Währungsreform: Weltuntergang oder Neuanfang?
1'158 Antworten344'532 AufrufeGestartet von Marcus Fabian ·
Habe in wirtschaftsfacts.de doch ein recht interessantes Interview mit Günter Hannich gefunden. Zwei Zitate daraus:
Nach der Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009 und der sich anschließenden Euro-Krise in diesem Jahr waren sich fast alle Marktbeobachter inklusive der Medien und Politiker sehr schnell darüber einig, dass wir eine „Inflation“ oder gar „Hyperinflation“ bekommen würden. Es wurde eine regelrechte Propaganda in den Massenmedien geführt, um den Leuten Angst vor einer Inflation zu machen.
Doch ganz vergessen wurde Im Rahmen dieser Diskussion, dass jede Wirtschaftskrise zuerst zu einer längeren Deflationsphase führt und erst zu einem viel späteren Zeitpunkt eine Inflation überhaupt möglich ist. Mittels dieser Propaganda wurden die Anleger nun in eine völlig falsche, sehr gefährliche Richtung gelenkt – sie sichern sich mit Immobilien- und Goldkäufen gegen eine vermeintliche Inflation ab und werden dann von der viel gefährlicheren Deflation überrollt werden.
Auch die Behauptung, dass Gold doch Geld wäre, ist falsch. Denn wäre Gold tatsächlich Geld, dann könnte man jetzt mit einem Krügerrand im Supermarkt einkaufen gehen. Doch die Kassiererin wird einen wegschicken mit den Worten: „Verkaufen Sie das erst mal“. Daran wird deutlich, dass Gold – nach Ende des Goldstandards – eben nichts anderes ist als ein normales Metall mit einem schwankenden Preis.Als armer Laie kann ich da nur noch aus Goethes "Faust"zitieren:
Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor;
Du hattest doch schon vor 6 Jahren (damals als "Förster" auf scn) den richtigen Riecher.Bei deiner Datensammlung könnte Zockerberg neidisch werden... :lol: Grussfritz
Habe in wirtschaftsfacts.de doch ein recht interessantes Interview mit Günter Hannich gefunden. Zwei Zitate daraus:Haben wir eine Wirtschaftskrise oder eine Finanzkrise?Die Wirtschaft ist doch nicht das Problem. Das Problem sind die Banken und Staaten.
Doch ganz vergessen wurde Im Rahmen dieser Diskussion, dass jede Wirtschaftskrise zuerst zu einer längeren Deflationsphase führt und erst zu einem viel späteren Zeitpunkt eine Inflation überhaupt möglich ist.
Zu einer Wirtschaftskrise kommt es nur, weil die Finanzkrise nicht bereinigt wird und diese nun Auswirkungen auf die Wirtschaft hat. Sprich: Die Wirtschaft muss Geld für Zinsen erarbeiten von dem sie nichts hat. Geld, das nicht produktiv eingesetzt, investiert ist sondern in irgendwelchen undurchsichtigen Finanzgeschäften herumzigeunert.
Kategorie drei: Staatskrise :DDamit dürftest Du Recht behalten:Krise #1, Dotcom-Krise 2001: Die konnte von der Fed noch alleine gestemmt werden. Aufwand: $740 Mrd.Krise #2, Finanzkrise 2008. Konnte von der Fed alleine nicht mehr bewältigt werden. Ausserdem ist diese Krise bereits weltweit. Die Staaten mussten einspringen um die Banken zu retten. Aufwand je nach Quelle geschätzte $8 - 13.6 Mrd.Krise #3: Wer rettet die Staaten?
Eigentlich ist das Problem ziemlich einfach und leicht verständlich:wo anders gelesen.
In den Demokratien haben Politiker Wählerstimmen gekauft, indem sie Gelder verteilten, die das Steueraufkommen nicht hergab. Um es trotzdem bezahlen zu können, haben sie als Staaten Kredite aufgenommen, die einen mehr, die anderen weniger. Auch die Bundesrepublik mit mehr als eine Billion Euro.
Weil es manchenorts ausartete und schon die Zinsen nicht mehr aufgebracht werden können, wie in Griechenland, gerät dieses Ponzi-Scheme in Zweifel und Banken, die ebenso wie Firmen und Privatleute da Geld reingesteckt haben, das Geld ihrer Firmen- und Privatkunden, werden jetzt als die Schuldigen "entlarvt".
Jetzt beschuldigen die Linken in der Welt erstmal die "reichen" Deutschen und die "geizige" Kanzlerin, dass sie nicht die ärmeren und noch hoffnungsloser überschuldeten südlichen Länder durch noch mehr deutsche Schuldenaufnahme raushauen.
Aber der nächste Schritt ist natürlich, dass man dieses üble kapitalistische System mit BIPs von $46.000 (USA) und $36.000 (BRD) durch sozialistische Systeme ersetzt, durch "gerechtere" Systeme. Dass deren BIPs ein Zehntel der kapitalistischen erreichen würden, wie gehabt in den verflossenen kommunistischen Diktaturen, ist den Propagandisten dieser Systeme, den Möchtegern-Nomenklaturen, natürlich völlig gleichgültig.
:cheers:
von daher auch keine hyperinflation, sondern ein schöner cut von 80 prozent. siehe griechenland.
wenn die schuldner keinen bock mehr haben, steigen preise auch nur dezent, und nicht dekadend.
"In einem Papiergeldsystem kann es keine Deflation geben, denn Geld kann in beliebiger Menge kostenlos gedruckt werden".was ja nicht zwangsläufig zu inflationen von 13 prozent p.a. führen muss, oder? diese ganze geldpumperei hat ja dazu geführt, doof jones und nasdaq oben zu halten. momentan dient es dazu zwei drittel der neu emitierten anleichen selbst aufzukaufen. die ezb fängt nun auch damit an. ESM oder wie der neue dreck heisst, ist doch nichts weiter als UDSSR 2.0 - wobei, ganz stimmt das auch nicht. im komminismus wird verstaatlicht und dann kaputt gemacht. wir machen zuerst alles kaputt und verstaatlichen dann. eigentlich sind wir momentan dummer als die russen damals.
Sinneswandel?
:lol:
aber hauptsache wir können die nachrichten zu den themen heute schön auf full HD gucken. das macht uns stark und kräftigt.
hyperinflation und bald fällige Reform haben wir übrigens demnächst bei den GEMA gebühren.
Das schlimmste an der Krise ist nicht der Vertverlust von anlagen oder Bargeld, es ist der Verlust von Freiheit und Demokratie....http://diepresse.com/home/wirtschaft/in ... l/index.do
was ja nicht zwangsläufig zu inflationen von 13 prozent p.a. führen muss, oder?Nein, natürlich nicht. Hyperinflation ist zwar etwas, das zu 100% in eine Währungsreform führt aber eine WR oder ein Schuldenschnitt (kommt ja auf dasselbe heraus) können auch ohne Hyperinfla beschlossen und durchgezogen werden.Probleme sehe ich allerdings bei der Marktpsychologie: Wenn "aus dem Nichts heraus" eine WR durchgezogen wird und die breite Masse die Hintergründe nicht versteht, können die verantwortlichen Politiker ihre Wiederwahl vergessen. Bei einer Hyperinfla hingegen schreit das Volk geradezu nach einer WR und der Politiker, der sie durchzieht, steht als Held und Retter da.Von daher ist - vorsichtig formuliert - ein gewisser Leidensdruck nötig, damit das Volk eine WR akzeptiert oder gar wünscht.
Nein, natürlich nicht. Hyperinflation ist zwar etwas, das zu 100% in eine Währungsreform führt aber eine WR oder ein Schuldenschnitt (kommt ja auf dasselbe heraus)Wiso sollte eine WR und ein Schuldenschnitt dasselbe sein? Während bei einer WR die Währung wechselt und auch zB. Vermögen auf Sparkonti "vernichtet" werden, ist dies bei einem Schuldenschnitt nicht der Fall. Griechenland hatte einen Schuldenschnitt, aber keine WR. Die bezahlen (noch) in Euro, und wer vorher 10'000 Euro auf dem Sparkonto hatte, besitzt die auch jetzt noch.
Richtig. Es ist nicht dasselbe. Deshalb habe ich ja auch nur geschrieben "komt auf dasselbe heraus" und nicht: "ist dasselbe".Das Ergebnis ist nämlich ähnlich: Es geht in beiden Fällen darum, die Schulden abzubauen und Geldvermögen zu vernichten. Ob man danach noch die alten grünen oder die neuen blauen Zettel verwendet ist sekundär. Ändert man die Zettel ist's eine Währungsreform ansonsten nur ein Schuldenschnitt.Eine Währungsreform ist allumfassend. Es ist ein Schuldenschnitt über den gesamten Währungsraum. Deshalb muss man sicherstellen, dass danach die alten Zettel nicht mehr verwendet werden und in einem festgelegten Wechselkurs gegen neue Zettel getauscht werden müssen.Ein Schuldenschnitt kann begrenzt sein. Zum Beispiel indem nur die Staatsschulden entwertet werden, alles andere aber gleich bleibt. (Also Unternehmensschulden, Privatschulden etc.). Wäre mir aber nicht bekannt, dass so etwas jemals vorgekommen ist. Der griechische Schuldenschnitt ist nur teilweise ein Schuldenschnitt. Hier ging es ja darum, die Gläubiger dazu zu bewegen, alte Papiere gegen neue zu tauschen und die Differenz als Verlust abzuschreiben. Entsprechend wirkt der Schuldenschnitt (aus griechischer Sicht) nur nach aussen: Die Auslandsschulden nehmen ab. Im eigenen Land ist es ein Nullsummenspiel.Man könnte auch noch darüber diskutieren, ob es nach einer WR überhaupt noch Bargeld geben wird oder nur noch Geld als Informationseinheit. Also Kontoüberweisung, EC-Karte, Kreditkarte, Cash-Card ...
Ich kann mir einen Schuldenschnitt durhaus vorstellen. Oder komplette Staatsbankrotte, was ja auch keine Seltenheit darstellt. Alle Länder kämpfen mit Schulden, aber Sie sind nicht überall im selben Sektor überboardet. Griechenland, Portugal etc. sind klar die Staatsschulden das Hauptproblem. Spanien und Irland eher der Privatsektor. In den USA zB. haben vor allem der Staat und Privatpersonen eine zu hohe Schuldenquote. Der Unternemenssektor sieht eigentlich ganz okay aus.Mit Schuldenschnitte könnten die Probleme gezielter angegangen werden.
Mit Schuldenschnitte könnten die Probleme gezielter angegangen werden.Das ist richtig, hat aber mehrere Nachteile:1. Es ist ungerecht: Angenommen der Staat und die Unternehmen werden ihre Schulden los, die Privaten aber nicht? Die würden wohl auf die Barrikaden gehen.2. Es bringt Verwerfungen: Vielleicht haben Private Anleihen bei Unternehmen und Staat, mit denen sie ihre Schulden besichert haben. Nun werden ihre Sicherheiten wertlos, die Schulden aber bleiben? 3. Aus Punkt 2 ergibt sich, dass die Privaten nach einem Schuldenschnitt die Möglichkeit haben, wieder zu sparen. Die meisten von uns sind ja nicht nur via AHV sondern auch über PK und Lebensversicherung in Anleihen von Staat und Unternehmen indirekt investiert. Auch die Kombination Schuldenschnitt für Staat/Private, nicht aber für die Unternehmen, funktioniert nicht. Die Unternehmen (Banken) müssten dann ihre Staatsanleihen und die vergebenen Privatkredite abschreiben, wären aber gegenüber der Zentralbank immer noch in der Schuld?Man könnte jetzt gedanklich alle 8 Kombinationen durchspielen: (Staat, Unternehmen, Private - jeweils Ja/Nein für Schuldenschnitt)Die einzige Kombination, die wohl klappen würde wäre Schuldenschnitt für Unternehmen und Private. Von den Schulden befreit könnten die Steuern erhöht und damit der Staat saniert werden.Unter dem Strich bleibt natürlich nach wie vor das Problem, der Geldmenge, die durch Wirtschaftswachstum verzinst werden muss. Warum also nicht gleich einen Schuldenschnitt auf allen Ebenen und danach entweder wieder schuldenfrei bei Null anfangen, das bestehende System verbessern oder gar ein neues System einführen, das keine systemisch begrenzte Lebensdauer von etwa 70 Jahren hat?
Das beruht auf der Annahme, dass jeder Private mehr Schulden als Guthaben hat. Ich weiss nicht, ob eine Unternehmung einer Streichung der Schulden zustimmt, wenn Sie bilanztechnisch kerngesund und praktisch Schuldenfrei ist. Ebenso ein Privater.Mit Schuldenschnitte könnten die Probleme gezielter angegangen werden.Das ist richtig, hat aber mehrere Nachteile:1. Es ist ungerecht: Angenommen der Staat und die Unternehmen werden ihre Schulden los, die Privaten aber nicht? Die würden wohl auf die Barrikaden gehen.
2. Es bringt Verwerfungen: Vielleicht haben Private Anleihen bei Unternehmen und Staat, mit denen sie ihre Schulden besichert haben. Nun werden ihre Sicherheiten wertlos, die Schulden aber bleiben?Da die Unternehmen über das Gros gesehen gesund finanziert sind (bankensektor ausgeschlossen), wären diese nicht von einem Schuldenschnitt betroffen. (zumindest nicht bei Ihren ausgegebenen Anleihen). Ausserdem beschaffen sich die wenigsten Unternehmen mit ein Lomardkredit Liquidität. Verpfändung von Liegenschaften, Maschinen etc. sind da üblicher. Wer als Werkzeughersteller oder Kassenarbeiterin bei Coop noch PIIGS Anleihen hält sollte entweder schleunigst den Bankberater wechseln oder ist ganz einfach selber schuld. Nur weil einige falsch angelegt haben, sollten nicht alle dafür bezahlen. Ausnahme sind die Vorsorgesituation. Entweder man muss auch hier mit dem Verlust leben. Alternativ ist mir ein AHV Bailout lieber als das laufende "gutes Geld schlechtem nachwerfen"
Man könnte jetzt gedanklich alle 8 Kombinationen durchspielen: (Staat, Unternehmen, Private - jeweils Ja/Nein für Schuldenschnitt)Die einzige Kombination, die wohl klappen würde wäre Schuldenschnitt für Unternehmen und Private. Von den Schulden befreit könnten die Steuern erhöht und damit der Staat saniert werden.Da kannst du auch argumentieren, dass der Schuldenfreie Staat die gesamte Zinsbelastung investieren könnte. Man kann es sich leisten Konjunkturpakete aufzulegen oder die Steuern zu senken, was den Privaten oder den Unternehmen hilft. Ob dies reichen wird sei dahingestellt. Für mich sind ein Schuldenschnitt der betroffenen Staaten & gleichzeitige Abwicklung der Banken durchaus eine Möglichkeit. Ganz nach dem Motto:1. Der Häuslebesitzer kann seinen Kredit nicht mehr bezahlen2. Die Bank kann Ihre Schulden nicht mehr bezahlen, wird vom Staat gerettet3. Der Staat kann seine Schulden nicht mehr bezahlen Daraus gibt es Variante 1: - Er wird von der Zentralbank durchgefüttertVariante 2: Er bezahlt seine Schulden nicht mehr, bzw. nicht mehr die Gesamtschuld (Bankrott / Schuldenschnitt)
Dass es ungerecht wird - egal, was man macht - darüber sind wir uns sicher alle einig.Frage hierzu:
Ganz nach dem Motto:1. Der Häuslebesitzer kann seinen Kredit nicht mehr bezahlen2. Die Bank kann Ihre Schulden nicht mehr bezahlen, wird vom Staat gerettet3. Der Staat kann seine Schulden nicht mehr bezahlenWarum die Banken retten? Warum nicht die Häuslebesitzer retten, damit sie ihre Hyp zahlen können? Damit wäre auch die Bank gerettet.Klar ist auch das ungerecht: Die Mieter finanzieren die Hausbesitzer.
Warum die Banken retten? Warum nicht die Häuslebesitzer retten, damit sie ihre Hyp zahlen können? Damit wäre auch die Bank gerettet.Klar ist auch das ungerecht: Die Mieter finanzieren die Hausbesitzer.Warum Häuslebesitzer retten, der sich völlig überschuldet hat und nicht die Bank, die sich verzockt hat? Not gegen Elend, das eine ist ein Blankcheck zur Spekulation, dass andere ein Blankocheck zu mehr Konsum, als man sich leisten kann. Stell dir vor, dein Nachbar erhält vom Staat die Zinsen für sein Haus, weil er es nicht mehr bezahlen kann. Ich würde mir schnell ein Sportwagen kaufen, 3 Wochen in die Karibik auf Kreuzfahrt gehen, einen Riesenflat auf Pump anschaffen und anschliessend zum Staat rennen, ich kann meine Zinsen nicht mehr bezahlen. Wer soll das alles kontrollieren? Das wird ein riesen Papiertieger, nicht mal alle Staatsangestellten aus Griechenland könnten dies bewältigen, sofern Sie den arbeiten würden. Wiso überhaupt jemand retten? Ich bin es genau so leid als Steuerzahler für die Zockergeschäfte gerade zu stehen, wie für die Rechenschwäche meines Nachbars.
Ich denke, wir sind uns alle einig, dass man sowohl die Zockerbank als auch den sportwagenfahrenden Häuslebesitzer in den Bankrott gehen lassen soll.Wenn man aber einen von beiden retten will, dann ist die Rettung des Häuslebesitzers meiner Meinung nach viel effizienter.1. rettet man damit Häuslebesitzer UND Banker2. vermeidet man damit, dass noch mehr Häuser auf den Markt geworfen werden und die Preise implodieren
dann ist die Rettung des Häuslebesitzers meiner Meinung nach viel effizienter.1. rettet man damit Häuslebesitzer UND BankerEs gibt keine Generallösung für Krisen. Im Falle Spaniens, dass am Platzen der Immoblase leidet könnte dies eventuell in Bezug auf die Regionalbanken funktionieren. Aber da ist die Immoblase längst geplatzt und Sergio ist arbeitslos. Bezogen auf die Finanzkrise 2008 (insb. USA) sehe ich in diesem Modell beschränkte Wirkung. Der Immomarkt war zwar des Uebels Wurzel, aber die grossen Verluste der Banken waren im Investementbanking zu verzeichnen. Da nützt es nichts, den Häuslebesitzer zu retten.Mein Hauptargument dagegen: es ist wohl einfach kompliziert und zu aufwändig. Während der Finanzkrisen waren nahezu 10 Mio. Eigenheimbesitzer überschuldet. Allein in den USA! Der Aufwand unter Zeitdruck all jenen zu helfen, die tatsächlich Probleme haben und all jene herauszufiltern, die sich nur an der Tanke des Staates das Konto auffüllen halte ich für sehr schwierig. Da ist es einfacher (wenn wohl auch nicht besser) einfach den Bankentopf von oben mit Kohle zu füllen. Vielleicht würde das ganze mit entsprechender Vorbereitung funktionieren. Der Staat filtert Eigenheimbesitzer mit einem max. Einkommen und max. Vermögen (beides muss unter einer zu definierenden Schwelle liegen) heraus und hilft mit gezielten Steuererlässen. Aber dieses Programm müsste wohl stehen, um in der Not schnell handeln zu können. Weil wenns brennt, dann brennts, da ist keine Zeit für Wochenlange Diskussionen. Aber auch hier gäbe es wohl einige Profiteure. Ausgerechnet all jene, die von Ihrem Vermögen die Hälfte Schwarz haben werden gefüttert, der ehrliche Bürger muss die Zeche selber bezahlen.
Da ist es einfacher (wenn wohl auch nicht besser) einfach den Bankentopf von oben mit Kohle zu füllen.Aus Sicht des Joe Sixpack, der jetzt aus seinem überteuerten Haus rausgeschmissen wird und jetzt in eine Mietwohnung zieht:Sofern er noch das Glück hat, einen Job zu haben, zahlt er Steuern mit denen seine Bank vom Staat die Verluste ersetzt kriegt. Er bezahlt also indirekt entweder jetzt über Steuern oder später über Inflation die Bank, die ihn rausgeschmissen hat.Aus Sicht der effizienten Nutzung von Ressourcen: Ein unbewohntes Haus verfällt. Spätestens dann, wenn es im Winter nicht beheizt wird. Nur wenige Banken haben das Geld, die teilweise unverkäuflichen Häuser (oft sind es ganze Siedlungen, die zu Geisterstädten werden) noch weiter zu unterhalten und zu pflegen. Wenn ein Ausserirdischer von oben auf uns runter schaut und sieht, dass Menschen in Zeltstädten leben und nebenan leerstehende Häuser verfallen, wird er zu Recht den Kopf schütteln.
Der Immomarkt war zwar des Uebels Wurzel, aber die grossen Verluste der Banken waren im Investementbanking zu verzeichnen. Da nützt es nichts, den Häuslebesitzer zu retten.Die Verluste im Investmentbanking sind ja genau durch diese zerstückelten Hypothekenpakete entstanden. Hypotheken der Kleinbanken wurden von den Grossbanken aufgekauft, in Pakete geschnürt und dann weltweit an Investoren verkauft. Notabene waren es vor allem Europäer, die sich diese toxischen Pakete andrehen liessen. Nicht nur Banken sondern auch Komunen und Pensionskassen. Somit ist die geplatzte US-Immoblase auch der Auslöser der Euro-Probleme. 2001 hatte Spanien noch Schulden in Höhe von 25% GDP. Heute sind's über 100%.Damit Du mich nicht falsch verstehst: Ich behaupte nicht, dass die - durchaus ungerechte - Hilfe für Immobilienbesitzer mit einer Unterwasser-Hypothek die Finanzkrise verhindert hätte aber sie wäre milder verlaufen und vor allem: Sie hätte weniger Auswirkungen auf die Wirtschaft gehabt. Denn so wie es jetzt gelaufen ist, wurde ein Teufelskreis der Depression losgetreten: Familien sind verschuldet, fallen also weitgehend als Konsumenten aus. Dadurch sinkt die Wirtschaft, die Arbeitslosigkeit steigt, zu den Schulden kommt jetzt noch der Verlust der Arbeit. Also noch weniger Konsum, weniger Steuereinnahmen, steigende Sozialkosten. Somit steigende Staatsverschuldung und die Spirale dreht sich weiter nach unten. Deflation der Geldmenge in der materiellen Welt und Inflation der Geldmenge in der virtuellen Finanzwelt. Das kann's schlicht nicht sein!Daraus ergibt sich als logische Konsequenz, dass Joe Sixpack auf die Banken und die Regierung nicht sonderlich gut zu sprechen ist. Das erste Ergebnis ist die Occupy-Bewegung, die meiner Meinung nach erst noch am Anfang steht. Die Reaktion darauf: Die Banken sponsern mit Millionen-Beträgen die New Yorker Polizei und rüsten sie auf, damit die Polizei die Banken vor den Occupy-Demonstranten schützen kann. Notabene mit exakt jenen Steuergeldern, die die Banken vom Steuerzahler bekommen haben. Also auch hier ein Kreislauf der Verhärtung zwischen oben (Staatsmacht, Banken) gegen unten.Wenn das so weiter geht, wird es in den USA zu ähnlichen Auseinandersetzungen kommen wie in Griechenland oder Spanien.
Aus Sicht des Joe Sixpack, der jetzt aus seinem überteuerten Haus rausgeschmissen wird und jetzt in eine Mietwohnung zieht:Sofern er noch das Glück hat, einen Job zu haben, zahlt er Steuern mit denen seine Bank vom Staat die Verluste ersetzt kriegt. Er bezahlt also indirekt entweder jetzt über Steuern oder später über Inflation die Bank, die ihn rausgeschmissen hat.Gegenfrage: Findest Du gerecht, dass Joe Sixpack über seine Verhältnisse gelebt hat, während Du selber Dir halt nicht alles geleistet hast und Du nun siehst, dass Joe Sixpack nun noch "belohnt" wird, weil er zu viel ausgegeben hat? Die Gläubiger von Joe Sixpack sind doch selber Schuld, denn sie haben ihm erst ermöglicht, dass er über seine wirtschaftlichen Verhältnisse gelebt hat. Dann sollten sie auch ihre Konsequenzen tragen. Vielleicht hatte Joe Sixpack auch folgende Einstellung gehabt ganz nach dem Motto von Homer Simpson: "Niemand hat mir gesagt, dass ich der Bank aus ausgeliehene Geld wieder zurückbezahlen muss!"
Die Verluste im Investmentbanking sind ja genau durch diese zerstückelten Hypothekenpakete entstanden. Hypotheken der Kleinbanken wurden von den Grossbanken aufgekauft, in Pakete geschnürt und dann weltweit an Investoren verkauft.Das ist ja genau das Problem, diejenigen, die Joe Sixpack die Kredite gewährt haben, müssen den finanziellen Schaden nicht selber tragen, da sie diesen auf die ganze Welt verteilt haben. Aber sind diese Käufer nicht selber Schuld? Haben sie die Produkte nicht auf ihre Risiken geprüft? Es hat sie auch niemand gezwungen, diese Produkte zu kaufen.
Damit Du mich nicht falsch verstehst: Ich behaupte nicht, dass die - durchaus ungerechte - Hilfe für Immobilienbesitzer mit einer Unterwasser-Hypothek die Finanzkrise verhindert hätte aber sie wäre milder verlaufen und vor allem: Sie hätte weniger Auswirkungen auf die Wirtschaft gehabt. Denn so wie es jetzt gelaufen ist, wurde ein Teufelskreis der Depression losgetreten: Familien sind verschuldet, fallen also weitgehend als Konsumenten aus. Dadurch sinkt die Wirtschaft, die Arbeitslosigkeit steigt, zu den Schulden kommt jetzt noch der Verlust der Arbeit. Also noch weniger Konsum, weniger Steuereinnahmen, steigende Sozialkosten. Somit steigende Staatsverschuldung und die Spirale dreht sich weiter nach unten.Warum gibt es eine Spirale nach unten? Weil die Konsumenten gestern das verkonsumiert haben, was sie eigentlich erst heute konsumieren hätten können. Auch wenn es sehr schmerzhaft ist, muss doch aus der Schuldenkrise folgende Erkenntnis folgen: Man soll nicht über seine Verhältnisse leben (aus der Sicht Joe Sixpacks) und man soll genau prüfen, wem man wie viel Geld auslehnt (aus Sicht der Gläubiger). Und dieser Prozess ist sehr schmerzhaft und wird vermutlich auch lange dauern. Ich befürchte, dass gerade mit all den staatlichen Eingriffe der Leidensdruck zu gering ist, um diese Erkenntnis zu reifen.
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