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Währungsreform: Weltuntergang oder Neuanfang?

1'158 Antworten344'532 AufrufeGestartet von Marcus Fabian ·

#321
Was beide exakt dasselbe ist: Geld wird gegenüber Sachwerten billiger.Und richtig. Die einzige Möglichkeit, das aufzuhalten besteht darin, Geld wieder an Sachwerte zu koppeln, das Geld wieder zu decken.
Oder an Wirtschaftsleistungen, oder sonst wie. Denn Deckung mit Sachwerten (zB. Gold) funktioniert längerfristig nicht. Hatten wir ja schon.
#322
Oder an Wirtschaftsleistungen, oder sonst wie.

Denn Deckung mit Sachwerten (zB. Gold) funktioniert längerfristig nicht. Hatten wir ja schon.
Durchaus richtig. Die Katze beisst sich wieder einmal in den eigenen Schwanz. Aber solange mir niemand genau sagen kann WIE die nächste WR ablaufen wird, dürften sich die Diskussionen weiterhin im Kreis drehen. Mir ist jedenfalls nicht klar, wie das alles technisch ablaufen soll ohne die ganze Welt in ein totales Finanzchaos zu stürzen. Und da dies wohl alle verantwortlichen Wirtschaftskreise und Politiker so sehen, dürften sich alle gegen eine WR sperren so lange es nur geht. D.h., dass der Auslöser tatsächlich nur ein grandioser Vertrauensverlust in die Währungen sein kann.
Die Frage ist: Wie wird sich dieser in den einzelnen Ländern zeigen und wird die Steigerung früh genug erkennbar sein?

Zeigen wird sie sich wahrscheinlich in unterschiedlichen Formen, wobei die Flucht in Sachwerte die hauptsächliche sein dürfte. Doch sehen wir eine solche Flucht schon? Doch eher nicht oder täusche ich mich da......Die Märkte tendieren schon länger seitwärts, die Immobilienblase ist in vielen Ländern (noch) keine, Auktionen sind nur im Höchstpreisbereich auffällig, sonst läuft nichts, Autoverkauf ist nicht auffällig und auch EM ist in einem Seitwärtstrend (ist allerdings durch Manipulation nicht aussagekräftig)

Also, was läuft da eigentlich, oder ist dieser lang anhaltende Seitwärtstrend auf allen Ebenen gerade das Zeichen, auf das ich wart........ :oops:

#323
Durchaus richtig. Die Katze beisst sich wieder einmal in den eigenen Schwanz. Aber solange mir niemand genau sagen kann WIE die nächste WR ablaufen wird, dürften sich die Diskussionen weiterhin im Kreis drehen. Mir ist jedenfalls nicht klar, wie das alles technisch ablaufen soll ohne die ganze Welt in ein totales Finanzchaos zu stürzen.
Keine Ahnung. :D Wir können uns an die Geschichte halten, aber ob sich die Geschichte exakt wiederholt steht in den Sternen. Nur weil das Geld ausgetauscht wird, gehe ich aber nicht von schlimmeren Folgen aus.
#324
Nur weil das Geld ausgetauscht wird, gehe ich aber nicht von schlimmeren Folgen aus.
Der Geldaustausch bringt keine Turbulenzen. Dafür sind Schuldenschnitte immer turbulent - jedenfalls für die, die es betrifft. Bei einer WR MIT Schuldenschnitt wird es also sehr darauf ankommen, wie hoch die Abwertung / der Schuldenschnitt sein wird.Auf Vorzeichen zu warten ist schwierig. Ich erwarte allerdings, dass eine WR erst eingeführt wird, wenn die Inflation stärker wird bzw. wenn sie zum grossen Thema in der Bevölkerung wird. Ein bisschen gelitten muss zuerst werden, damit die Politiker eine Begründung für die WR haben.
#325
Auf Vorzeichen zu warten ist schwierig. Ich erwarte allerdings, dass eine WR erst eingeführt wird, wenn die Inflation stärker wird bzw. wenn sie zum grossen Thema in der Bevölkerung wird. Ein bisschen gelitten muss zuerst werden, damit die Politiker eine Begründung für die WR haben.
Ich finde die Annahme falsch, dass eine WR von politischer Seite losgetreten wird. (falls Sie überhaupt in der Lage wären, denn das Geldmonopol liegt oftmals bei der Zentralbank). Wir dürfen nicht erwarten, dass jeder Politiker über die, nennen wir es jetzt einmal Notwendigkeit, einer WR informiert ist und die Bürger die unwissenden spielen. Der Politiker hat genau so keinen Plan wie wir. (Sonst müssten Sie intelligenter sein und das bezweifle ich stark ;) )Oftmals wird hier sinngemäss geschrieben, dass die Politiker einfach noch zuwarten, aber den Plan B bereits in der Tasche haben. Das glaube ich nicht. Eine WR wird nur durch starken Druck auf das Finanzwesen zu stande kommen. Solange Papierwährungen (egal welche) von natürlichen und juristischen Personen uneingeschränkt akzeptiert wird, ändert sich nichts auf die Schnelle. 90% der Politiker haben keine Ahnung vom Geldwesen und den Abläufen an den Finanzmärkten. Eine WR aus heiterem Himmel auf politischen Beschluss wird es nicht geben.
#326
Eine WR aus heiterem Himmel auf politischen Beschluss wird es nicht geben.
Wie ich sagte: Die technischen Hindernisse werden es nicht zulassen. Wir müssen aufpassen, dass wir die WR nicht mit eine Abwertung verwechseln. Diese wäre jederzeit und sofort möglich, da es "nur" eine Kursänderung gegen andere Währungen darstellt. Eine WR verlangt nach Strategie und viel Logistik. Wenn sie noch die EU betreffen sollte, wo diverse "Fremwährungen" vorhanden sind und viele Regierungen, dürfte die Nacht und Nebel-Aktion zur Unmöglichkeit werden. Schon allein müssten mehrere Währungen neu gedruckt vorhanden sein, was ganz einfach nicht zu vertuschen wäre. Das würde mindestens 1 Jouri auffallen, dass in allen EU-Ländern praktisch gleichzeitig neues Papiergeld gedruck und gehortet wird......Da ja sonst schon jeder Sch.... durchsickert, nehme ich an, dass so eine Sache nie geheim ablaufen kann.
#327
Oder an Wirtschaftsleistungen, oder sonst wie.
Und wir willst Du die Wirtschaftsleistung bewerten?Und vor allem: Wie willst Du die Deckung gewährleisten? Bei einer Golddeckung kann der Geld-Besitzer zur Zentralbank gehen und sein Geld gegen Gold eintauschen. Wie genau soll das funktionieren, wenn das Geld mit Wirtschaftsleistung gedeckt ist?
#328
Wie genau soll das funktionieren, wenn das Geld mit Wirtschaftsleistung gedeckt ist?
Hab ich mich auch gefragt, aber einfach gedacht, ich sei zu blöd, um mir das vorstellen zu können. Vielleicht geht man dann morgens zur Bank und nachmittags kommt der Bankberater in Überhose und mäht mir den Rasen? :D
#329
Mir ist jedenfalls nicht klar, wie das alles technisch ablaufen soll ohne die ganze Welt in ein totales Finanzchaos zu stürzen.
Hatten wir doch schon hier. Noch Fragen dazu?
Die Frage ist: Wie wird sich dieser [Vertrauensverlust] in den einzelnen Ländern zeigen und wird die Steigerung früh genug erkennbar sein?
Kannst Du Dich an den Crash 2008 erinnern, an den Vertrauensverlust in Banken? Wie schnell ging das? Stunden, Tage? Jedenfalls sehr schnell und dennoch könnte wohl keiner von uns genau den Finger auf die Wunde halten und sagen: "DAS war der Punkt, an dem das Vertrauen einbrach." (Vielleicht der Kollaps von Lehman? Bear Stearns? Bailout-Krisensitzungen? AIG-Rettung? UBS-Rettung?)Das einzige, was ich mit einiger Sicherheit behaupten kann ist, dass es keine Vorwarnung geben wird.
Zeigen wird sie sich wahrscheinlich in unterschiedlichen Formen, wobei die Flucht in Sachwerte die hauptsächliche sein dürfte. ...Also, was läuft da eigentlich, oder ist dieser lang anhaltende Seitwärtstrend auf allen Ebenen gerade das Zeichen, auf das ich wart........ :oops:
Das ist die Frage: Verharren auf aktuellem Niveau (was Aktienpreise betrifft), Hausse bei den Aktien (Crack-Up-Boom) oder Talfahrt?Ich empfehle Dir den Artikel Crack-Up-Boom von Smartinvestor 2009bzw. das zugehörige Video:
#330
Wir dürfen nicht erwarten, dass jeder Politiker über die, nennen wir es jetzt einmal Notwendigkeit, einer WR informiert ist und die Bürger die unwissenden spielen. Der Politiker hat genau so keinen Plan wie wir.
Ich bin der letzte, der die Intelligenz und Weitsicht von Politikern verteidigen möchte :P Aber:Bedenke, dass es in den letzten Jahren auch WR in Russland, Simbabwe, Ukraine, Ex-Jugoslavien gegeben hat und deren Politiker dürften auch nicht sehr viel gebildeter sein als unsere.Durchaus möglich, dass die Politiker zu gegebener Zeit einen Schnellkurs in Geldwesen erfahren.Und das wird dann der Fall sein:
Solange Papierwährungen (egal welche) von natürlichen und juristischen Personen uneingeschränkt akzeptiert wird, ändert sich nichts auf die Schnelle. 90% der Politiker haben keine Ahnung vom Geldwesen und den Abläufen an den Finanzmärkten.
Wenn eben das Geld nicht mehr akzeptiert wird. Dann ist sehr schnell Game-Over
#331
Schon allein müssten mehrere Währungen neu gedruckt vorhanden sein, was ganz einfach nicht zu vertuschen wäre.
Wer sagt Dir, dass das nicht schon der Fall ist? Die D-Mark2 soll seit 2010 heimlich gedruckt werden und Griechenland soll seine alten Drachmen-Bestände nicht vernichtet sondern eingelagert haben.Ob das stimmt, weiss ich nicht. Die Quelle ist hartgeld.com und somit sehr unseriös.Aber selbst wenn: Da es keine offizielle Bestätigung für die heimliche Druckerei gäbe, wäre das Gerücht per Definition eine Verschwörungstheorie und würde es somit nie zu grosser Verbreitung bringen. Dass jemand das dann glaubt, schon gar nicht.
#332
Mir ist jedenfalls nicht klar, wie das alles technisch ablaufen soll ohne die ganze Welt in ein totales Finanzchaos zu stürzen.
Hatten wir doch schon hier. Noch Fragen dazu?
Nein keine Frage. Einzig die Feststellung dass eine Differenz bleibt. Ich glaube nicht, ja ich bin sogar sicher, dass das unmöglich geheim ablaufen kann. Zumindest nicht in der EU oder gar global.
Aber es gibt sowieso noch keine WR. Jetzt dürfen zuerst noch die Banken unter den Schirm

#333
Oder an Wirtschaftsleistungen, oder sonst wie.
Und wir willst Du die Wirtschaftsleistung bewerten?Und vor allem: Wie willst Du die Deckung gewährleisten? Bei einer Golddeckung kann der Geld-Besitzer zur Zentralbank gehen und sein Geld gegen Gold eintauschen. Wie genau soll das funktionieren, wenn das Geld mit Wirtschaftsleistung gedeckt ist?
Ich meinte irgendwo mal was gelesen zu haben, finde es aber gerade nicht im Moment. Bisher hat einfach kein Währungssystem funktioniert, auch ein Goldstandart und ein Bretton Woods nicht. Wir können lange diskutieren warum und unter welchen speziellen Umständen, es hat nicht funktioniert und wurde abgeschafft. Noch mal (hab ich schon oft gesagt) Kurz- bis mittelfristig kann ich mir ein Goldstandart gut vorstellen. Die Bürgen brauchen Vertrauen in eine "neue" Währung.Früher oder später wird aber die einzige Deckung des Geldes die Wirtschaftsleistung bleiben. Ich will und brauche Geld, weil ich mir dadurch Waren und Dienstleistungen (Also Wirtschaftsleistungen) erwerben kann. Das ist ja auch der eigentliche "Wert" des Goldes. Es hat einen historischen Wert tief im Inneren des Menschen und wird somit als Zahlungsmittel akzeptiert. Aber ob ich nun für 1000 Franken, oder XY Gramm Gold einen Anzug bekomme ist egal. Hauptsache ich bekomme den Anzug. Hat Papiergeld Vertrauen funktionierts. Hat es kein Vertrauen funktioniert es nicht. Genau so mit dem Gold, nur kann das nicht vermehrt werden (oder nur gering), was ihm mehr Vertrauen einbringt als dem Papier.Das Problem der heutigen Form des Papiergeldes ist die Möglichkeit der Verfielfachung auf Knopfdruck. Aber hinter allem, egal ob Gold, Silber, Fanken, Dollar oder Gewürze steht das Produkt oder die Dienstleistung (Wirtschaftsleistung). Vielleicht könnte man einem Land gemessen an der Wirtschaftsleistung (BIP) eine Bestimmte Menge Geldeinheiten zugestehen. Je mehr das Land erarbeitet, desto mehr Geld wird es erhalten. überhaupt nicht durchgedacht im Moment, aber vielleicht existieren dazu ja Ideen. Zu den Systemen: Goldgedeckt: Goldstandart, Bretton Woods wurde wieder abgeschafft und hat nicht funktioniert, bzw. war nicht optimal, Münzen aufwändig. Gewürze: hat auch nicht funktioniert, zu kompliziert, keine Einheit, schwierig zu schätzenPapier, ungedeckt: Funktioniert im Moment (noch) hat aber Risiken. Wer weiss, vielleicht finden wir ja auf der Welt begrenztes, unkopierbares Papier ;)
#334
Ich meinte irgendwo mal was gelesen zu haben, finde es aber gerade nicht im Moment.
Du meinst vermutlich die Rentenmark 1923-1945, die durch Immobilien und Grundbesitz gedeckt war.
Bisher hat einfach kein Währungssystem funktioniert, auch ein Goldstandart und ein Bretton Woods nicht. Wir können lange diskutieren warum und unter welchen speziellen Umständen, es hat nicht funktioniert und wurde abgeschafft.
Das will ich nicht so stehen lassen: ein Goldstandard schränkt die Möglichkeit der Gelddruckerei ein. Das ist ja auch Sinn und Zweck der Übung. Nun kann der Staat kommen und meinen: "Ja, aber ich brauche jetzt mehr Geld, weil ich einen Krieg führen will und mir das Volk dafür keinen Kredit (aka: "Kriegsanleihen") geben will."Ist das jetzt ein Problem des Goldstandards oder ein Problem des Staates?Aber Du hast insofern recht, dass das Korsett eines 100% Goldstandards wie Bretton Woods zu eng ist, weil bei 100% Deckung die Geldmenge nur mit der Goldmenge wachsen darf. Also 1.5% pro Jahr. Da ist kein Wirtschaftsaufschwung möglich. Bei 40% Golddeckung wäre eine Inflation bis 3.75% drin. Das dürfte ein vernünftiger Kompromiss sein. Die Schweiz hat ja bis 2000 mit der 40% Golddeckung sehr gut gelebt.
Früher oder später wird aber die einzige Deckung des Geldes die Wirtschaftsleistung bleiben. Ich will und brauche Geld, weil ich mir dadurch Waren und Dienstleistungen (Also Wirtschaftsleistungen) erwerben kann.
Das wäre auch mein bevorzugtes Szenario. Das würde nämlich bedeuten, dass die Wirtschaft durch ihre Leistung Geld erzeugt und nicht eine Zentralbank. Produzieren die Bauern mehr Kartoffeln, steigt entsprechend die Geldmenge, denn Kartoffeln sind ja das "Geld des Bauern".Das würde allerdings bedeuten, dass den Banken die Fähigkeit genommen werden müsste, Geld durch Geldschöpfung aus dem "Nichts" zu erzeugen. Banken wären dann wie früher "nur noch" Kreditvermittler und Verwalter von Geldvermögen. Geld würde also durch Leistung erzeugt und nicht mehr durch Kredit.Den durchgeknallten Turbo-kapitalismus müssten wir dann vergessen!
#335
Ich meinte irgendwo mal was gelesen zu haben, finde es aber gerade nicht im Moment. Bisher hat einfach kein Währungssystem funktioniert, auch ein Goldstandart und ein Bretton Woods nicht. Wir können lange diskutieren warum und unter welchen speziellen Umständen, es hat nicht funktioniert und wurde abgeschafft.
Es es gab schon welche. Z.B. die "tally stick" (Kerbholz). Die Kerbhölzer gab es in vielen Kulturen. Das bisher älteste Kerbholz ist der Ishango-Knochen (20.000 Jahre alt).
Die Probe aufs Exempel einer jeder erfolgreichen Zivilisation liefert ihre Finanzordnung, welche das Wirtschaftsleben bestimmt. Wird die Grundlage des Tausches, also das Geld, vom Staat zum Wohl seiner Bürger ausgegeben, oder wird das Geld von privaten Bankern zum eigenen Wohl kontrolliert, manipuliert und zur Versklavung der Massen eingesetzt ?

Ab dem 12. Jahrhundert führte die englische Staatskasse ihre Rechnungen mit Buch und Kerbholz, exchequer tallies genannt, und das fast unverändert bis in die zwanziger Jahre des 19. Jahrhunderts! Daher bildete sich von tally das Wort für "Steuer", tailage oder tallage, ähnlich wie frz. taille. Schon um 1300 wurden in England die tallies von der Staatskasse auch als Wechsel ausgegeben. So erhielt der Kellermeister Edwards I. einmal statt einer Zahlung ein tally als Anweisung auf einen Bürger von London. Von diesem, der selbst Schuldner der Staatskasse war, konnte er den aufgekerbten Betrag einziehen. Auf diese Weise enthob sich der Staat der lästigen Eintreibung von Schulden und befriedigte gleichzeitig seine Gläubiger: Ein bargeldloser Verkehr mit Kerbhölzern als Wechsel und Scheck. Lieh jemand der Englischen Bank Geld, so wurde über den Betrag ein tally geschnitten, von dem die Bank die Einlage foil behielt und der Gläubiger den stock bekam. Er wurde ein „stockholder” und besaß einen Bank-stock, was also einem staatlichen Wertpapier entspricht. Daher kommt der heutige Ausdruck „stocks“ für Aktien oder Staatsanleihen.

Die lange Verwendung der Kerbhölzer beruhte auf der relativ hohen Fälschungssicherheit dieses Speichermediums. Die Hölzer wurden als Doppelhölzer erstellt, d.h. der zu speichernde Wert wurde doppelt, einmal links und einmal rechts, aufgetragen. Im freien Bereich wurde die Identität des Schuldners eingetragen und die Restfläche durch eine Markierung gesperrt. Das Doppelholz wurde anschließend in der Mitte durchgeschnitten und die beiden Teile verblieben beim Geldgeber und beim Schuldner. Neue Marken konnten nicht hinzugefügt werden, da kein freier Platz mehr vorhanden war. Das Löschen einer Marke konnte sofort durch die Veränderung des Holzes erkannt werden. Außerdem konnte keines der beiden Teile durch ein neues ersetzt werden, da die beiden dann in der Mitte nicht mehr zusammenpassten.

Ein Währungssystem, was in England 726 Jahre funktioniert hat!

In vielen Gegenden haben sich Kerbhölzer bis in unsere Zeit erhalten. Teilweise haben sie Rechtswert erhalten, wenn auf der Basis der Einkerbung eine Forderung beruhte. So existiert im fränkischen und alemannischen Volksrecht die festuca, ein Stab, der bei Zahlungsversprechungen zwischen den Beteiligten gewechselt wurde. Wurde die aufgekerbte Schuld beglichen, dann wurde das Kerbholz entweder vernichtet (verbrannt) oder die Kerben ausgeschnitten, d.h. das Holz geglättet.

In der Alpenregion haben sich Kerbhölzer in Form von „Milchstäben“ (tavetsch tales) bis in das 20. Jahrhundert gehalten. Auch das heute noch übliche Aufschreiben von bestellten Getränken auf Bierdeckel in Form von Strichen und Kreuzen ist ein Relikt aus der Zeit der Kerbhölzer. :cheers:

Mit dem Aufkommen der Goldschmieden im 16. und 17. Jahrhundert entstand wieder ein Bankenwesen, beruhend auf ungedeckten Reserven. Eine glanzvolle Periode europäischer Geschichte kam damit langsam zum Erlöschen. Am 1. Juni 1694 endete der Wohlstand Englands durch die Gründung der Bank von England sowie der Einrichtung einer Institution für Staatliche Schuldverschreibungen. Die Privatbanken übernahmen die Finanzen der Krone.

Oder so:

Fast bargeldlos, aber glücklich

Denn hier regiert nicht Geld, sondern der Handel mit Schilfmatten, Muscheln und Wildschweinen den Alltag.

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/weltzeit/1150536/

#336
Wer im Voraus bezahlt macht keine Schulden und unterliegt deshalb auch keinem Zinszwang. D.h., er kann genau so viel konsumieren wie er er sich erarbeitet hat und muss keinen Mehrwert schaffen. Für viele Bereiche sicher das beste System.
zinsen stecken aber überall drin. in jedem Schraubenschlüssel sind zinsen versteckt drin, da die Firma auch rechnen muss. in Mieten beträgt der Zinsanteil fast 60 Prozent. in Apfelschorle stecken zinsen drin, selbst Kondome haben einen Zinsanteil. warum, weil wir ein Zinssystem haben. und wenn du keine direkten (Soll) Zinsen zahlst, weil die sooo viel Geld hast, stellst DU ein noch grösseres Problem für alle dar, da diese Zinsen, seien sie noch so klein, erwirtschaftet werden MÜSSEN.
#337
ich hab heute paar brötchen für die familie gekauft, ein ganz normales brot und ne tageszeitung, acht euro. in DM 16 Mark. in der ganz alten DM sind das fast 25 DeutschMark.dafür hat mal einer den ganzen tag geschwitzt.deflation?wo denn?
Du gibst dir ja die Antwort selbst...früher musste einer einen ganzen Tag schwitzen für ein Brötchen und eine Zeitung.Heute brauchst du eine halbe Stunde dafür.
niemand hat jemals für ein brötchen oder ne zeitung den ganzen tag schwitzen müssen. also bitte.wir haben eine deflation im bereich der technik, da hier produktionstechnik gepaart mit ausländischen löhnen starke verwerfungen hervorbringen. die aber nichts damit zu tun haben, dass was billiger wird. ein Tv gerät kannste heute nach 4 jahren wegschmeissen, gibts was neues. thema kaufrotation.alles andere wird, zins bedingt, teurer und teurer.
#338
in einem giralgeldsystem gibt es keine deflation.
Deflation = Sinkende GeldmengeSolange es die Notenbank nicht zulässt und Zinsen existieren nicht nein.
Deflation = Geldmenge minus BIPalles andere ist humbuck.nimm dir die Zahlen der letzten 10 jahre zur hand, dann weisst du warum wir gefühlt immer weniger imgelbeutel haben.
#339
Nein auch ich sehe die Welt nicht rosarot, trotzdem geht es der Welt besser als im Mittelalter.
Stimmt. Uns geht es besser als im Mittelalter. Das ist aber dem technischen Fortschritt, Produktivität und Synergien geschuldet. Nicht dem Geld.
Um was es mir geht (und kojak auch) ist, dass sich z.B. in Deutschland die Wirtschaftsleistung in den letzten 20 Jahren um 30% gesteigert hat, die Realeinkommen aber um 13% gefallen sind.

Das ist unfair, denn wenn dieselbe Anzahl an Menschen 30% mehr produziert, dann sollen sie auch 30% besser leben können.

Und wenn wir nach den Ursachen forschen, dann sehen wir, dass die Zusatz-Produktivität in die Taschen einiger weniger fliessen (das berüchtigte "1%"), deren Einkommen und Vermögen ohnehin das Mass dessen übersteigen, was ein Mensch verkonsumieren kann geschweige denn braucht.

DAS sind die Ungleichgewichte, die Verteilungsprobleme, die es zu lösen gilt. Und zwar bitteschön, bevor der Mittelstand weiterhin ausdünnt, weil mehr und mehr Mittelständler in die Unterschicht abdriften oder ganz aufgeben.
die wenigsten wissen von welchen mittelalter sie reden. die tun es ab, als barbarisch und kalt.
das mittelalter ging 900 jahre lang. aber 2 jahrzehnte internet, fuckphone, flatratsaufen hat

alles über bord geworfen.

heute wissen wir viel mehr, dank wikipedia und gooooogle...

danke fürs gespräch.

#340
ich hab heute paar brötchen für die familie gekauft, ein ganz normales brot und ne tageszeitung, acht euro. in DM 16 Mark. in der ganz alten DM sind das fast 25 DeutschMark.dafür hat mal einer den ganzen tag geschwitzt.deflation?wo denn?
Du gibst dir ja die Antwort selbst...früher musste einer einen ganzen Tag schwitzen für ein Brötchen und eine Zeitung.Heute brauchst du eine halbe Stunde dafür.
niemand hat jemals für ein brötchen oder ne zeitung den ganzen tag schwitzen müssen. also bitte.wir haben eine deflation im bereich der technik, da hier produktionstechnik gepaart mit ausländischen löhnen starke verwerfungen hervorbringen. die aber nichts damit zu tun haben, dass was billiger wird. ein Tv gerät kannste heute nach 4 jahren wegschmeissen, gibts was neues. thema kaufrotation.alles andere wird, zins bedingt, teurer und teurer.
Ich habe 2 Panasonic TV's, 16 und 20 Jahre. Funktionieren einwandfrei. 3 Handys Nokia zwischen 14 und 5 Jahren und funktionieren einwandfrei. Autoradio JVC 16 Jahre und es funktioniert.Die meisten Güter werden nicht teurer weil die bösen Banker schuld dran sind, sondern weil die Politiker unfähig sind ein geordnetes Budget zu machen. Kein Bürger kann sich solche Budgets leisten, aber die sooo verantwortungsbewussten Politiker können sich jedes Jahr noch mehr verschulden.Deutschland bekommt das billigste Benzin in Europa, an der Säule siehts allerdings anders aus.Klar wird alles teurer wenn der Staat die MwSt ständig erhöht... :dumm: Logisch verdienen Arbeitnehmer gefühlt immer weniger, wenn die Arbeitszeit ständig gekürzt und die Ferien erhöht werden.Ist das der Fehler des Systems??? Niemand hat Politiker und Staaten gezwungen sich zu verschulden. Niemand zwingt Bürger dazu sich zu verschulden. Wenn sich Leute nur mit einem grossen geleasten Auto und einem iPhone gut fühlen, ist das das Problem des Systems??? Wenn die Menschen immer dümmer werden ist nicht das System schuld.Logisch will ich einen Zins, wenn ich jemandem Geld auslehne (ausser Familie und Freunde). Mit den Zinsen kann ich die ausfälle einrechnen, die es zweifelslos geben wird.Ist das Zinseszinssystem schuld, wenn Banken, Hedgfonds und Kleinanleger wie wild mit CDS, CDO u.s.w. spekulieren oder die Politik weil sie den Banken alles erlauben???

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