Welche Investments versprechen Rendite - Anlagefonds? ETF's?

toni

New member
13. Apr. 2012
52
0
0
Welche Investments würdet ihr mir empfehlen? Welche Investment Vorteile haben Obligationen gegenüber Aktien? Was ist der Vorteil des Portfolio Management gegenüber dem Fondsmanagement?Hallo liebes Forum.Ich wende mich mit diesen Fragen an euch. Ich hoffe ihr werdet sie mir wie immer schnell und kompetent beantworten.Welche Investments sollte ich als Kleinanleger meiden? Was für einen Sinn macht es Obligationen zu kaufen? Ich habe gelesen, dass die Obligationen im Gegensatz zu Aktien kein Anteil an der Firma sind, sondern eine verzinsliche Schuldverschreibung. Wenn die Laufzeit endet, zahlt die Firma den aktuellen Kurs. Aktien hingegen könnte man jeder Zeit verkaufen wenn der Kurs die richtige Höhe erreicht hat. Macht es da nicht mehr Sinn in Aktien zu investieren?Das Portfolio Management scheint mir eine gute Investment Möglichkeit zu sein. Die breite Streuung verringert das Risiko. Wo sind die Nachteile und was ist der Unterschied zum Fondsmanagement? Ist das Fondsmanagement einfach spezifischer auf gewisse Wertpapiere ausgerichtet? Ist der Gewinn dadurch im Falle eines Anstieges höher als beim Portfolio Management? Welche Investment Fonds würdet ihr empfehlen? Aktienfonds, Immobilienfonds? Ich hoffe wirklich ihr helft mir Ideen zu sammeln welche Investments ich mir genauer anschauen sollte.Euer Toni

 
Wenn wir das wüssten, wären wir alle schon reich und würden am Strand in der Südsee liegen, anstatt uns hier im Forum abzumühen.Es gibt auf deine Frage keine allgemeingültige Antwort, je nach Situation ist mal das eine besser, mal das andere. Wir bemühen uns alle zum richtigen Zeitpunkt richtig positioniert zu sein, und ein paar wenige von uns schaffen das auch.Was du dazu brauchst, ist erstmal das Grundwissen (dazu gibt es gute Bücher), erweitertes aktuelles Wissen (das gibt es z.B. hier im Forum), Zeit (wenn du dein Geld nur irgendwo parkieren willst, und die Rendite geniessen, ohne hin und wieder mal umzuschichten, dann wird es schwierig), dann noch eine gute Nase und etwas Glück.Mit der Zeit wirst du auch merken, dass gewisse Leute hier mit ihren Prognosen öfters Recht behalten als andere und diese Prognosen jeweils auch plausibel begründen. Denen kannst du in einem gewissen Rahmen folgen, aber entscheiden musst du selber.Grussfritz

 
Von Obligationen würde ich in der aktuellen Zeit ganz dringend abraten!

Grund: Die Zinsen sind auf historischem Tief. Weiter sinken können sie kaum noch. Wenn sie aber steigen, sinken die Preise für Oblis und ausserdem bieten sie im Gegensatz zu Aktien keinerlei Schutz gegen Teuerung.

Besser sind Aktien von guten dividendezahlenden Firmen wie Nestlé, Swisscom oder Novartis.

Aber auch hier: Finger weg von FIRE Aktien (Finance, Insurance, Real Estate).

Und ein paar Gold- und Silbermünzen können auch nicht schaden.

 
Wenns dann unbedingt sein muss: Floater Oblis oder etwas wie TIPS (Treasury Infaltion Proteced Securities)Bei Obligationen darf man nicht vergessen, dass sich die Veränderung des Kreditrisikos im Kurs niederschlägt, sollte man die Oblis vor Verfall irgendwann verkaufen wollen. Aber wie MF sagt...Dividendenaktien sind wohl die bessere Wahl momentan und ebenfalls Inflationsgeschützt (indirekt). Wenn man Geduld hat und gemütlich stärkere Rückschläge nutzt um sein Pofo. aufzubauen wird man ruhig schlafen können. Um zu diversifizieren evtl Edelmetalle und Rohstoffe (! bei Indizes bez. Rollverlust [für long-term sind constantmaturity etfs vorzuziehen]) beimischen.(dies stellt jetzt aber keine Handlungsempfehlung dar, nur ein Beispiel)edit: um zur Eingangsfrage zurückzukommen...nichts kaufen, das man nicht versteht. Erst schlau machen und dann investieren. Es kommt immer wieder eine Chance um "dabei zu sein".

 
Noch ergänzend zu MF's Ausführungen, die ich im Übrigen unterschreibe, ist bei Obligationen noch zu berücksichtigen, dass der Anleger leicht verleitet wird in Fremdwährungen zu gehen, da dort meistens der Coupon (Achtung bedeutet nicht zwangsweise die Rendite!) einiges höher ist. Da kommt dann noch das Währungsrisiko dazu, das, obwohl der Emittent (normalerweise) 100% zurück zahlt nach Ablauf, die Rendite ganz schön in den Keller fahren kann. Abgesehen davon, wird dort der Coupon ja auch in Fremdwährung bezahlt, was bei sinkender Währung bedeutet, dass die direkte Rendite gegen die Heimwährung ebenfalls sinkt. Kann sogar die miesen Zinsen der Heimwährung (bei uns ja CHF) unterschreiten....Und noch um das nochmals deutlicher zu sagen als MF. Wenn die Zinsen steigen, fällt der Marktkurs der Obligation, wenn Du also vor Ablauf aussteigen willst/musst verlierst Du sofort, da nicht mehr der Einstiegskurs berzahlt wird, sondern der aktuelle tiefere Marktkurs. Wartest Du deshalb weiter, so im Sinne, na dann wart ich bis zum Ablauf, dann erhalte ich ja sicher die 100% zurück, stimmt das (meistens), aber wenn die Währung nicht wieder auf die Höhe des ehemaligen Startwertes gegenüber der Heimwährung steigt, dann hast Du möglicherweise zweimal mit Zitronen gehandelt.Soweit, das worstcase. Kann in seltenen Fällen umgekehrt laufen, wenn z.B. die Zinsen fallen, oder die Währung steigt. Beides ist in den nächsten Monaten/Jahren nicht zu erwarten...Happy thinking :oops:

 
Wenns dann unbedingt sein muss: Floater Oblis oder etwas wie TIPS (Treasury Infaltion Proteced Securities)
Sorry, aber TIPS sind in etwa so sinnvoll wie eine Abtreibungsklinik mit 9 Monaten Wartezeit :pDas Problem bei TIPS ist, dass sie nur ausserordentlich träge auf Zinsveränderungen reagieren. Sollte es zu einer schnell und massiv einsetzenden Teuerung kommen - was man bei der aktuell aufgeblähten Geldmenge nie ausschliessen kann - bieten die TIPS den teuer erkauften Inflationsschutz nicht mehr.
 
Aus Immobilien und Staatsanleihen würde ich mich raushalten. Ebenfalls aus Fremdwährungen.Am besten kaufst du dir einen Indexfond auf SMI, SLI oder SPI. Allerdings nicht alles auf einmal sondern schön gestaffelt alle paar Monate über mehrere Jahre. So bekommst du einen fairen Durchschnittskurs.Wenn du noch etwas mehr Risiko nehmen willst, kannst du mit einem kleinen Teil des Geldes (max 20%) noch einen Indexfonds auf DAX oder EUROSTOXX 50 kaufen. Oder je nach dem wie deine Einstellung ist einen Branchenindiz auf Banken oder Versicherungen.Verspricht mehr Rendite aber auch mehr Risiko.

 
Branchenindiz auf Banken oder Versicherungen.Verspricht mehr Rendite aber auch mehr Risiko.
Banken und Versicherungen darf man erst wieder nach der Krise anfassen, die sind jetzt zu heiss.Aber wie wäre es mit Fonds auf asiatische Blueckips? China, Indien, Vietnam, da spielt im Moment die Musik!
 
Banken und Versicherungen darf man erst wieder nach der Krise anfassen, die sind jetzt zu heiss.
Kommt drauf an wie man es sieht.Die UBS bei 60.- hätte ich auch nie gekauft. Bei 10 siehts schon ganz anders aus.Versicherungen zahlen schöne Dividenden und Banken sind schon so tief gefallen, dass das Risiko auch erheblich vermindert wurde.
 
Hierzu ein paar 4-1/2 Jahre alte Screencopies aus dem CF.

snagprogram0485.png


snagprogram0486.png


snagprogram0487.png


Es gibt einen alten und ausnahmsweise mal wahren Börsenspruch und der lautet:

"Ein Papier, das 90% an Wert verloren hat ist ein Papier, das 80% verloren und sich danach nochmals halbiert hat."

Wenn Du UBS kaufen willst und Dir des Risikos bewusst bist, ist das natürlich Deine Sache. Aber empfehlen solltest Du das vielleicht nicht.

 
Die UBS bei 60.- hätte ich auch nie gekauft.
Wäre aber gar nicht schlecht gewesen, wenn du sie später für 80 verkauft hättest. Ich will damit nur sagen, dass es mit einem festen Betrag als Kaufempfehlung nicht getan ist. ;) 10 im richtigen Moment kann ein guter Einstieg sein, im falschen Moment, ein schlechter.Grussfritz
 
Wenn Du UBS kaufen willst und Dir des Risikos bewusst bist, ist das natürlich Deine Sache. Aber empfehlen solltest Du das vielleicht nicht.
Ich habe nicht UBS empfohlen sondern einen Banken- oder Versicherungsindiz. Somit ist das Risiko schön diversifiziert.
Glaubst du ernsthaft die Banken- oder Versicherungsbranche wird untergehen?

Welches Risiko steckt denn noch in der UBS?

 
Glaubst du ernsthaft die Banken- oder Versicherungsbranche wird untergehen?Welches Risiko steckt denn noch in der UBS?
Die Banken- und Versicherungsbranche wird nicht untergehen. Aber sie wird auch nicht in der aktuellen Form überleben:Zunächst zur Versicherungsbranche, die ist schneller abgehandelt: Versicherungen sind neben Pensionskassen die grössten Halter von Anleihen. Anleihen verlieren bekanntlich an Wert, wenn die Zinsen steigen. Im Moment haben wir Rekordniedrige Zinsen. Die Chance also, dass die Zinsen in den nächsten Jahren steigen werden, ist grösser als dass sie gleich bleiben oder sinken. Somit können Versicherungen sehr schnell sehr hohe Einbrüche in ihren Assets erleben. So wie wir das von 11 Jahren bei ZURN und Swiss Re erlebt haben. Hier besteht also enormes Gefahrenpotential.Zu den Banken: Ich setze mal voraus, dass Du Dir die hier verlinkten drei Youtube Videos angeschaut hast, denn ich werde mich darauf beziehen. Banken erzielen Gewinne, weil sie mir sehr grossen Hebeln arbeiten. Die UBS z.B. hat ein EK von 50 Mrd., mit denen Assets von 4'000 Mrd. gehebelt werden. Da ist selbst nach Netting höchstens noch eine EK-Basis von vielleicht 5% vorhanden. Das kann funktionieren oder eben auch nicht. Sprich: Hohe Rendite bei hohem Risiko.Jetzt gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten:a) Die Banken dürfen so weitermachen wie bisher und aus 100 Franken, die jemand einzahlt über Kreditschöpfung knapp 10000 generieren.b) Es wird wieder ein Trennbankensystem eingeführt.Bei a) steht dem grossen Hebel ein entsprechendes Risiko gegenüber. Bei einer EK-Basis von 5% dürfen die Assets nur um 5% abwerten. Dann ist das EK weg und die Bank geht Konkurs. Banken werden somit zu Zockeraktien. Daran ist nichts falsches aber man muss sich dessen bewusst sein. Und als Aktionär von UBS oder CS kann man sich nicht darauf verlassen, dass es das nächste mal wieder einen staatlichen bailout geben wird, wenn es zum 2. Teil der Finanzkrise kommt. Mal abgesehen, dass die Schweiz 4000 Mrd Fr. gar nicht stemmen könnte. Denn das entspricht dem 8-fachen unseres BSP. Bei b) würden die Banken gezwungen ihre Geschäfte wieder risikofrei und seriös zu betreiben. So wie die guten alten Banken, die wir noch aus dem letzten Jahrtausend kennen. Banken, die das Geld der Kunden seriös verwalten und aus dem Spread zwischen Sparbuchzinsen und Hypotheken einen kleinen aber sicheren Gewinn erwirtschaften. In diesem Fall wären die Banken zwar wieder gute und sichere Investments aber ihre Gewinne würden um einiges bescheidener ausfallen als bisher. Man könnte somit eine Bank jetzt und in Zukunft nicht miteinander vergleichen. Das heisst, wie haben die Wahl zwischen Hoch-Risiko Geschäften mit den aktuell hohen Gewinnen und der Möglichkeit eines Total-Kollapses oder wir schaffen es, die Banken auf vernünftiges Mass zu reduzieren, dann ist die Ausfallwahrscheinlichkeit geringer aber auch der Gewinn pro Aktie und somit der Aktienkurs.Die Erfahrung seit 2009 zeigt, dass Variante b) leider nicht zum Tragen kommen wird. In keinem Land ausser Schweden hat es der Staat geschafft, die Banken an die Kandarre zu nehmen. Die Banken machen weiter wie vor der Krise 2008. So als ob nie etwas geschehen wäre. Sie gehen derzeit sogar noch riskantere Geschäfte ein als vor der Krise, da sie ja jetzt den Staat als "lender of last ressort" in ihrem Rücken wissen (oder zu wissen glauben). Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis auch diesmal diese Hochrisiko-Blasen platzen werden. Und glaub mir: Dann willst Du definitiv keine Banken-Aktien im PF haben!