SNB (SNBN)

Gluxi

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08. Feb. 2012
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Da noch kein Thema zur ultimativen Zockeraktie existiert, nämlich der unserer Schweizerischen Nationalbank (SNBN), erlaube ich mir diesen hiermit feierlich zu eröffnen.

Neben einer Kurssteigerung von 350% innerhalb eines Jahres gib es zusätzlich noch die Dividende von 15 Fränkli dazu.

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Bitcoin ist sowas von 2017, dieses Jahr wird SNBN wohl  "to the moon" gehen. 2017 war das Ergebnis pro Aktie über 500'000.- bei einem Kurs von läppischen 7'500.-! Ein unglaubliches Kurs-Gewinn-Verhältnis!

Aber im Ernst, kann mir jemand mal erklären, warum SNBN wie wild gekauft wird? Die 15.- Dividende können es ja echt nicht sein.

 
 Schade gibt es keine OS. 8 kFr/Stk sind mir etwas zuviel zum gambeln.
8kFr. sind doch ein Schnäppchen. Angenommen ein KGV von 10 wäre für eine Bank angebracht, dann müsste der Kurs auf 5 Mio. stehen.

Edit: das soll keine Kaufempfehlung sein :rolling:

 
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Bereits auf 8500.-

Hier ein Erklärungsversuch:

«Was würde passieren, wenn ein Spitzenanwalt eine Lücke fände, dass private Aktionäre doch einen höheren Anteil am Gewinn zugute hätten?», fragte der deutsche Vermögensverwalter Markus Elsässer, selbst in SNB investiert, im Herbst im Gespräch mit «Finanz und Wirtschaft». Elsässer glaubt, dass solche Überlegungen die Spekulationen zusätzlich antreiben.


https://www.fuw.ch/article/snb-aktien-steigen-auf-ueber-8000-fr/

 
Die Zockeraktie macht ihrem Namen alle Ehre, plus/minus 14% in einem Tag.

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>8kFr. sind doch ein Schnäppchen. Angenommen ein KGV von 10 wäre für eine Bank angebracht, dann müsste der Kurs auf 5 Mio. stehen.

Wenn sie eine normale Bank wäre, aber SNB ist keine. Rechte von Privataktionären sind stark durch Nationalbankgesetz begrenzt: man hat lediglich einen Anspruch auf 250 Fr im Liquidationsverfahren und höchstens 15 Fr Dividenden in guten Jahren. Der Rest des Gewinns (99.999+%) gehört trotzdem dem Bund und Kantonen obwohl sie rein formell nur ca 2/3 Eigentum haben. Echtes KGV für Privatanleger also 8500/15 = 566, blöder Wahnsinn! Lieber weiter mit Bitcoin und anderen Sachen ohne Eigenwert spekuliere, zumindest niemand kennt ob sie zu teuer oder günstig sind, was nicht der Fall bei SNB ist, Eigenwert ist hier eher ein Nachteil

 
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angfristig jedoch gehört die SNB-Aktie dekotiert.


und auch dank den profunden Bemerkungen von @hedgehog ist es mir immer mehr ein Rätsel,  warum eine solche "Aktie" überhaupt kotiert ist.

Die SNB eine "Bank"?

Im Zusammenhang mit der Vollgeldinitiative habe ich hier mal geschrieben:

Langsam von Anfang an und mal mit etwas "out-of-the-box" Thinking. Vergessen wir mal die ZentralBANK.

Geldemittent: Ich behaupte, dass die Institution, die Geld herausgibt, keine Bank sein muss. Die "Geldverleihungsfirma" hat eine Druckerei (wie der Bund eine Münzprägerei/Münzanstalt hat). Sie verleiht das Geld, welches sie kreiert an Banken, gegen mehr oder weniger gute Sicherheiten. Die Bank oder Versicherung ihrerseit macht das Geschäft indem sie Kundengelder (Prämien bei Versicherungen) weiter verleiht resp. Geld vom Geldemittenten, wenn sie das Default-Risiko eingehen kann (also z.B. Kredit an ein Start-up Unternehmen). Ihr Gewinn ist die Differenz zwischen den Leihkosten beim Geldemittenten und dem Zins des Schuldners.

Hier noch ein Artikel zur Geschichte des Geldwesens in der Schweiz

Direkte Mitsprache des Volkes hat positive Auswirkungen auf zentrale Fragen des Geldwesens
 Die Diskussion mit Dr. Marc Meyer endete dann allerdings, als er feststellen musste, dass einige Diskussionsteilnehmer keine Buchhalter, d.h. inkompetent  waren.

 
Das ist mir schon klar, hedgehog. Ich dachte es sei offensichtlich, dass ich das mit den 5 Mio. Bewertung nicht ernst meine und habe deshalb auf das Smiley verzichtet.

Ich bin auch nicht bei SMBN investiert. Allerdings finde ich es schon amüsant und auch ironisch, dass ausgerechnet die Aktien der SNB zum Zockertitel mutiert sind.

 
Es wird immer verschlossen bleiben, warum die SNB

  • eine Bank ist
  • eine AG ist
  • an der Börse kotiert ist
Die Irrationalität der SNB-Aktionäre

hr habt hier nichts zu sagen und vom Geld, das hier verdient wird, seht ihr auch kaum etwas: Etwa so könnte man kurz auf den Nenner bringen, was Jean Studer, Bankratspräsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB) heute an der Generalversammlung der Notenbank den anwesenden Aktionären deutlich gemacht hat – auch wenn er das nicht in diesen Worten tat.
Die eingeschränkten Rechte betreffen nicht nur die Minderheitsaktionäre, sondern auch die Kantone mit einem Aktienanteil von knapp 40 Prozent und die Kantonalbanken mit einem Anteil von beinahe 12 Prozent. Die Privataktionäre, die die Titel über die Börse erworben haben, besitzen so zwar rund die Hälfte der Aktien, wegen einer Stimmrechtsbeschränkung liegt ihr Stimmrechtsanteil aber bei nur knapp 24 Prozent. Der Aktienanteil von Ausländern betrug laut Studer Ende 2017 10 Prozent, ihr Stimmrechtsanteil aber nur 3,1 Prozent.


Doch selbst das Stimmrecht nützt den Aktionären wenig, wie Studer ausführte. So haben sie unter anderem nichts zur Gewinnverteilung zu sagen.


Und selbst wenn die Aktionäre mit ihren Käufen der SNB-Titel darauf setzen sollten, zumindest bei einer eher unwahrscheinlichen Liquidation der Notenbank von deren Vermögenswerten zu profitieren, liegen sie falsch. Sie würden leer ausgehen. Das wurde gerade deshalb so geregelt, um Spekulationen auf SNB-Aktien jegliche Grundlage zu entziehen. Dieses Ziel wurde offensichtlich verfehlt.


Nicht das Mindeste zu sagen, haben die Aktionäre auch bei der Wahl des Präsidiums der Nationalbank, auch dessen Abwahl ist ihnen unmöglich.