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Währungsreform: Weltuntergang oder Neuanfang?

1'158 Antworten344'532 AufrufeGestartet von Marcus Fabian ·

#721
Das wird ja dadurch verhindert, dass die Banken geschlossen bleiben.Grussfritz

#722
Wollte Schäuble 40%?

http://www.deutsche-mittelstands-nachri ... /03/50849/
Wäre gar nicht so daneben, wenn man sich die Frage stellt: "Wie viel müsste an Vermögen über eine Steuer eingezogen werden, damit das Verhältnis von Schulden zu BSP auf 180% sinkt?"



Interessanter Weise wurden diese Überlegungen bereits im September 2011 angestellt. Die Idee kursiert also schon recht lange in den Köpfen der Think-Tanks.

Quelle: http://www.zerohedge.com/news/muddle-through-has-failed-bcg-says-there-may-be-only-painful-ways-out-crisis

#723
Was passiert wenn man das Geld einfach vorher abhebt oder es in Gold umschlichtet ? oder in die Schweiz schiebt ^^
Wenn man es vorher abhebt, ist man fein raus ;) Aber wer wusste schon, das so was passieren würde?

Wie ich nicht müde werde zu betonen: Schuldenschnitte, Währungsreformen - oder wie hier - Zwangssteuern kommen immer unerwartet und künden sich vorher nicht an. Deshalb ist es auch so wichtig, sich bereits vorher abzusichern. Also zu einer Zeit, wo alle noch der festen Überzeugung sind, alles sei in Ordnung.

Hätte es eine Vorankündigung dieser Massnahme gegeben, hätte es sofort danach einen Bankrun auf zypriotische Banken gegeben und die Massnahmen wären ins leere gelaufen.

#724
Hab grad noch ein bischen im Internet gestöbert...Da könnte eine Massive Kapitalflucht aus der Eurozohne in die Schweiz kommen , denn das was in Zypern gemacht wurde könnte in jedem EU Land gemacht werden und das sicher ohne Vorankündigung !!!Das Geld ist in der EU nicht mehr sicher wohin damit ? ganz klar Schweiz wohin sonst ...

#725
Das Geld ist in der EU nicht mehr sicher wohin damit ? ganz klar Schweiz wohin sonst ...
Kanada, Norwegen, Australien ...Die Schweiz hängt schon verdächtig eng an der EU. Wir habe die berüchtigte Untergrenze zum Euro, die dann wieder zum Tragen kommen würde:Sollten Milliarden Euros als Fluchtkapital in die Schweiz fliessen und die SNB die Untergrenze aufrecht erhalten, müssten entsprechend Milliarden neuer Franken gedruckt und dafür Euros oder EU-Staatsanleihen gekauft werden, um den Franken im Gleichzug mit dem Euro schwach zu halten.Ansonsten bleibt auch noch Gold als einzige Währung, die von Zentralbanken unabhängig ist. Allerdings nur für einen sehr kleinen Teil, denn die aktuelle Monatsproduktion von weltweit 180 Tonnen wird derzeit zu fast 100% von China und Indien geschluckt.
#726
Das Kredit- und Papiergeldsystem beruht wie der Name besagt auf Glauben und Vertrauen.Die Aktion war vor allem recht überraschend,das ist Gift für die Eurozone. Reaktion im restlichen Südeuropa wird interessant sein in nächster Zeit, besonders in Griechenland...

#727
Hab grad noch ein bischen im Internet gestöbert...Da könnte eine Massive Kapitalflucht aus der Eurozohne in die Schweiz kommen , denn das was in Zypern gemacht wurde könnte in jedem EU Land gemacht werden und das sicher ohne Vorankündigung !!!Das Geld ist in der EU nicht mehr sicher wohin damit ? ganz klar Schweiz wohin sonst ...
Diese Gefahr sehe ich auch gross.Genau aus diesem Grund werde ich den Teil meines Papiergeldes, welches sich noch in der EU befindet in die CH zurückholen.Habe dies zum Glück bereits iniziert.In der CH kann man übrigens auch Euro Konten anlegen. Es muss nicht zwingend in CHF getauscht werden.Ich bin mal gespannt ob nächste Woche bei den Metallen etwas geht. Könnte so eine Initialzündung nach Norden sein.
#728
Ein paar Zahlen zum Bankensystem in Zypern:Total Assets: €126.4 Mrd., was dem 7-fachen zyp. GDP entspricht.Sparkapital total €68 Mrd., davon €20 Mrd. aus dem Ausland, meist Russland.geguttenbergt von http://www.zerohedge.com/news/2013-03-17/cyprus-world%E2%80%99s-biggest-poker-gameInteressant ist aus dem oben verlinkten Artikel der RBS die Feststellung, dass mit den Sparkonten ausgerechnet jene Stufe der Finanzanlagen getroffen wurden, die als eine der sichersten gilt. Normaler Weise müssten ja erst Aktionäre und Obligationäre (in dieser Reihenfolge) bluten müssen, bevor die Sparer drankommen.Dieser politische Entscheid dürfte zur Unsicherheit beitragen.

In other words, breaking the taboo on hitting depositors, was a deliberate policy on politics, economics and a ‘bet’ from the Trokia that Cyprus’ problems will not radiate into more widespread Euro risk concerns.
Was mich persönlich auch erstaunt ist, dass ausländisches Kapital nur mit 20 von 68 Mrd. vertreten ist. Ich hätte eher vermutet, dass die Gelder aus Russland den Löwenanteil der zyp. Sparkonten ausmachen.
#729
Achtung! Unsichere Quelle!

Zypern-Enteignung: Jetzt 12,5%?

18.03.2013

Angesichts des Proteststurms in Zypern gegen die Zwangsabgabe auf Bankeinlagen bemüht sich die Regierung um eine Änderung der Rettungsvereinbarung in letzter Minute. Unter 100000 [COLOR= #FF0000]Zwangsabgabe nur noch 3% darüber 12,5%.[/COLOR]

...
http://www.mmnews.de/index.php/wirtscha ... -jetzt-125
#730
Ich habe gestern einige TV-Interviews mit Bewohnern von Zypern angeschaut. Neben dem verständlichen Frust Geld zu verlieren, wird vor allem immer wieder ein Aspekt hervorgehoben: Willkür und Zufall, eine Art Negativ-Lotterie. Hast du letzte Woche gerade deinen Lohn überwiesen bekommen? Pech gehabt! Hast du am Freitag Geld abgehoben um ein Auto zu kaufen? Glückspilz!

Es ist daher einfach irritierend, dauernd von einer Steuer zu reden, wie dies auch der Chefökonom der ZKB Anastassios Frangulidis im 20min.ch Interview tut:

.... begeht die Eurozone mit der Sondersteuer auf sypriotische Kundengelder einen Tabu-Bruch?

Anastassios Frangulidis: Ja. Zum ersten Mal wird eine Steuer auf Kundengelder erhoben

..

Die Sondersteuer ist in erster Linie ein politischer Entscheid.
Warum also die Lösung, einfach einen Teil der Kontensaldi per 17.März zu konfiszieren? Ganz einfach: wegen der Software. Nachdem dem Grundsatzentscheid, die Bankkunden zur Kasse zu bitten, konnte es nur eine Lösung geben, die mit der vorhandenen Software durch Einstellen von Parametern durch die Bankangestellten realisiert werden konnte. Jede andere, gerechtere, steuerähnliche Lösung wäre mit Softwareanpassungen (bei verschiedenen Lieferanten) durch Spezialisten verbunden gewesen. Dies hätte für eine saubere Lösung mit allen Tests Wochen oder Monate gedauert.
#731
Jede andere, gerechtere, steuerähnliche Lösung wäre mit Softwareanpassungen (bei verschiedenen Lieferanten) durch Spezialisten verbunden gewesen. Dies hätte für eine saubere Lösung mit allen Tests Wochen oder Monate gedauert.
Klar man ist in solche Momenten immer noch in der Hand der IT-Spezialisten. War doch schon immer so...... :lol: Übrigens, die spanische Nationalbank hat "Entwarnung" gegeben von wegen Bankenrun...... Aber sie hat nicht gesagt, dass morgen in Spanien Feiertag ist und sehr viele heute eine Brücke machen. Warten wir mal ab, bis die Menschen wieder zusammen kommen und das ganze Debakel erfassen. Mal sehen, ob dann ab Mittwoch nicht die Geldautomaten heiss laufen. Manchmal entwickeln sich Dinge langsam und nimmt nur mit der Zeit gefährliche Dimensionen an.
#732
Und noch zum Erstaunen von MF von wegen russischen Einlagen in Zypern:Aus El Pais: http://economia.elpais.com/economia/201 ... 48495.htmlAl margen de estas estimaciones, medios bancarios consultados en Moscú, señalan que los depósitos rusos pueden haberse reducido de forma sustancial durante los últimos meses, dado que “la situación financiera de Chipre no era un secreto para nadie”"Übersetzt mit Google" :lol: Abgesehen von diesen Schätzungen sagen, Bankdienstleistungen in Moskau Befragten an, dass russische Panzer deutlich in den letzten Monaten reduziert werden, da 'die finanzielle Situation in Zypern war kein Geheimnis,'Na ja, man kommt auch so drauf. Die Russen haben wohl vorgesorgt. Sind ja nicht blöd. :ok:

#733
Jede andere, gerechtere, steuerähnliche Lösung wäre mit Softwareanpassungen (bei verschiedenen Lieferanten) durch Spezialisten verbunden gewesen. Dies hätte für eine saubere Lösung mit allen Tests Wochen oder Monate gedauert.
... und die Aktion wäre dann vermutlich durchgesickert!Zunächst hätten alle Programmierer ihre Bankkonten aufgelöst. Dann Verwandte und Freunde informiert ... usw. ;)
#734
#735
Und das Karussell dreht sich weiter, immer neue Zahlen und Banken nun scheinbar geschlossen bis am Donnerstag...

«Handstreichartige Enteignung der Sparer»

In einer Nacht-und-Nebel-Aktion wurden die Kunden von zypriotischen Banken um knapp sechs Milliarden Euro gebracht. Bankenprofessor Manuel Ammann nennt die Operation Zypern eine «handstreichartige Enteignung der Sparer». «Äusserst fragwürdig» sei dies, so Ammann im Gespräch mit Tagesanzeiger.ch/Newsnet.
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/ ... y/23065891

In Brüssel hätte man wissen müssen, dass ein staatlicher Griff auf Sparkonten nicht nur bei der zypriotischen Bevölkerung auf heftige Ablehnung stossen würde. Auch im Parlament, in dem die Mehrheitsverhältnisse ohnehin prekär sind, war der Widerstand gross, und so wurde am Montag die Abstimmung über das Hilfspaket ein zweites Mal verschoben. Eine Ablehnung könnte unabsehbare Folgen haben, auch für die EU. Die Euro-Gruppe nimmt mit ihrem fast schon erpresserischen Vorgehen den Sturz jenes Präsidenten in Kauf, der – anders als die linke Opposition – am ehesten bereit ist, den Forderungen der Geldgeber entgegenzukommen. Anastasiades war bei der Präsidentenwahl der Wunschkandidat der EU gewesen. Und ausgerechnet ihm fällt man in den Rücken.

Natürlich will niemand mit Steuergeldern russische Millionäre und Geldwäscher retten. Doch bedeutet die Zwangsabgabe auf alle Bankeinlagen einen Tabubruch, der einen Vertrauensverlust nach sich ziehen dürfte. Der in allen EU-Ländern garantierte Schutz von Sparguthaben bis zu 100 000 Euro gilt in Zypern über Nacht nicht mehr. Derzeit wird hinter den Kulissen um eine Verbesserung der Bedingungen für Kleinsparer gerungen. Es wirkt wenig glaubwürdig, wenn die Troika zuerst mit Macht eine Lösung aufzwingt, über die dann aber wie auf einem Basar wieder gefeilscht wird.
http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/wi ... 1.18049124
Diese Unsicherheit ist Gift, die Zahlen im "Schacher" ändern auch ständig: Beispiel: Nun sollen es plötzlich 15% ab 500k EUR? Was wird jeder Sparer tun, wenn immer neue Zahlen genannt werden? Am ersten Tag sein Geld abheben. Würde ich jedenfalls so machen...das wird einen Bank Run geben.

Allerdings muss man sich auch fragen was Zypern noch für Alternativen hätte? MF hat oben die Zahlen im Vergleich zum GDP gepostet. Abhängigkeit vom FInanzsektor in Zypern sieht aus wie ein "Island im Quadrat". Jemand musste bluten nach der Krise, nur sind es die falschen Opfer wie meistens :roll:

#736
Nach gesundem Menschenverstand hätten Aktien im allgemeinen und schweizer Bankaktien im speziellen steigen müssen.Es erstaunt mich in keinster Weise, das die Russen ihr Geld bereits abgezogen haben. Die EU ist ein Mafiaähnliches Konstrukt in dem sich die reichen und mächtigen gegenseitig schützen. Die EU begann als Friedensprojekt, momentan schürt sie den Hass zwischen den Völkern, wie sie wohl enden wird?

#737
Der bekannte CNN Moderator Richard Quest ("Quest means business") mit ein paar markigen Aussagen

Never underestimate the capacity of the Eurozone to shoot itself in both feet.
... you could not realistically have the money of German housewives bailing out Russian oligarchs.
Once again the Eurozone has shown it is better at creating crises than confronting them.
#738
Nach gesundem Menschenverstand hätten Aktien im allgemeinen und schweizer Bankaktien im speziellen steigen müssen.
Ja und nein.Ja, weil die Schweizer Währung im Vergleich zum Euro als vergleichsweise sicher dasteht. Der Franken also als Fluchthafen für Euro-Vermögen dienen könnte.Nein, weil der Hebel der Schweizer Banken mit 6xGDP nur wenig unterhalb des Hebels Zyperns mit 7xGDP liegt. Das Schweizer Finanzsystem ist also gefährdeter als jenes von Deutschland, Niederlande, Österreich. Weniger gefährdet als jenes von Zypern, Griechenland, Irland und ziemlich exakt auf dem Gefährdungsniveau von Italien. Wir haben also die bessere Währung aber im Schnitt ein weitaus höher gehebeltes und gefährdeteres Bankensystem als die EU17. Da gleichen sich Vor- und Nachteile des Finanzplatz Schweiz also aus. Somit lässt sich das aus Sicht der Zyprioten, Griechen oder Russen nach dem Motto zusammenfassen: Wenn schon raus aus dem Euro, dann in sichere Länder und nicht unbedingt in die Schweiz.
#739
Der Taxifahrer hat die Schnauze voll....Achtung, viele Fuckbombs (Ton runter wenn man es am Arbeitsplatz anschaut):http://youtu.be/YDXtHsz2q6Q :o

#740
Zum Risiko Grösse Finanzsektor vs BSP und BIP, die Schweiz ist bekanntlich auch sehr weit vorne dabei, siehe auch Beitrag von MF:http://tablet.fuw.ch/article/der-chart-des-tages-23/Nichts Neues, aber nach den News zu Zypern immer ein Gedanken wert, eines Tages kommt die nächste Finanzkrise auch in der Schweiz.

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