EZB

cerberus

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26. Dez. 2011
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Bodensee
Panne bei der Zentralbank: Der EZB-Direktor, der zuerst seine Dinner-Freunde informierte.

Fatale Kommunikationspanne bei der Europäischen Zentralbank: Am Dienstag bewegte die EZB mit Informationen über ihr milliardenschweres Anleihekaufprogramm die Märkte. Bereits am Montagabend, Stunden vor der offiziellen Veröffentlichung dieser Infos, erhielt jedoch ein Kreis ausgesuchter Investoren Kenntnis davon - und konnte sich am Markt entsprechend positionieren.

EZB-Panne_Zentralbank informierte Grossinvestoren vorab.jpg

Der Chart zeigt den Euro-Kurs am Montag und Dienstag: Der Experte von Bloomberg wies auf Twitter auf die markanten Ausschläge nach den Äußerungen von EZB Direktor Coeuré hin.

Quelle:

http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/ezb-panne-zentralbank-informierte-grossinvestoren-vorab-a-1034723.html

Je nach Standort, nennt sich das dann "Kommunikationspanne", "asymmetrische Informationspolitik", "Insider-Delikt" oder "Wiederholungstäter".
Es stellt sich die Frage nach den Konsequenzen, personell und rechtlich.
Bin ja mal neugierig.

 
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Reaktionen: CrashGuru
Hehe, der soll uns das nächste Mal auch ins Cc nehmen :cool: Nein im Ernst, geht gar nicht! Leute in solchen Positionen haben eine grosse Verantwortung im Umgang mit Informationen. Da ist definitiv grössere Vorsicht angebracht.

Panne bei der Zentralbank: Der EZB-Direktor, der zuerst seine Dinner-Freunde informierte.

Je nach Standort, nennt sich das dann "Kommunikationspanne", "asymmetrische Informationspolitik", "Insider-Delikt" oder "Wiederholungstäter".
Es stellt sich die Frage nach den Konsequenzen, personell und rechtlich.
Witzig ist auch die erste Reaktion der EZB... "the bank's response to the debacle -- saying today that it will stop sending embargoed speeches to journalists -- is both unhelpful and bizarre. It's unhelpful because if the pre-existing system had worked the way it should, none of this would have happened. It's bizarre because it does nothing to avoid future selective disclosures."

Alle Empfänger dieser frühzeitigen Information sollten überprüft werden. Haben sich diese daran bereichert, dann gehört das als Insider-Delikt bestraft. Die Möglichkeit sich daran zu bereichern war definitiv vorhanden.

-1x-1.jpg


http://www.bloombergview.com/articles/2015-05-21/who-profited-from-ecb-s-leak-

 
Experten zur Öffnung der Geldschleuse

Martin Wansleben, DIHK-Hauptgeschäftsführer:
"Der Aktionismus der EZB ist übertrieben. Statt immer neuer Massnahmen wäre Gelassenheit besser gewesen.

Isabel Schnabel, Wirtschaftsweise:
"Ich halte die weitere Lockerung der Geldpolitik für falsch. Der positive Effekt der Massnahmen wird zunehmend fragwürdig, während die Risiken für die Finanzstabilität weiter steigen.

Liane Buchholz, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB):
"Die Massnahmen der EZB sind gefährlich und unnötig. In der Euro-Zone zieht das Wirtschaftswachstum an und die Kerninflation stabilisiert sich.

Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands BDB:
"Bereits im Vorfeld der Entscheidung hat sich die EZB unnötig unter Zugzwang gesetzt. Dabei sind ernsthafte Deflationsrisiken, die eine solche Entscheidung rechtfertigen würden, nicht zu erkennen.

Jörg Krämer, Chefökonom Commerzbank:
"Die EZB hat ihren Einlagensatz nicht ganz so stark gesenkt wie es Marktteilnehmer erwartet hatten. Sonst wäre die Nullzinspolitik weiter zementiert worden, was die Immobilienpreise noch mehr angefacht hätte in Deutschland.

Jörg Zeuner, KFW-Chefökonom:
"Die Senkung des Einlagensatzes um zehn Basispunkte fällt moderat aus. Diese Rücknahme ist vor dem Hintergrund der bisher enttäuschenden Inflationsentwicklung nachvollziehbar.

Georg Fahrenschon, Sparkassen-Präsident (DSGV):
"Weder die aktuelle konjunkturelle Lage noch die Entwicklung der Verbraucherpreise im Währungsraum rechtfertigen die heute getroffenen Massnahmen.

Alexander Erdland, Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft:
"Die Europäische Zentralbank setzt ihr riskantes geldpolitisches Experiment fort, ohne Rücksicht auf gefährliche Konsequenzen.

David Folkerts-Landau, Chefökonom Deutsche Bank:
"Aus ökonomischer Perspektive kann ich verstehen, warum die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik weiter lockert .......

ch bin allerdings enttäuscht darüber, dass die Euro-Zone auch sieben Jahre nach dem Beginn der Finanzkrise noch immer nicht in der Lage ist, auf eigenen Beinen zu stehen und dass Zentralbanken mit Garantien und extremen geldpolitischen Massnahmen eingreifen müssen.


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