Computern gekommen ist, die alle gleichzeitig den Ausgang suchen. Für Compis, stelle ich mir vor, ist ein crash wie ein Feuer in einem Theater. Da heisst es: raus. Ohne Rücksicht auf Verluste oder die anderen Besucher.Trotzdem hat das System soweit funktioniert, dass der Handel nicht unterbrochen werden musste. Der Gau ist ausgeblieben.Das System, Profit ohne Leistung, kann doch langfristig nur über Schulden finanziert werden. Beziehungsweise, wenn grosse und immer grössere Geldströme Gewinne generieren wollen, ohne etwas zu produzieren, müssen diese doch an einem anderen Ort erwirtschaftet werden. Da dies in diesem Ausmass aber gar nicht mehr möglich ist, muss der Prozess mit zusätzlichen Mitteln am laufen gehalten werden. So werden Gelder ins System gepumpt wo sie versickern. Vorläufig. So habe ich allenfalls kurzfristig als Aktionär einen Mehrwert, der aber längerfristig ausgeglichen werden muss an anderer Stelle. Z.B. über Inflation oder einen crash. Oder beides :shock: Die Welt kann nicht immer schneller, immer reicher werden. Höchstens im Tempo wie auch Mehrwert tatsächlich geschaffen wird. Doch dieses Tempo reicht nicht mehr aus, bei den grossen Geldströmen die nichts produzieren aber Profit wollen. Da nützt der genialste Compi nichts.Eigentlich müssten die Compis uns sagen, da sie rational sind, wir müssen abschreiben. Die Schulden müssen auf ein vernünftiges Mass runter, koste es was es wolle, weil es sonst zu destruktiven Folgen kommen wird.
Computer sind genauso inteligent oder dumm wie der, der sie programmiert hat.Jedes Baby ist inteligenter als ein Computer weil es lernfähig ist.
Ist doch eigentlich erstaunlich, dass es 2001 und 2007 nicht zum Kollaps aufgrund von Computern gekommen ist,Das hat zwei Gründe:1. Die Computer verwenden nicht mehr dieselbe Software und auch wenn, dann mit individuellen Parametern. Das heisst, dass die Programme unterschiedlich reagieren, nicht mehr alle gleichzeitig in die gleiche Richtung.2. Als Konsequenz von 1987 hat man sog. "Circuit Breaker" eingeführt. z.B.: Wenn der Dow Jones über 10% fällt, wird der Computerhandel eingestellt. Fällt er weiter, wird der übrige Handel für einen halben Tag eingestellt. Die exakten Limiten, ab welchem Absturz was genau für wie lange eingestellt wird, kannst Du hier nachlesen.
Jedes Baby ist inteligenter als ein Computer weil es lernfähig ist.Das würde ich so nicht unterschreiben. Denkt daran, dass die Computertechnik eine eine sehr junge Disziplin ist und noch völlig in den Kinderschuhen steckt. Bezüglich "künstlicher Intelligenz" wird noch einiges auf uns zukommen. In vielen Bereichen lernen Computer schneller als manche Menschen. Im übrigen wäre bei dieser Behauptung der Begriff "Intelligenz" schon noch genauer zu umschreiben. Intelligenz = Lernfähigkeit ?en.
Bezüglich "künstlicher Intelligenz" wird noch einiges auf uns zukommen.Fakt: Der Mensch ist eine Million mal intelligenter als der Computer.Fakt: Die Intelligenz der Computer vertausendfacht sich alle 15 JahreFazit: In 30 Jahren werden Computer so intelligent sein wie die Menschen.(Was danach kommt muss ich nicht mehr unbedingt erleben ! )
Fakt: Der Mensch ist eine Million mal intelligenter als der Computer.Fakt: Die Intelligenz der Computer vertausendfacht sich alle 15 JahreFazit: In 30 Jahren werden Computer so intelligent sein wie die Menschen.Den ersten "Fakt" bewerte ich mal zahlenmässig nicht, da ich eben nicht weiss, wie Intelligenz in diesem Zusammenhang zu definieren ist. Bei einem IQ-Test würde der Durschnittsmensch (IQ = 100) wohl kaum eine Million mal besser abschneiden als ein Computer. Ob z.Zt. grosse Anstrengungen laufen, den Computern eine emotionale Intelligenz (z.B. Empathie) beizubrigen wage ich zu bezweifeln. Vielleicht kommt mal bei Robotern für die Kranken-/Alterspflege der Bedarf nach einem Empathie-Modul (sagt der Roboter zum Pensionär im Altersheim: "Guten Morgen, lieber Herr Meier, haben wir denn gut geschlafen? ").Zum 2. "Fakt": Nehme mal an du kommst auf diesen Wert aufgrund des Moore'schen Gesetzes, wonach sich die Anzahl Transistoren auf einem Chip alle 18 Monate verdoppelt. Weiss nicht, ob es realistisch ist anzunehmen, dass wir in 15 Jahren 10 Mia oder so Transistoren auf einem Chip haben. Vielleicht sind es andere Elemente, wer weiss. Würde mal spekulieren, dass die Intelligenz eines Computers nicht nur von der Anzahl Transistoren abhängig sein wird, sondern mindestens so sehr von der Software und deren Tools. Hier sind wir m.E. noch mehr in den Kinderschuhen als bei der Hardware.Mit dem Fazit kann ich gut leben!
Hast Recht, Meerkat!Ich muss sogar zugeben, dass diese "Statistik" aus einem Buch Mitte der 80er Jahre stammt. Und da seither fast 30 Jahre vergangen sind und Computer immer noch weitaus doofer sind als wir, können wir festhalten, dass die Realität eben doch noch auf der Seite der Menschen ist. Und Verdoppelung der Speicherkapazität alleine ist nicht wirklich der "Bringer".Als Informatiker gehe ich sowieso nicht davon aus, dass Computer und Mensch in Konkurrenz treten werden. Beide haben unterschiedliche Fähigkeiten:Die Frage "Wie lautet die Adresse von Kunde 10020" konnte ein Computer schon von 40 Jahren besser und schneller beantworten als jeder Mensch. Ebenso die Frage, wieviel die Fakultät von 40 beträgt.Aber die Frage: "Von links kommt ein Auto, schaffe ich es noch rechtzeitig über die Strasse?" kann jeder 7+ jährige Mensch sicherer beantworten als jeder Computer.Computer und Mensch werden sich ergänzen, nicht konkurrieren. Das Hoch der Technologie zu meinen Lebzeiten (ich bin 50) sehe ich darin, dass wir einen Chip im Gehirn haben, den wir direkt abfragen können, um z.B. den Namen und Hintergrundinformationen zu der Person abzurufen, die uns gerade gegenüber steht.
MF hat nicht nur Gold, sondern auch Antiquitäten :repsekt:
OT
Ein Computer vergisst nicht, wir schonJa. Ausser WIR (Menschen) vergessen das Backup-Band rauszunehmen und irgendwo sicher zu verstauen.
Schlimm wird es für Menschen die dann nicht mal ihren Namen kennen oder nicht wissen wo sie eigentlich sind.Das weiss der Computer auch nicht, ausser wir sagen es ihm vorher :) Ich schick dir meinen Cluster, und er behauptet immer noch bei mir zuhause zu sein. (Wo er sich übrigens wohlfühlt :repsekt: )
Mit solchen alten Schinken argumentieren finde ich schon skandalösJa und Nein. Einige meiner man-pages sind noch aus den 70ern :D Das moorsche Gesetz ist tot, weil es längst nicht mehr auf die Anzahl der Transistoren, sondern deren Gate-Breite draufankommt. Stromverbrauch, Geschwindigkeit etc. ist die Resultierende. Komplexität eher sekundär./OTAber ich verstehe durchaus, was Du meinst.
hehe guter Konter.Linux jetzt, vorher Solaris. Zwischendrin mal BSD. Und darauf habe ich mich bezogen. :D
Besonders wenn wir älter werden zeigt sich dieses immer stärker.Ein Mensch wird wenigstens 80 Jahre alt. Die meisten Computer können nicht mal ihren 5ten Geburtstag feiern...Computer können nicht denken, beschränkt lernen, sind wenig humorvoll, können mit ironie nichts anfangen und stürzen dauernd im dümmsten moment ab oder hängen sich auf.Alles in allem ein noch ziemlich beschränktes Wesen und ich hoffe für die Menschheit, dass dies noch ziemlich lange so bleibt...
Das moorsche Gesetz ist tot, weil es längst nicht mehr auf die Anzahl der Transistoren, sondern deren Gate-Breite draufankommt. Stromverbrauch, Geschwindigkeit etc. ist die Resultierende. Komplexität eher sekundär.Der Tod des Moor'schen Gesetzes lässt sich debatieren.
Gar nicht einverstanden bin ich mit der Aussage betr. der Relevanz der Anzahl Transistoren.
- mehr Tranistoren auf einem Chip = mehr Funktionen
- Chip Grösse bestimmt Kosten (Ausbeute, Yield) -> Transistoren müssen kleiner werden
- Je mehr Transistoren, desto grösser die Verlustleistung
- Kleinere Gatebreite -> kleinere Spannungen (wegen max. Feldstärke) -> kleinere Verlustleistung
Da die Produktionskosten eines Chips fast nur von dessen Grösse (und der Dimension des Wafers) abhängen, macht die immer höhere Integration durchaus Sinn.
mehr Tranistoren auf einem Chip = mehr FunktionenJa.
Chip Grösse bestimmt Kosten (Ausbeute, Yield) -> Transistoren müssen kleiner werdenJa von der Chipgrösse her gesehen. Kleinere Transistoren brauchen aber weniger Strom/haben weniger Cap. Der Takt kann dadurch schneller werden.
Je mehr Transistoren, desto grösser die VerlustleistungJa. Bei der gleichen Grösse. Widerspricht sich aber dem, was ich vorher gemeint habe: Stromsparen.
Kleinere Gatebreite -> kleinere Spannungen (wegen max. Feldstärke) -> kleinere VerlustleistungBedingt. Die max. Feldstärke steigt mit der optimierung der Prozesse (>100V)
Da die Produktionskosten eines Chips fast nur von dessen Grösse (und der Dimension des Wafers) abhängen, macht die immer höhere Integration durchaus Sinn.Ja natürlich. Dies kannst Du für beispielsweise Computer-Prozessoren (fast durchwegs "digital") durchaus so darstellen. Bei analogen Werten auf Chips sind hierdurch allerdings Grenzen gesetzt.
Solaris oder OpenSolaris? Letzteres ist leider tod, böses Oracle :(Ich streite mich doch nicht mit einem gleichgesinnten :repsekt: Es war Solaris.Aber mit Oracle ist weit mehr gestorben. SUN war eine Firma, die mit ihren Entwicklungen der Welt einige Dekaden voraus war. Ich habe noch eine hmmm wie heisst die? Blade1000 zuhause, Fibre-Channel, 2mal 750MHz Ultra-Sparc III (oder so) die Erdbebensicher aufgehängt sind in der Kiste :repsekt: wenn ich bedenke, was das für eine Kiste war, als sie neu rauskam.... etwa 25k$ neu. Lächerlich heutzutage (obwohl, noch nicht ganz.) Und erst etwa 10 Jahre alt.
Welches BSD? Bspw. gelten die Manpages von NetBSD als einer der besten und detailliertesten. Auch die von OpenBSD, dessen Entwickler sehr penibel auf die einhaltung Standards achten und kaum kompromisse eingehen. Letzteres war auch einer der Gründe warum OpenBSD schlussendlich überhaubt entstanden ist - auch die dauernden Software Audits sind ein Thema. Mir ist jedenfalls noch keine veraltete Manpage unter die Finger gekommen. Sogar der Entwicklerzweig enthält stehts die neusten Informationen der implementierten Features. Um das noch zu toppen, gilt das multilinguale FreeBSD Handbuch als eines der besten überhaubt :musik:Frag mich nicht :D mich hat BSD nie besonders interessiert, obwohl ich wahrscheinlich darauf zurückfinden werde in Zukunft (Linux geht den Bach runter mit systemd, upstart, etc.). Ich arbeite mit RH, zuhause fahre ich Slackware und mein eigenes LFS. Die Philosophie von Slackware ist allerdings die BSD-naheste, die ich je gesehen habe. May the source be with you, Luke.
Bedingt. Die max. Feldstärke steigt mit der optimierung der Prozesse (>100V)Bei 1 Volt Spannung und einer Gatedicke von 2 nm (65 nm Technologie) beträgt die Feldstärke 500 Mio V/m).Ich glaube. jetzt wird's langsam zu elektrisch :greespan:
Bei 1 Volt Spannung und einer Gatedicke von 2 nm (65 nm Technologie) beträgt die Feldstärke 500 Mio V/m).Ja :repsekt: Wusste nicht dass Du eine Ahnung hast. Wir sprechen natürlich von der "width", nicht der Dicke. Ein Prozess definiert sich natürlich durch die "Gate-width", sprich 65nm heissen 65nm "width" also die "Länge" (ja jetzt wirds ein bisschen dämlich mit Englisch/Deutsch etc.)
Danke für den Tip. Ich bin gerade mit Gentoo und LFS beschäftigt. Unsere Firmen-Software ist nur auf RH zertifiziert, und da kommen wir nicht drum herum.

Debian und vorallem "dergleichen" ist natürlich der Witz, den Du meinst. *BSD ist leider noch keine Alternative für neue Laptops. Sonst gehe ich mit Dir einig.
Bei exotischen Systemen wie von dir beschriebenHehe, guter Witz.

Debian und vorallem "dergleichen" ist natürlich der Witz, den Du meinst. *BSD ist leider noch keine Alternative für neue Laptops. Sonst gehe ich mit Dir einig.
yep :ok: Kürzlich geposted auf LQ von Patrick Volkerding (Slackware Maintainer):
Any chance Slackware might end up on a BSD kernel some time in the future? That's a question I wanted to put to Pat Volkerding for his interview.
That's pretty doubtful, but the BSD userspace is looking better and better. :mrgreen:Ok aber jetzt wirds ein bisschen viel für diesen Thread. Vielleicht abspalten? "Unix-selbst-beweihräucherungs-Thread?" :repsekt:
Ein Artikel über FreeBSD/Linux: http://www.freebsd.org/doc/de_DE.ISO885 ... index.htmlBesten Dank für diesen Hinweis. Die dort erwähnte Fussnote Twenty Years of Berkeley Unix hat bei mir einige nostalgische Gedanken produziert, nachdem ich u.a. mit DEC's PDP's und VAX 11 gross geworden bin. Gestehe aber einmal mehr, dass ich bei Unix ("os for friends by friends" wenn ich das richtig in Erinnerung habe) und C nie so recht warm geworden bin. Ich übrigen versteh ich von eurer Diskussion (warg, mystr3r10n) weitgehend nur "Bahnhof". Schöner Abend noch.
Ich übrigen versteh ich von eurer Diskussion (warg, mystr3r10n) weitgehend nur "Bahnhof"................. :oops:
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