Zum Inhalt springen

Währungsreform: Weltuntergang oder Neuanfang?

1'158 Antworten344'532 AufrufeGestartet von Marcus Fabian ·

#181
Das will ich noch mit einem Fragezeichen versehen.Zinsloses Geld. Wer wird denn sein Geld zinslos ausleihen?Würde da nicht der Kredit-Hahn zugedreht?
Kommt drauf an, wie man die Zinstreppe aufbaut: Wenn Dein Geld pro Jahr 5% verliert, wenn es nur rumliegt, wirst Du es gerne zu -1% als Kredit vergeben, weil dann der Verlust geringer ist.Aber eben: Das alles gilt nur unter dem Paradigma, dass wir überhaupt Geld benötigen bzw. dass sich die Welt um Geld und nicht um Ressourcen dreht:Interessant wird der Zeitgeist-Film ab 1:09: 00
(Der ganze fast dreistündige Film ist interessant aber so richtig spannend wird es erst ab 1h 10 Min)Um ein Beispiel zu nennen: Die Welt hat seit 2007 rund 23 Billionen Dollar an diversen bailouts ausgegeben. Vorzugsweise Banken und Staaten.23 Billionen Dollar ist in etwa die Summe, die benötigt würde, um den gesamten Energiebedarf der Menschheit durch nachhaltige Energien wie Wind, Wasser, Geothermik, Wellenkraftwerke etc. zu decken.Frage: Warum ist es der Menschheit wichtiger, Banken zu bailouten als ihr Energieproblem zu lösen?
#182
Wenn Dein Geld pro Jahr 5% verliert, wenn es nur rumliegt, wirst Du es gerne zu -1% als Kredit vergeben, weil dann der Verlust geringer ist.
Dann hast Du aber den Wertverlust PLUS den Zinsverlust = 6% Verlust. :depp:
#183
Dann hast Du aber den Wertverlust PLUS den Zinsverlust = 6% Verlust. :depp:
Nö, Du hast -5% wenn das Geld rumliegt, -4% z.B. auf einem Sparbüchlein und -1%, wenn Du es als Unternehmenskredit vergibts (Beispielzahlen).
#184
Beispiel 1:Ich leg Geld für 100 Würste unter die Matratze. Nach einem Jahr kann ich mir nur noch 95 Würste kaufen.Beispiel 2:Anstatt das Geld unter die Matratze zu legen gebe ich es einem Freund uns schenk ihm noch eine Wurst als Negativzins dazu. Nach einem Jahr gibt er mir das Geld dazu und ich gehe Würste kaufen. Wieviele erhalte ich für das Geld? Ebenfalls 95.

#185
Das betrifft vor allem Sozialausgaben, welche über Schulden finanziert werden.
Ok und welche Sozialausgaben werden momentan über Schulden finanziert?
Zum Beispiel IV, Arbeitslosenkasse, EO (inkl. Mutterschaftsversicherung), wenn wir nichts machen, dann die AHV,...
AHV ist kein Problemfall, wie kommst Du auf die. IV/EO/ALV alles Versicherungen, welche teilweise aus den Prämien leben. Der Rest belastet das Steueraufkommen. Was hat das mit Schulden zu tun? Oder betrachtest Du alles was durch Steuergeld bezahlt wird je nach Blickwinkel als Schuldentilgung? Genausogut könnte man also sagen, dass das ganze Militärbudget über Schulden finanziert wird. Ich habe noch nie gesehen, dass der Staat Geld aufgenommen hat um die ALV-Kosten zu decken.....
#186
Ich habe noch nie gesehen, dass der Staat Geld aufgenommen hat um die ALV-Kosten zu decken.....
In Bezug auf die Schweiz hast Du recht. Anders sieht es in den USA aus, wo Pensionskassen teilweise massive Unterdeckung haben, wie wir hier diskutiert haben.Auch auf nationaler Ebene sind MediCare und MedicAid Verpflichtungen im zweistelligen Billionenbereich, die nur durch Schulden bedient werden können.
#187
Beispiel 1:Ich leg Geld für 100 Würste unter die Matratze. Nach einem Jahr kann ich mir nur noch 95 Würste kaufen.Beispiel 2:Anstatt das Geld unter die Matratze zu legen gebe ich es einem Freund uns schenk ihm noch eine Wurst als Negativzins dazu. Nach einem Jahr gibt er mir das Geld dazu und ich gehe Würste kaufen. Wieviele erhalte ich für das Geld? Ebenfalls 95.
Beispiel 1 stimmt.Beispiel 2: Du gibst ihm Geld für 100 Würste und kriegst nach 1 Jahr Geld für 99 Würste zurück. Hast also nur -1% statt -5% gemacht und somit profitiert indem Du weniger verloren hast.Alternativ dazu hast Du auch die Möglichkeit, die 100 Würste heute zu fressen und Dir damit Artzrechnungen in Höhe von 237.575 Würsten (= grobe Schätzung :P ) einzuhandeln.
#188
Beispiel 2: Du gibst ihm Geld für 100 Würste und kriegst nach 1 Jahr Geld für 99 Würste zurück.
Annahme: 1 Wurst = 1 CHF (heute) = 1.05 CHF (in einem Jahr)Du gehst also davon aus, dass der Schuldner mir 104 CHF zurückzahlen muss, damit ich mir dann 99 Würste kaufen kann? Das würde ich dann allerdings nicht mehr Negativzins nennen. ;) Wer heute einen Kredit über 1 mio. beansprucht, der muss auch in 50 Jahren nur 1 mio. zurückzahlen, egal wie viel Wert diese mio. dann hat (oder glaubst Du, dass die Bank mir bei der Rückzahlung meiner Hypotheken die Teuerung während der Laufzeit draufschlagen wird?). Alles andere ist der Zins (Gebühren etc. einfachheitshalber mal weggelassen).PS: Sorry, wenn ich Dich mit Würsten piesacke bis Dir übel wird, aber ich möchte rausfinden, wo der Denkfehler liegt.
#189
Der Denkfehler liegt hier:

Annahme: 1 Wurst = 1 CHF (heute) = 1.05 CHF (in einem Jahr)
Wie kommst Du darauf, dass in einem angenommenen Vollgeldsystem bei Inflation 0% die Wurst in einem Jahr 1.05 Wert ist? Die Dinger verrotten, verschimmeln, verfaulen. Es sein denn Du frierst sie ein und dann kosten sie Energie.
Sie ist immer noch 1 CHF Wert. Allerdings eine neue Wurst des Jahren 2013 und nicht eine verfaulte des Jahres 2012.

Das bedeutet schlicht und ergreifend, dass Du nicht in Würsten sparen kannst, weil Würste verfallen. Biologisch wie auch im Wert.

Wenn Du also nach Werterhalt suchst und Deine 100 Würste nicht jetzt verkonsumieren willst, sie aber auch nicht aufbewahren willst (selbst nicht in der Tiefkühltruhe, denn das kostet Energie), dann musst Du sie in was werterhaltendes wie Gold oder Silber tauschen und kannst dieses beständige Material jederzeit wieder gegen neue Würste zurücktauschen, wenn Dir danach ist.

#190
Ok, du hast von Schwundgeld gesprochen und ich hab Teuerung verstanden.Hab aber immer noch einen Knopf: Lege ich 100 CHF unters Kopfkissen, bleiben es 100 CHF. Gebe ich einen Kredit von 100 CHF, dann erhalte ich auch 100 CHF zurück. Bei null Zinsen bzw. einem Negativzins bevorzuge ich da das Kopfkissen.In Wirklichkeit würde ich, genau wie du das beschreibst, für grössere Summen eher auf beständige Sachwerte setzen als Kredite vergeben.

#191
Die Schweiz könnte sich z.Z. zu sehr sehr tiefen Zinsen verschulden.Weshalb sollte sie das eigentlich nicht ausnutzen?Man könnte damit z.B. die Energiewende finanzieren.:
Ich habe mir auch schon Gedanken gemacht. Was wäre, wenn die SNB anstelle 100 von Milliarden Euros aufkauft, einen Superfonds mit vielleicht 500 Mrd. Fr. aufmachen würde? Mit diesem würde dann im grossen Stil in Projekte im In- und Ausland investiert werden, um die Energiewende zu schaffen. Im Inland könnte damit zum Beispiel die Gebäudesanierungen finanziell unterstützt werden. Im Ausland könnte es in Projekte wie Desertec oder Wasserstoffproduktion mit Hilfe von Sonnenenergie investiert werden. Das Geld könnte in der Schweiz in Forschung und Entwicklung investieren und somit einen neuen Industriezweig pushen. .
Die Mondlandung war wohl psychologisch für Amerika sehr wichtig. Aber ob es ein gutes Investment war?Grundsätzlich find ich ja das Schulden machen von Staaten problematisch. Doch wenn alle überschuldet sind und man die eigene Währung deshalb künstlich schwächen muss, weshalb nutzte man da nicht die Gunst der Stunde und macht das über das Schaffen von Geld, welches man dann zur Verfügung hätte für ein Investment in die Zukunft. Und da bin ich mir sicher, dass nachhaltige Energie ein Gut sein wird, welches einen nachhaltigen Wert schaffen würde.Wie sich die Probleme rund um den CO2 Ausstoss entwickeln werden weiss ich nicht. Doch kann ich mir vorstellen, sollte es sich erweisen, dass die Folgen gravierend sein werden, so wird ein weltweites Umdenken stattfinden. Da hätten dann die Länder einen Wettbewerbsvorteil, die schon über nachhaltig produzierte Energien verfügen. Ok. ich bin kein Finanz-Fachmann und kenne mich zu wenig aus mit den Konsequenzen, die so eine ZB-Aktion hätte. Aber theoretisch tönt das doch als eine Möglichkeit, anstatt einfach Euros zu kaufen.Was hätte man noch von diesen "Devisenreserven", wenn es zu einer WR kommen sollte? NiX.
#192
Frage: Warum ist es der Menschheit wichtiger, Banken zu bailouten als ihr Energieproblem zu lösen?
Ich denke die Banken waren halt so was wie die "Grossmächte" der Wirtschaft.Sie machten sich unentbehrlich und wurden so gross, dass sie sich sicher sein konnten, dass der Staat sie nicht fallen lassen kann.Banken sind für die Wirtschaft, sicher ein wichtiger Faktor. Aber die Suche nach der optimalen Rendite, verschleiert den Horizont, wenn überhaupt nicht mehr nach dem Sinn der Geldflüsse gefragt wird. Hauptsache die Rendite ist gross. Oder grösser. Dann sind auch die Bonis grösser. Und da liegt dann auch der Sinn und Unsinn,manchmal auch Wahnsinn.
#193
Zum Beispiel IV, Arbeitslosenkasse, EO (inkl. Mutterschaftsversicherung), wenn wir nichts machen, dann die AHV,...
AHV ist kein Problemfall, wie kommst Du auf die. IV/EO/ALV alles Versicherungen, welche teilweise aus den Prämien leben. Der Rest belastet das Steueraufkommen. Was hat das mit Schulden zu tun? Oder betrachtest Du alles was durch Steuergeld bezahlt wird je nach Blickwinkel als Schuldentilgung? Genausogut könnte man also sagen, dass das ganze Militärbudget über Schulden finanziert wird. Ich habe noch nie gesehen, dass der Staat Geld aufgenommen hat um die ALV-Kosten zu decken.....
AHV, IV, EO, ALV sind Versicherungen und ja, es gibt keine Anleihen, welche von diesen Versicherungen ausgegeben wurden. Hat die IV nicht der Zwischenzeit 5 oder 6 Mrd. Fr. Schulden? Die ALV hat über 1 Mrd. Fr. Schulden. Diese wurden durch die Bundeskasse gedeckt, also schuldet die IV bzw. die ALV der Bundeskasse Geld. Und im Gegenzug gibt der Bund Anleihen heraus, um selbst seine Schulden zu finanzieren. Ich muss aber sagen, ich kenne mich in der Buchhaltung des Bundes nicht aus. Also werden die Sozialausgaben über Schulden finanziert. Es ist ja nicht so, dass der Bund eine Defizitgarantie den Sozialversicherungen gibt, mit denen diese ihre Schulden los sind. Wenn diese Versicherungen schuldenfrei wären, warum wurden zwecks Sanierung die ALV-Abzüge 2011 erhöht bzw. warum wurde die MWST um 0.4% erhöht, um die IV zu sanieren?
#194
Zum Beispiel IV, Arbeitslosenkasse, EO (inkl. Mutterschaftsversicherung), wenn wir nichts machen, dann die AHV,...
AHV ist kein Problemfall, wie kommst Du auf die. IV/EO/ALV alles Versicherungen, welche teilweise aus den Prämien leben. Der Rest belastet das Steueraufkommen. Was hat das mit Schulden zu tun? Oder betrachtest Du alles was durch Steuergeld bezahlt wird je nach Blickwinkel als Schuldentilgung? Genausogut könnte man also sagen, dass das ganze Militärbudget über Schulden finanziert wird. Ich habe noch nie gesehen, dass der Staat Geld aufgenommen hat um die ALV-Kosten zu decken.....
AHV, IV, EO, ALV sind Versicherungen und ja, es gibt keine Anleihen, welche von diesen Versicherungen ausgegeben wurden. Hat die IV nicht der Zwischenzeit 5 oder 6 Mrd. Fr. Schulden? Die ALV hat über 1 Mrd. Fr. Schulden. Diese wurden durch die Bundeskasse gedeckt, also schuldet die IV bzw. die ALV der Bundeskasse Geld. Und im Gegenzug gibt der Bund Anleihen heraus, um selbst seine Schulden zu finanzieren. Ich muss aber sagen, ich kenne mich in der Buchhaltung des Bundes nicht aus. Also werden die Sozialausgaben über Schulden finanziert. Es ist ja nicht so, dass der Bund eine Defizitgarantie den Sozialversicherungen gibt, mit denen diese ihre Schulden los sind. Wenn diese Versicherungen schuldenfrei wären, warum wurden zwecks Sanierung die ALV-Abzüge 2011 erhöht bzw. warum wurde die MWST um 0.4% erhöht, um die IV zu sanieren?
Da das Militär KEINE Versicherung ist erlaube ich mir Deine Interpretation zu übernehmen. Da das Militär X Milliarden braucht muss der Bund Anleihen heraus geben um diese Milliarden zu finanzieren (denn ohne Miltärausgaben könnte der Bund alle Sozialleistungen locker finanzieren OHNE Anleihenausgabe....). Also werden die "Militär-Schulden" in gleicher Weise "finanziert" wie die Sozial "Schulden. Es ist eine einfache Frage nach dem eigenen Standpunkt. ICH finde die Sozialausgaben sind mindestens ebenso eine Pflicht des Staates (wozu braucht der Mensch denn den Staat) wie die Sorge für die Landesverteidigung. Wobei ich halt die Landesverteidigung mit einigen Milliarden weniger ausstatten würde!Und nebenbei, ich finde das Geheul betreffend der zu hohen Sozialkosten geradezu unanständig. Reine Panikmache um die Kosten abwälzen zu können. Natürlich auf den Mittelstand, nicht auf das Grosskapital. Solange locker 60 und mehr Milliarden so mal eben aus dem Hut gezaubert werden um Banken zu retten, ist jedes andere Argument wirkungslos...... damit hätten wir alle Sozialwerke ebenso locker über etwa 10 Jahre finanzieren können (inkl. einger arbeitslosen Bankangestellten, die es während einiger Monate gegeben hätte).Ich habe nichts dagegen, dass mit dem Geld haushälterisch umgegangen wird. DANN ABER AUF ALLEN EBENEN.
#195
Entsprechend macht es auch keinen Sinn, wenn die Welt den USA erlaubt, jahrzehntelang über ihre Verhältnisse zu leben.
Kein Sinn? Für die Amis wohl schon! Einfach genial, lebst in saus und braus und gibts dafür ein bisserl Papier :banana: Frage mich wie lange es noch geht bis das die anderen Staaten kapiert haben.... Aber ich glaube es ist eh schon zu spät! Sie sitzen auf zu vielen $ die dauernd an wert verlieren.
#196
Im Konsumbereich ist Deflation positiv: Wir bekommen heute Handys und Laptops günstiger als vor x Jahren. Wir wissen, dass wir Handys und Laptops in einigen Jahren noch günstiger kriegen werden aber wir kaufen trotzdem. Das Argument "Deflation ist schädlich, weil niemand mehr kauft und auf günstigere Preise wartet" ist also hinfällig.

Das gilt insbesondere für Güter des täglichen Bedarfs: Auch wenn wie bei Brot günstigere Preise erwarten, werden wir heute kaufen, weil wir es heute und jetzt brauchen und nicht erst in ein paar Monaten.
Das sehe ich anders. Der ganze Techbereich konnte inkl. Deflation nur wachsen, weil durch die sinkenden Preise Ihre Produkte deutlich mehr Personen zugänglich wurden. Ausserdem könnte man anmerken, dass die heutigen Smartphones und iPads durchaus mehr als ein stinknormales Nokia vor der Smartphonezeit. Die Branche wusste sich hier somit zu helfen und produziert heute auch "bessere" Prodkte. Bei allen Basisgütern, wird dies nicht möglich sein. Bsp Brot: klar werde ich heute Brot kaufen, auch wenn ich weiss, dass es Morgen günstiger ist, aber was passiert mit dem Lohn des Bäckers, seiner Miete und dem Strom für die Bäckerstube? Spätestens die Preise begrenzter Ressourcen können nicht über längere Zeit deflationär sein. Das beisst sich mit dem begrenzten Angebot.

Ausserdem: Der Grossteil der Bevölkerung in allen Industriestaaten arbeitet momentan im Dienstleitstungssektor. Genau dieser Sektor wird leiden, denn eine Dienstleistung, die du nicht heute sofort brauchst wirst du auf Morgen verschieben. Oder ganz streichen.

Mit der Deflation beschränkt sich der Konsum auf das Notwendige, wenn aber jeder hier nur noch das notwendigsten konsumiert, haben wir eine Arbeitslosenrate von 80%. Aber da alle Leute danach Arbeitslos sind haben die Unternehmen weniger Kosten und können Ihre Produkte und DL günstige Anbieten, dann wäre ja Arbeitslosigkeit deflationär und positiv für das Fussvolk. :nein: Nein, eine breitflächige Deflation (also nicht nur zB. im Technologiesektor) halte ich für unwahrscheinlich.

#197
Und nebenbei, ich finde das Geheul betreffend der zu hohen Sozialkosten geradezu unanständig. Reine Panikmache um die Kosten abwälzen zu können. Natürlich auf den Mittelstand, nicht auf das Grosskapital. Solange locker 60 und mehr Milliarden so mal eben aus dem Hut gezaubert werden um Banken zu retten, ist jedes andere Argument wirkungslos...... damit hätten wir alle Sozialwerke ebenso locker über etwa 10 Jahre finanzieren können (inkl. einger arbeitslosen Bankangestellten, die es während einiger Monate gegeben hätte).
Die Sozialkosten sind schwierig zu senken, in einer Demokratie. Kein Politiker will sich die Finger verbrennen. Es ist einfacher Geld zu verteilen, als einmal gesprochene Zahlungen, zu kürzen.In der Schweiz haben wir ein ziemlich ausgebautes Netz. Diese Leistungen vom Staat, wurden erstritten. Das Prinzip der Solidarität, ist eine Errungenschaft. Nicht jeder Mensch ist gleichermassen fähig, sich finanziell zu behaupten.Doch zeigt das Beispiel der IV, wie es gehen kann. Eine Umlageversicherung sollte ja nur so viel Geld verteilen, wie sie einnimmt. Zu lange hat man zugewartet. Jetzt hat sich ein grosser Schuldenberg angehäuft.Das Geheul auf der anderen Seite, find ich teilweise auch geradezu unanständig.Z.B. wurde da kürzlich ein Fall im 10 vor 10 gezeigt.Ein Frau aus Südamerika lebt seit einigen Jahren in der Schweiz. Sie hat ein schwer behindertes Kind, welches rund um die Uhr Pflege braucht. Es wurde vorgerechnet, was da für Kosten anfallen.Nun wurden die Zahlungen gekürzt und die Mutter ist überfordert.Dank dem Beitrag in 10 vor 10, wurden diese Kürzungen, rückgängig gemacht.Der Staat kann nicht die Ungerechtigkeiten ausgleichen wollen, die das Leben in sich birgt.Es können nie alle Bedürfnisse befriedigt werden. Armut ist eine Form des Lebens, nicht eine Krankheit, die man ausrotten kann.Freiheit bringt Risiken für das Individuum mit sich.Ich denke man muss einfach aufpassen, dass man die Sozialleistungen den Gegebenheiten anpassen kann. Sonst gefährdet man das Prinzip.Niemand verhungert oder erfriert, wenn die z.B. die Renten den Gegebenheiten angepasst würden. Z.Z. läuft aber eine Umverteilung von Jung zu Alt.
#198
Ich denke man muss einfach aufpassen, dass man die Sozialleistungen den Gegebenheiten anpassen kann. Sonst gefährdet man das Prinzip.Niemand verhungert oder erfriert, wenn die z.B. die Renten den Gegebenheiten angepasst würden. Z.Z. läuft aber eine Umverteilung von Jung zu Alt.
Sorry ich weiss ist etwas of topic. Aber trotzdem......Richtig, solange Sozialleistungen den Gegebenheiten angepasst werden und nicht eine "Rechtsregierung" darüber allein bestimmen kann. Nur das mit der Umverteilung von jung zu alt ist Bockmist, lieber melchior! Sozialleistungen den Gegebenheiten anpassen heisst, dass einige Gut- bis Bestsituierte darüber bestimmen WAS das heisst. Wenn ich aber Leistungen, die ich vorgängig durch MEINE Beiträge geäuffnet habe, nun im Notfall, oder wenn das Ereignis eintritt (Pensionsalter), nun einfordere, dann himmelhergottnochmal habe ICH einen Anspruch darauf. Und das einzige Problem mit dem Umlageverfahren ist keins, solange die AHV so gesund ist wie heute. Dass daneben die Privatversicherungen mit der zweiten Säule noch den Reibach machen ist sowieso eine Sauerei (was wieder nix mit der "Umverteilung" zu tun hat, da ja eben auch wieder SELBST bezahlte Beiträge)Die Problematik ist, dass es einfach (zu) viele Menschen in der Schweiz gibt, welche nicht mehr realisieren, dass ihr persönlicher Wohlstand nicht allein selbst verdient ist sondern, dass da viele fremde Hände mitwirken. Und leider sind es meist weniger privilegierte Hände......Ich wehre mich dagegen, wenn Sozialleistungen generell als "schlecht" beurteilt werden. Und ich stelle mir einfach vor, wie ich mich fühlen würde, wenn ich als z.B. 50jähriger Arbeiter die Stelle verliere, nachdem der Inhaber (nicht einmal der Manager, sondern der "Unternehmer" in dritter Generation....) den Karren an die Wand gefahren hat. Und wenn ich dann als BITTSTELLER auftreten muss, nachdem ich 30 Jahre immer brav gearbeitet habe, alle Steuern prompt und ohne Trickserei (Lohnempfänger) bezahlt habe, keine Schulden aufgebaut habe (wie z.B. der "Unternehmer" mit der Villa am See), eine Familie ernährt habe, Kinder anständig erzogen habe. Und nun darauf angewiesen bin, dass "das Volk, vertreten durch Volkstribune" mir zugesteht, dass ich zuerst einmal nachweisen muss, dass ich kein verstecktes Vermögen habe, dass ich mich ehrlich bemühe eine Arbeit zu finden. Einfach ausgedrückt, ich fühle mich als das letzte Arschl....Und da gibt es Leute, welche keine Ahnung haben was solche Probleme sind, die darüber motzen, dass die Arbeitslosenkasse zu wenig Geld hat....... dabei ist es einfach so, dass sich die Arbeitgeberseite jahrelang dagegen gewehrt hat, die Prämien herauf zu setzen. Im Gegenteil wollte man den Verteilschlüssel zuungunsten der Arbeiter verschlechtern usw. Und das auch noch in Boomzeiten mit der idiotischen Begründung, dass dies ja bei Vollbeschäftigung keinen Sinn macht. Man könne das jederzeit anpassen bla bla bla......Ich könnte die Wand hoch, wenn ich das als lesen muss :evil:
#199
Nur das mit der Umverteilung von jung zu alt ist Bockmist, lieber melchior!
Der Punkt über den gestritten wird, sind ja nicht die einbezahlten Gelder, sondern zu welchem Zinssatz sie verzinst werden. Wenn man mehr Zinsen ausschüttet als man erwirtschaftet, dann tut man dies auf dem Buckel derer, die aktuell einzahlen. Es sind dann nämlich deren Zahlungen die die Zinsen bezahlen. Somit ist das eine Umverteilung. Viele Pensionskassen sind unterdeckt. Im Fall der öffentlichen Kassen sind es dann die Steuerzahler, die sie sanieren müssen.Die Risiken welche die Kassen eingehen müssen, hängen auch mit dem Zinssatz zusammen, den sie ausschütten müssen.Im Falle einer WR, da sähe es dann ganz schlecht aus für die PK's.Dann könnte man ja auch nicht weiter Renten ausschütten, wie gehabt.Auch wenn die Rentner ein Recht darauf haben. Aber wenn das Geld nicht mehr da ist.Ich will mich keineswegs gegen einen sozialen Staat stark machen. Ich denke gerade das Prinzip von Solidarität, würde uns durch eine Krise bringen.Doch sollte man es nicht überstrapazieren.In Frankreich sollen unter einem sozialistischem Präsident, die Reichen 75% ihres Einkommens an den Staat abliefern. OK. wenn jemand eine Million verdient, dann hat er immer noch genug, kann man da sagen. Doch ist das nicht kontraproduktiv?Gleichzeitig will man das Rentenalter wieder senken.Obwohl alle wissen, dass Frankreich sich das gar nicht leisten kann. Wird spannend zu sehen, wie sich das entwickelt.
#200
Nur das mit der Umverteilung von jung zu alt ist Bockmist, lieber melchior!
Der Punkt über den gestritten wird, sind ja nicht die einbezahlten Gelder, sondern zu welchem Zinssatz sie verzinst werden. Wenn man mehr Zinsen ausschüttet als man erwirtschaftet, dann tut man dies auf dem Buckel derer, die aktuell einzahlen. Es sind dann nämlich deren Zahlungen die die Zinsen bezahlen. Somit ist das eine Umverteilung. Viele Pensionskassen sind unterdeckt. Im Fall der öffentlichen Kassen sind es dann die Steuerzahler, die sie sanieren müssen.Die Risiken welche die Kassen eingehen müssen, hängen auch mit dem Zinssatz zusammen, den sie ausschütten müssen.Im Falle einer WR, da sähe es dann ganz schlecht aus für die PK's.Dann könnte man ja auch nicht weiter Renten ausschütten, wie gehabt.Auch wenn die Rentner ein Recht darauf haben. Aber wenn das Geld nicht mehr da ist.Ich will mich keineswegs gegen einen sozialen Staat stark machen. Ich denke gerade das Prinzip von Solidarität, würde uns durch eine Krise bringen.Doch sollte man es nicht überstrapazieren.In Frankreich sollen unter einem sozialistischem Präsident, die Reichen 75% ihres Einkommens an den Staat abliefern. OK. wenn jemand eine Million verdient, dann hat er immer noch genug, kann man da sagen. Doch ist das nicht kontraproduktiv?Gleichzeitig will man das Rentenalter wieder senken.Obwohl alle wissen, dass Frankreich sich das gar nicht leisten kann. Wird spannend zu sehen, wie sich das entwickelt.
Punkt 1: Unterdeckung bei den PK's. Die PK's (Privatversicherungen) haben während vielen Jahren abgesahnt. Wo sind diese Reserven..... Zudem ist eine Schwankungsbreite zu berücksichtigen, darin sind Reserven für wirtschaftlich härtete Zeiten zu berücksichtigen und in Zukunft zu erwartende Mehrerträge. Zur Zeit ist jedoch vor allem angesagt, dass die fehlenden Reserven zum jammern führen. Ein Aufschwung wird möglichst unberücksichtigt gelassen, obwohl die Bilanzen gerade im letzten Jahr trotz "Krise" sich stark verbessert haben. Aber ok. Für vernünftige !!! Anpassungen, die aber auch sofort in BEIDE Richtungen funktionieren kann ich durchaus sein. Wir werden sehen, wie lange die Versicherungen wieder die Anpassungen nach oben hinauszögern werden.Punkt 2: Frankreich: Abwarten was dannzumal Wirklichkeit wird. Nach der Wahl tönt meist alles wieder ganz normal. Und betreffend 75% Einkommen abliefern. Diejenigen welche den Spitzensteuersatz tragen müssen sind bekanntermassen an einer Hand abzuzählen. Die Steueranwälte haben Hochkonjunktur.Wie auch schon gesagt, ich bin durchaus dafür, dass nur das ausgegeben wird, was vorhanden ist. Ich bin grundsätzlich gegen Schuldenwirtschaft. Nur sollte das auf allen Gebieten gelten, nicht nur wenn es um Sozialleistungen geht.

Seite 10 von 58 · 1'159 Beiträge in diesem Thema