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Währungsreform: Weltuntergang oder Neuanfang?

1'158 Antworten344'532 AufrufeGestartet von Marcus Fabian ·

#701
Kann ich nicht nachvollziehen ich denke Zypern stellt einen Sonderstatus dar was die Hilfsgeldern seitens der EU angeht,
Yep. Genau wie der erste Bailout Griechenlands eine absolute Ausnahme war.Der zweite war dann auch die absolute Ausnahme.Der dritte mit Schuldenschnitt war auch die absolute Ausnahme.Auch der vierte war die absolute Ausnahme.Auch der irische bailout war die absolute Ausnahmen.Und erst recht der portugiesische. Echt jetzt: absolute Ausnahme!Irgend wann werden die absoluten Ausnahmen zur Normalität.
Merkel wollte vor allem deshalb nicht einfach so Hilfsgeldern für die Zypern Banken bereitstellen weil Sie um die Machenschaften der Banken dort bestens bescheid wusste und hat nun mit dieser Lösung eine perfekte Option gefunden. Schliesslich ist ein Grossteil der Geldern dort sowieso schmutzigen Ursprungs und die richtigen Leute müssen nun dafür bluten und belangt werden.Ich denke von den 1 Million Zypern wird ein Bruchteil mehr als 100000 Euro auf der Kante haben ;) .Also doch eine Umverteilung von oben nach unten.
Die Frage von rph bleibt unbeantwortet: Warum verlieren nicht jene, die in das Fass-ohne-Boden Zypern investiert haben (= angelockt von hohen Renditeversprechungen) sondern die Sparer?
#702
Also doch eine Umverteilung von oben nach unten.
Ich kann Deine Überlegung nachvollziehen. Aber nur, wenn du die Sparer und Kontoinhaber untereinander vergleichst. Da werden die grossen (mit über 100'000 Einlagen) mehr geschröpft als die Kleinen.Jetzt betrachte aber mal das Gesamtbild: Die, die ihr Geld nicht auf dem Bankkonto sondern vor allem in Aktien (z.B. Aktien der betreffenden Banken!!!), Immobilien, Edelmetallen, Staatsanleihen etc. haben, werden diesmal überhaupt nicht zur Kasse gebeten. Und DAS sind vor allem die ganz Grossen. Ich kann es leider nicht nachrechnen, aber ich vermute schwer, dass es doch eine Umverteilung von unten nach oben ist. Jedenfalls eine von den Nicht-Bankeignern zu den Bankeignern!
#703
Ich frage mich ebenfalls warum man nicht rechtlich dagegen vorgehen kann in Zypern als Kunde einer solchen Bank,
... weil man als einzelner Bürger nicht gegen den Staat vorgehen kann. Der Staat hat die Massnahme ja schliesslich beschlossen!Mit "Staat" meine ich nicht die kindlich-naive Definition "Der Staat sind wir alle" sondern jene Elite, die die Kontrolle hat über Militär, Polizei und Justiz.
Es ist schwierig, aber möglich in unseren Breitengraden gegen den Staat und seine Organe zu klagen, zwei lapidare Beispiele: Ein Polizist verprügelt Dich ungerechtfertigt oder Du wirst wegen eines Fehlurteils eingesperrt und Du klagst danach als Bürger.Zudem gibt es in der EU eine Verfassungsgerichtsbarkeit, Republik Zypern seit 2004 Mitglied. Ausser bei Notrecht (auch das müsste man üwberprüfen lassen) sehe ich nicht, warum man nicht klagen könnte...ich erinnere auch an die Klage in Deutschland wegen EUR-Bailouts im 2012.Von Erfolg rede ich nicht, nur von der Möglichkeit ;)PS: Noch ein spannendes Detail: In Zypern gibt es ja viele Onlinebanken und Forexbroker, darunter auch einige graue Schafe mit Postfächern. Was passiert mit deren Kundeneinlagen? Die haben ja Kunden aus der ganzen Welt...http://digitalcashpalace.com/forum/show ... ove-CyprusGäbe wohl einen riesigen Exodus, wenn es auch auf diesen Konti einen Haircut gibt. Vielleicht sind die Gelder auch auf anderen Banken im Ausland teilweise...
#704
Es ist schwierig, aber möglich in unseren Breitengraden gegen den Staat und seine Organe zu klagen,
Klar, möglich ist es. Es kostet halt ein Schweinegeld aber bringt nichts.Nennen wir es "Formal-Jurismus" . Du kannst mit Investition von vielleicht Fr. 10'000 gegen den Staat klagen und hast eine Erfolgsaussicht von 1%.Eigentlich auch logisch und nachvollziehbar: Von wem werden denn die Richter bezahlt? Und habe die eine Motivation gegen die Hand, die sie füttert, vorzugehen?Eben!
#705
Also wenn Konti von juristischen Personen nicht unter die Strafsteuer fallen, ist das wohl der grösste Witz...http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/ ... y/24137195Die reiche Auslãnder dürften das Geld meist via Firmenkontrukte oder Siftungen angelegt haben, nicht als natürliche Personen. Könnten auch Schweizer Firmen drunter sein, siehe Artikel ;)

#706
Aus dem Tagi online «Der schmutzige Finanzplatz dürfte nachhaltig geschädigt sein»

De facto entspricht es einer Besteuerung der Vermögen. Auf Beträge über 100'000 Euro werden 9,9 Prozent fällig, auf kleinere Summen sind 6,75 Prozent zu entrichten. Man nimmt also auf die kleineren Sparer Rücksicht;
Selten so was unqualifiziertes gelesen. De facto ist es eben keine Besteuerung der Vermögen sondern von Geld (nur EUR oder auch andere Währungen?). Reichere Leute dürften ihr Vermögen eher in Immo, Aktien etc. angelegt haben.
Die Anleger haben dann etwas weniger Geld auf dem Konto, können dafür aber mit einem erstarkten Bankensystem rechnen.
Also Anleger sind Leute, welche Cash auf ihrem Konto haben.Der Gipfel
Könnte nun unter Bankkunden in andern europäischen Krisenländern nicht die Furcht umgehen, ihnen werde ähnliches blühen? Das glaube ich nicht. In der EU gilt grundsätzlich ein Einlegerschutz von 100'000 Euro, in der Schweiz 100'000 Franken. Es ist gut, wenn man sich gerade bei höheren Beträgen Gedanken macht, wem man es anvertraut.
Den Zyprioten hat es geblüht obwohl ein Einlegerschutz existiert. Aber der Herr Experte hat ja auch gesagt "grundsätzlich" und nicht bedingungslos.
Es ist aber noch nicht ganz klar, ob auch die Gelder juristischer Personen unter die Regelung fallen. Ich hoffe es.
Zum Glück habe ich mein Schwarzgeld nicht unter meinem Namen sondern unter meiner lichtensteinischen Firma "Money stays with me forever (MSWMF Ltd.) deponiert.
#707
Wenn nun die eigentlich geschützten Vermögen

#708
Wenn nun die eigentlich geschützten Vermögen
Bis jetzt war nicht sehr viel im Euroland vertrauensfördernd. Würde man das ernst nehmen so müsste man nur noch Sachwerte kaufen....
#709
Wirklich traurig. Wieder mal bewahrheitet sich: If you don't hold it, you don't own it.

#710
Eine riesensauerei was in Zypern gemacht wurde. Ich frage mich warum die Leute sich das gefallen lassen müssen?! Banken sind AG's und für AG's gibts Konkursverfahren. Warum soll der kleine Sparer für die fehler anderer geradestehen?Weil sich Deutsche und Französische Banken und Versicherungen in Griechenland verspekuliert haben müssen nun die Zyprioten zahlen?

#711
Selten so was unqualifiziertes gelesen. De facto ist es eben keine Besteuerung der Vermögen sondern von Geld (nur EUR oder auch andere Währungen?). Reichere Leute dürften ihr Vermögen eher in Immo, Aktien etc. angelegt haben.
Das ist es, was mich stutzig werden liess, als ich es las.
Frage: Ist es nur der erste Schritt, da es sich am einfachsten bewerkstelligen lässt? Der Zugriff auf die Anlagevermögen ist wohl schwieriger, aber nicht explizit ausgeschlossen. Habe jedenfalls nirgends gelesen, dass "Vermögen" nur Barvermögen bedeutet. Vielleicht erhalten Depotbesitzer bald eine Abrechnung in der sie informiert werden, dass 6.75 oder 9.9% ihres (aktuellen !) Depotvermögens eingefroren wird. Entweder auf dem Barbestand oder dann als Verkaufsblockierung entsprechender Titelwerte :top:

Jedenfalls wird es interessant, was am ersten Bankentag abgehen wird in Zypern. Aber auch in Spanien, Italien, Griechenland. Evtl. Gibraltar, Malta?? Es gibt noch viele Wackelkandidaten und ich könnte mir vorstellen, dass die Kleinsparer aufgeweckt wurden :oops: Besonders die mit nur wenigen Tausendern dürften möglicherweise den Wechsel von Bank zu Matratze erwägen :evil:

Und dass hier eine Bande Schreibtischtäter am Werk war, dürfte daraus hervor gehen, dass nicht eine Abstufung gemäss MF vorgenommen wurde. Diese flächendeckende Abzocke kleiner und kleinster "Vermögen" ist eine klarer Rechtsverstoss, denn es gibt dafür keine Berechtigung. Schon gar keine irgendwelcher EU-Kommissare. Dass dahinter die D-CDU federführend war (Schäuble) passt zu deren sonstigen "Massnahmen" zur Stärkung der eigenen Wirtschaft.

#712
Genau solche Entscheide wie in Zypern können einen europaweiten Bankrun auslösen und das ganze System innerhalb weniger Stunden/Tage lahmlegen.Was man an diesem Entscheid auch gut sieht ist die Tatsache dass die Politik zuerst auf das einfach Eintreibbare Vermögen losgeht.Bankguthaben sind sehr einfach anzuzapfen.Gut wer seine Rechnungen noch bis am Donnerstag bezahlt hatte :-)

#713
Was man an diesem Entscheid auch gut sieht ist die Tatsache dass die Politik zuerst auf das einfach Eintreibbare Vermögen losgeht.
Guter Punkt! :bravo:Nimmt mich wunder, ob die Regierung Zyperns nächste Woche zurückkrebst. Falls nicht, rumpelts wohl bald heftig in ein paar Mittelmeerländern.Ramschi wird wohl bald wieder vermehrt Blech kaufen. ;)
#714
Aehnlicher Meinung wie hier im Forum besprochen Kommentar in der NZZ:

Einbussen des Einlegerschutzes

Erstens ist da die sogenannte «Stabilitätsabgabe», welche den Zyprioten von der Euro-Gruppe aufgezwungen wurde. Wohl aus juristischen und politischen Gründen wird die Abgabe als einmalige Sondersteuer auf Bankeinlagen deklariert. Tatsächlich werden damit Einleger aus aller Welt in einer Nacht-und-Nebel-Aktion dazu gezwungen, von den ersten 100 000 € ihrer bei zypriotischen Banken deponierten Vermögen 6,75% an die Rekapitalisierung des zypriotischen Bankensektors beizusteuern. Übersteigt das Vermögen den Betrag von 100 000 €, erhöht sich der Prozentsatz auf 9,9%.

Grundsätzlich ist nichts dagegen einzuwenden, dass nicht (nur) die Steuerzahler dafür haften sollen, wenn Banken zahlungsunfähig werden. Doch sinnvollerweise müssten in solchen Fällen betroffene Banken in ein geordnetes Insolvenzverfahren übergeführt werden, bei dem zuerst die Aktionäre, dann die Besitzer von nachrangigen Anleihen, schliesslich diejenigen von vorrangigen Anleihen und ganz zuletzt die Einleger zur Kasse gebeten werden. Noch ist bei dem erzielten Abkommen vieles unklar, doch sind die Entscheidungsträger in den EU-Staaten wohl erneut aus Angst um die Systemstabilität vor einem solchen Ablauf zurückgeschreckt. Die Banken werden auf Zypern dennoch rekapitalisiert und restrukturiert werden müssen, und es erscheint wahrscheinlich, dass dabei auch deren Eigentümer auf Forderungen werden verzichten müssen. Auch wurde versprochen, dass zumindest die Besitzer von nachrangigen Anleihen ebenfalls zur Kasse gebeten werden. Doch zuerst sind dieses Wochenende die Bankkunden dran. Es rächt sich jetzt, dass die EU-Staaten sich noch nicht auf ein funktionierendes Insolvenzverfahren für Banken einigen konnten.
http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/am ... 1.18048103
Die letzten werden die ersten sein :depp:

#715
Korrigiert mich, wenn ich das falsch sehe. Aber im Schnelldurchlauf ist doch in etwa folgendes gelaufen:* Zypern bietet einen attraktiven Finanzplatz für ausländisches Kapital* Russische Oligarchen machen davon Gebrauch und eröffnen in Zypern Bankkonten* Die zypr. Banken investieren in griechische Staatsanleihen* Griechenland bekommt einen Schuldenschnitt und die gr. Staatsanleihen verlieren die Hälfte ihres Wertes.* Entsprechend werden die zypr. Banken insolvent und müssen entweder in Insolvenz oder gerettet werden.Was wäre nun so schlimm daran gewesen, wären diese Banken bankrott gegangen? Die Europäische Einlagensicherung hätte die ersten €100'000 abgedeckt und somit wären die normalen Zyprioten nicht gross vom Bankrott betroffen worden.

#716
Was wäre nun so schlimm daran gewesen, wären diese Banken bankrott gegangen?
Vielleicht wieder die alte Angst vor der "Kettenreaktion" in anderen EU-Ländern (die es mit dieser Aktion aber auch geben wird, wohl versprach man sich dadurch das kleinere Uebel).
"Lustiger" Artikel, wir seien nun in Phase 4 der EUR-Krise mit den Vorfällen in Zypern...

Am Anfang, in Phase eins, herrschte noch der Glaube, der Krise lasse sich allein mit Bürgschaftsschirmen und Sparprogrammen beikommen. Mit anderen Worten: Die Steuerzahler der Euro-Zone sollten die gesamte Last tragen. Ein Weg, der den Politikern maßgeblich von der Lobby der internationalen Finanzindustrie eingeflüstert wurde. Dieser Weg hat den Süden in die Dauerrezession geführt und Zwietracht zwischen den Bürgern Nord- und Südeuropas gesät.

Die zweite Phase begann mit dem ersten griechischen Schuldenschnitt. Mit der richtigen Erkenntnis, dass die Gläubiger ihren Teil der Verantwortung tragen müssen. All die Banken und Versicherungen, die Südeuropa über Jahre hinweg so leichtfertig Geld geliehen haben.

Phase drei markierte die mittlerweile legendäre Rede von Mario Draghi, dem Chef der Europäischen Zentralbank (EZB). Er kündigte im Herbst 2012 an: Krisenstaaten, die auf Reformkurs sind, werden von der EZB notfalls mit unbegrenzten Anleihekäufen unterstützt. Ein Verstoß gegen alle angestammten geldpolitischen Prinzipien - der sich im Nachhinein doch als der richtige, weil pragmatische Schritt in höchster Not erwies.

Nun also die Teilenteignung der Bankkunden.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/sozial ... 89255.html
Wie sehen dann Phase 5, 6, 7 aus?

Das wollen die Politiker und Notenbanker wohl lieber nicht sagen zwecks Verhindern von mehr sozialem Aufruhr :P

#717
#718
Auch SPD-Chef Peer Steinbrück zeigte sich zufrieden: Zwar müsse man abwarten, wie der Bericht von Schäuble genau aussehen werde. Doch die Schrumpfung der Banken und die Bekämpfung der Geldwäsche seien zu begrüßen. Die Schröpfung der kleinen Sparer erwähnte Steinbrück nicht.
:mrgreen:
#719
Abstimmung im Parlament wird verschoben (Zypern-Rettung auf der Kippe)Das dürfte morgen an den Börsen spannend werden.

#720
Was passiert wenn man das Geld einfach vorher abhebt oder es in Gold umschlichtet ? oder in die Schweiz schiebt ^^

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