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Währungsreform: Weltuntergang oder Neuanfang?

1'158 Antworten344'532 AufrufeGestartet von Marcus Fabian ·

#561
Die Banken sind so was wie das Fundament einer Piramide, denk ich mal. (Erst recht in einer überschuldeten Welt)
Ich halte diesen Vergleich für eben so anschaulich wie falsch. Muss allerdings zugeben, dass das viele (vor allem von Banken eingeschüchterte Politiker) so sehen.Tatsache ist jedoch, dass unsere Wirtschaft von Menschen lebt, die Säen, ernten, etwas zusammenschrauben, aus Stahl und Plastik Autos bauen und gute Ideen haben. Die Banken sind dabei "nur" die Institute, die dafür zu sorgen haben, dass die mit Geld und ohne Ideen mit jenen mit Ideen aber ohne Geld zusammengeführt werden.Banken haben sicherlich eine wichtige Aufgabe. Aber die nehmen sie nur noch am Rande und ziemlich lustlos war (aka. Private-Banking) und zocken lieber im grossen Casino (Investment-Banking). Ich meine, wir könnten gut auf 50-70% der Banken verzichten. Die Rest-Kapazität würde immer noch ausreichen, das Geld fliessen zu lassen.Allerdings dann nur noch das Geld, das die Wirtschaft effektiv braucht und nicht mehr die zusätzlichen Billionen gratis-gedruckter Pumpenkohle.
#562
Könnte? Also ich sehe neben dem ESM noch ganz andere garantiert undemokratische Dinge ;) kurz, der ganze EU Apparat :lol:
Immer schön ein Schritt nach dem anderen ;)
#563
Die Banken sind so was wie das Fundament einer Piramide, denk ich mal. (Erst recht in einer überschuldeten Welt)
Ich halte diesen Vergleich für eben so anschaulich wie falsch. Muss allerdings zugeben, dass das viele (vor allem von Banken eingeschüchterte Politiker) so sehen.Tatsache ist jedoch, dass unsere Wirtschaft von Menschen lebt, die Säen, ernten, etwas zusammenschrauben, aus Stahl und Plastik Autos bauen und gute Ideen haben. Die Banken sind dabei "nur" die Institute, die dafür zu sorgen haben, dass die mit Geld und ohne Ideen mit jenen mit Ideen aber ohne Geld zusammengeführt werden.Banken haben sicherlich eine wichtige Aufgabe. Aber die nehmen sie nur noch am Rande und ziemlich lustlos war (aka. Private-Banking) und zocken lieber im grossen Casino (Investment-Banking). Ich meine, wir könnten gut auf 50-70% der Banken verzichten. Die Rest-Kapazität würde immer noch ausreichen, das Geld fliessen zu lassen.Allerdings dann nur noch das Geld, das die Wirtschaft effektiv braucht und nicht mehr die zusätzlichen Billionen gratis-gedruckter Pumpenkohle.
Du gehst aber von einem Zustand aus, welcher nicht der gegenwärtigen Situation entspricht.Die Banken sind ja nicht von heute auf morgen so gross und mächtig geworden. Je mehr Kohle im System ist, desto mächtiger werden die Banken, die Schnittstellen von Schulden und Krediten. Wenn jetzt mehrere grosse Banken pleite gehen, kommen ja all die Kredite und Hypotheken in die Konkursmassen und können auch nicht mehr verlängert werden. Was doch heisst, dass jetzt eine Kettenreaktion ausgelöst würde, da all die Kredite und Hypos zurückbezahlt werden müssten. Was aber nicht möglich wäre. Somit löste das eine Pleitewelle aus. Daher kann ich eben die Politiker schon verstehen, wenn sie die Banken retten, da sie sich fürchten vor dem möglichen Chaos.Richtig finde ich es auch nicht deswegen. Bin aber soweit froh, dass ich das nicht entscheiden muss, ob man die Banken fallen lässt. Denn ob das so reibungslos ablaufen würde, wie du das ja auch schon beschrieben hast, da bin ich mir nicht sicher. Einig bin ich mit dir, dass etwas faul ist am Verhältnis zwischen Finanzderivaten und tatsächlicher Wertschöpfung. Auch suspekt finde ich das Verhältnis der Politik zu den Banken.Immerhin hat jetzt die SNB der CS mal auf die Finger geklopft und die mussten spuren. ;)
#564
Du gehst aber von einem Zustand aus, welcher nicht der gegenwärtigen Situation entspricht.Die Banken sind ja nicht von heute auf morgen so gross und mächtig geworden.
Da hast Du natürlich recht. Die Macht der Banken beruht auf einem aufgeblähten Geldhaufen. Wird dieser Haufen reduziert, reduziert sich auch die Macht der Banken wieder. Banken sind weitaus grösser als sie es als Geld- und Kreditinstitute eigentlich sein müssten.Geht so ein Moloch Pleite, hat das selbstverständlich Auswirkungen. Aber ich meine, die würden wir relativ einfach in den Griff kriegen.Siehe auch hier: viewtopic.php?p=14209#p14209Kurz: Man müsste lediglich die Schalter offen halten, die Bankomaten weiter befüllen und den ganzen Private-Banking-Bereich operativ am Leben halten, während der Konkurs abgewickelt und das Investment-Banking in den Konkurs geführt wird. Die Bankangestellten des Private-Banking würden weiter arbeiten wie immer und bekämen halt den Lohn vom Staat, bis alles abgewickelt ist.Das halte ich für durchaus machbar.
#565
Kurz: Man müsste lediglich die Schalter offen halten, die Bankomaten weiter befüllen und den ganzen Private-Banking-Bereich operativ am Leben halten, während der Konkurs abgewickelt und das Investment-Banking in den Konkurs geführt wird. Die Bankangestellten des Private-Banking würden weiter arbeiten wie immer und bekämen halt den Lohn vom Staat, bis alles abgewickelt ist.Das halte ich für durchaus machbar.
Für mich ist das ein Graubereich wo ich nicht durchblicke. Also die Risiken der Banken sind ja nicht nur im Investmentbanking.In Spanien dürften es eher faule Kredite und Hypos sein. So würde also ein Bankrott einen Rattenschwanz nach sich ziehen. Bei einer Verstaatlichung müsste ja der Staat dann diese Risiken übernehmen, weil es sonst zu massenhaften Pleiten kommt. Also wären die Risiken immer noch vorhanden und der Staat ist finanziell ja auch angeschlagen.Dann ist es doch auch so, dass alle derivaten Konstrukte einen Bezug zu real existierenden Werten haben.Z.B. Hypos, Kredite, Staatsanleihen, Aktien, Rohstoffe etc. Müssten also mehrere Banken den Kassensturz machen und diese Dinge liquidieren, könnte es zu sehr bösen Überraschungen kommen, was die Folgen anbelangt. Aber wie gesagt, ich schau da nicht durch. Klar scheinen diese Investmentbanken viel zu gross und mächtig geworden zu sein. Die Staaten haben es meiner Meinung nach versäumt, ihnen strengere Regeln zu diktieren, als sie ihnen 2008 helfen mussten zu überleben. Und da kann man schon zu Verschwörungsfantasien gelangen, wenn man sich fragt, weshalb war das möglich. Bei Henry Paulson sowieso. :evil: ......der grösste Bank-raub aller Zeiten :D Nur wurden dabei nicht die Banken geplündert. :mrgreen:
#566
Für mich ist das ein Graubereich wo ich nicht durchblicke.
Das dürfte wohl für jeden ein Graubereich sein. Deshalb haben die Politiker ja auch so wahnsinnige Angst vor Bankenpleiten und glauben auch an die von den Banken dargestellten Untergangsszenarien. Im Prinzip ist die Situation heute aber nicht anders als 1637 in Holland (*). Nur hat damals der Staat "Nein" zu Banken-bailouts gesagt. Der Weltuntergang ist nicht eingetreten und es haben weniger Banken Pleite gemacht als die Schreckenszenarien gemalt hatten. Die Wirtschaft ist während der Krise völlig normal weitergelaufen. Trotz Bankenpleiten.
In Spanien dürften es eher faule Kredite und Hypos sein. So würde also ein Bankrott einen Rattenschwanz nach sich ziehen. Bei einer Verstaatlichung müsste ja der Staat dann diese Risiken übernehmen, weil es sonst zu massenhaften Pleiten kommt. Also wären die Risiken immer noch vorhanden und der Staat ist finanziell ja auch angeschlagen.
Aha. Na und?Leute haben Häuser gebaut und leben darin. Die Menschen arbeiten und zahlen für ihre Häuser. Vielleicht nicht in Euro sondern in Peseten, vielleicht auch in einer noch zu definierenden Währung. Na und?Wie haben denn die Banken die Hypotheken finanziert? Antwort: So wie jede Bank eine Hypothek finanziert: Indem sie den Kreditvertrag als MBS an die Zentralbank gibt und die dafür Geld druckt. Geht die Bank Pleite, ist der Häuslebauer das Geld halt der Zentralbank schwach oder irgend einer Bank, die der Zentralbank den Schuldschein abkauft. Aber warum sollte das irgend jemanden stören?Wichtig für die Wirtschaft ist lediglich, dass der Bauunternehmer, der Handwerker, der das Haus gebaut hat, für seine Leistung entschädigt wurde.
Dann ist es doch auch so, dass alle derivaten Konstrukte einen Bezug zu real existierenden Werten haben.
Hmm, 700 Billionen Dollar Derivate sollen also einen realen Bezug haben auf einem Planeten mit 50 Billionen BSP?Oder haben diese Derivate noch Bezug zu Planeten, von denen ich nichts weiss?---(*) Als 1637 die Tulpenzwiebel-Blase in Holland platzte, sind die Spekulanten und Banker zum Staat gerannt und wollten einen Bailout.Begründung damals wie heute: Wenn wir das Geld nicht kriegen, wird es zum wirtschaftlichen Zusammenbruch Mitteleuropas (nicht nur Hollands!) kommen.Die Regierung hat zwei Tage über das Ansinnen nachgedacht und danach folgende Regierungserklärung verfasst:
Die Tulpenzwiebel-Spekulationen sind in einer Art Fieber zustande gekommen, also im Zustand der Unzurechnungsfähigkeit. Bei Spielsucht ist aber nicht der Staat zuständig, sondern der Arzt.
Die Banker haben nichts bekommen und viele haben das einzig richtige getan: Sie haben sich vor die nächste Pferdekutsche gestürzt.Der Wirtschaft hat es überhaupt nicht geschadet. Es gab ja noch genügend seriöse Banker, die überlebt hatten und dass einige Banker ihr ganzes Vermögen verloren hatten, war für die Wirtschaft als Ganzes irrelevant.
#567
Wieviel dieser Derivate verfallen mit $0? :?
Bis zu 90%. Wir haben das vor einem knappen Jahr mit Hilfe eines sehr erfahrenen Investmentbankers (K3000) ausgerechnet. Seiner Aussage nach (ich glaube das mal) liegt das Netting bei 10-20%.Sprich: Wir sprechen von effektiv 70-140 Billionen, die beim Platzen der Blase fällig würden. Also immer noch weitaus mehr als das globale BSP.
Link please für diese 700er wäre auch mal cool :ok:
Zerohedge: 707 Billionen (Juli 2011)Offizielle Zahlen der BIZ sind etwas älter und sprechen von 628 Billionen (Seite 10/21, Table 4)
#568
Dann ist es doch auch so, dass alle derivaten Konstrukte einen Bezug zu real existierenden Werten haben.
Hmm, 700 Billionen Dollar Derivate sollen also einen realen Bezug haben auf einem Planeten mit 50 Billionen BSP?Oder haben diese Derivate noch Bezug zu Planeten, von denen ich nichts weiss?
Also, dass bereits Derivate auf Mars oder Mondinvestments gehandelt werden glaube ich kaum.Somit müssen sie ja alle irgendwie auf diesem Planeten angesiedelt sein.Wie das sich soo weit entfernen konnte von den tatsächlich geschaffenen Werten, das wissen die Geier. :mrgreen:
#569
Ich sehe deshalb hier keine Blase oder dem gleichen sondern NICHTS.
Eine Blase wird doch erst zur Blase wenn sie geplatzt ist. Man sieht sie im Nachhinein. Wo die Blase sich im Jetzt gebildet hat ist schwieriger zu lokalisieren. Doch angesichts der Geldschwemmen der Zentralbanken und den tiefen Zinsen sind Blasenbildungen die logische Konsequenz. Was Blasen auszeichnet, sie platzen immer, aber oft dann, wenn die Wenigsten damit rechnen.
#570
Wenn wir z.B. einen Weltmarkt von 100kg Kartoffeln haben und davon 50 oder maximal 90kg über Derivate abgesichert werden (d.h. der Bauer verkauft seine Ernte im Voraus und fixiert mit dem späteren Abnehmer bereits jetzt den Preis), dann ist das eine coole und sinnvolle Sache.Wenn aber 120kg oder 200kg oder gar 400kg derart abgesichert werden, - also mehr, als es überhaupt Kartoffeln gibt - dann kann man durchaus auch vor dem Platzen von einer Blase sprechen."Blase" ist vielleicht nicht das richtige Wort. Normaler Weise verwenden wir ja den Begriff "Blase", wenn wir von weitaus überhöhten Preisen eines Produktes sprechen. Hier sind es nicht die Preise sondern die Mengen, die die Blase bilden.

#571
Die Banken sind so was wie das Fundament einer Piramide, denk ich mal. (Erst recht in einer überschuldeten Welt) Wenn sie hopps gehen, kollabiert wohl das ganze Gebilde. Mindestens wird dies, das Argument sein, nach welchem gehandelt wird. Ich kann mir auch nicht vorstellen, was für Folgen dies hätte, würden grosse Banken bankrott gehen und der Staat würde nicht eingreifen. Im Fall von Spanien sagte ein Oekonom im TV, dass es viel billiger sei die Banken zu retten, als die Folgen wären, wenn die pleite machen.Das Absurde dabei ist, dass es sich ja um private Unternehmen handelt, deren Geschäft geradezu die freie Marktwirtschaft als Grundlage hat. Doch wird diese ausgehebelt, wenn Banken vom Staat gedeckt werden. Gerade auch angesichts der ganzen Boni-Exzesse in dieser Branche, zeigt sich hier ein Abgrund in der Mentalität. (welcher aber nicht auf die Banken beschränkt ist). :roll:Die Banken werden kaum fallen gelassen und die Banker wissen dies. :mrgreen:
aua....selbst konservative Banken haben max. 8 Prozent Eigenkapital.sprich, durch einen lustigen Trick im system scheffeln die Geld durch nichtstun. Kreditanfragen bearbeiten, Geld von der EZB holen für unter 1 prozent und dann dem ehrlichen Arbeiter 4 Prozent fürs häusle zahlen lassen und 6 bis 12 Prozent für konsumtenkredite und bis über 20 Prozent für überziehungszinsen. ich weiss jetzt nicht was da systemrelevant sein soll, oder was das mit einer pyramide zu tun hat. wohl eher mit einem schneeballsystem zum lasten aller.und wenn die bank dann doch mal platzt, zahlt der steuerzahler wieder... ich find das ganze einfach nur asozial. genau. der begriff trifft es aus meiner sicht am besten.
#572
Naja, selber Schuld wenn Leute sich für Papiere mehr bezahlen als die Herstellungskosten. Du würdest mir auch nicht 500 A4 leere Seite für 100'000 CHF abkaufen oder? Ich sehe deshalb hier keine Blase oder dem gleichen sondern NICHTS. Wenn du mir 100'000 CHF für diese A4 Seiten bezahlst und jemand spricht von 100'000 CHF A4 wären im Umlaufe, dann kann ich nur :nein: Ich wäre 100'000 CHF reicher, du hingegen hättest NICHTS in deinen Händen ausser sehr teur bezahltes Druckpapier. Vieleicht klappts ja mit den Blüten besser ;)
lustiges beispiel, aber genau sooo funktioniert unser geldsystem. lustige zettelchen, unterschiedlich farbig ohne nennenswerten wert und sogar völig ungedeckt..
#573
den begriff "Glauben" würde ich tunlichst unterlassen beim thema geld. sonst reden wir wirklich wie kleine kinder. ich glaub an Gott, seinen Sohn und dessen Taten für uns, ich glaub daran das die Welt wunderschön ist (vorallem mit leckeren Frauen...), an die schönheit der natur, das sich dinge immer zum guten wenden, wenn man daran glaubt, dass menschen friedlich miteinander umgehen können und im grunde vom herzen es auch wollen.aber mein glaube an so einen zettel auf dem 50, 100 oder 500 euro steht, zudem zugekleistert mit freimaurer dreck, der ist wirklich sehr gegrenzt. ich nehme diese bezahlform leider zur kenntnis, weil mir nichts anderes übrig bleibt. glauben kommt vom herzen, von der seele, nicht von abhängigkeiten...

#574
Der Begriff "Glaube" passt wirklich. Aber der Begriff "Vertrauen" wäre vielleicht noch besser. Ungedecktes Geld hat ja nur so lange einen Wert als es Vertrauen geniesst. Und mit zunehmender Geldmenge nimmt das Vertrauen ab. Um die Derivateblase etwas besser zu erklären, habe ich im Februar 2008 mal folgenden Vergleich gebracht. Ich weiss nicht, ob die Zahlen noch stimmen aber sie dürften sich eher verschlimmert haben, denn damals betrug die Derivateblase noch 450 Billionen:

Im Gegensatz, bei den Derivaten Wetten hat es immer eine Gegenseite und man wettet auf die Differenz, nicht den absoluten Betrag*.
Das ist soweit richtig. Aber die Banken, die Derivate ausgeben müssen die Differenz mit ihrem Eigenkapital auffangen können.Im Fall von JP Morgen, dem grössten Derivate-Player, entspricht die Summe der abgesicherten Derivate dem 571-fachen Eigenkapital.Nehmen wir als bildlichen Vergleich 4 Leute, die je 75 kg wiegen (zusammen also 300 kg) und mit reiner Körperkraft eine auf dem Kopf stehende Pyramide ausbalancieren sollen, die 171.2 Tonnen wiegt.Theoretisch, physikalisch ist das möglich. Aber es genügt ein Windhauch und 4 Pappnasen können sich nicht mehr gegen die kippende Pyramide stellen.
Link
#575
Die Banken sind so was wie das Fundament einer Piramide, denk ich mal. (Erst recht in einer überschuldeten Welt) ..........................................................................Die Banken werden kaum fallen gelassen und die Banker wissen dies. :mrgreen:
aua....selbst konservative Banken haben max. 8 Prozent Eigenkapital.sprich, durch einen lustigen Trick im system scheffeln die Geld durch nichtstun. Kreditanfragen bearbeiten, Geld von der EZB holen für unter 1 prozent und dann dem ehrlichen Arbeiter 4 Prozent fürs häusle zahlen lassen und 6 bis 12 Prozent für konsumtenkredite und bis über 20 Prozent für überziehungszinsen. ich weiss jetzt nicht was da systemrelevant sein soll, oder was das mit einer pyramide zu tun hat. wohl eher mit einem schneeballsystem zum lasten aller.und wenn die bank dann doch mal platzt, zahlt der steuerzahler wieder... ich find das ganze einfach nur asozial. genau. der begriff trifft es aus meiner sicht am besten.
Der Vergleich, den Marcus aus einem älteren Beitrag zitiert, mit der Pyramide die auf dem Kopf steht, find ich auch nicht schlecht. :mrgreen: Du magst ja recht haben. Doch was nutzt uns das? Ich meine, diese Welt ist das Resultat eines langen Prozesses. Die Banken sind dabei ein wichtiger Faktor gewesen bei der Entwicklung dieses kapitalistischen Systems, in dem wir leben. Die sind nicht von heute auf morgen zu asozialen Schneeballsystemen mutiert. Daher wehre ich mich dagegen, die Schuld am Versagen des Systems und an der Ungerechtigkeit der Welt, den Banken zuzuschieben. Dies ist mir einfach zu einfach. Schuldige kann man immer benennen, Hauptsache man befindet sich selbst nicht darunter. :oops:Vielleicht gibt es aber niemanden der schuld ist. Vielleicht gründet unser Dasein nicht auf äusserer Gerechtigkeit. Vielleicht sind wir nur Teil eines Prozesses.Natürlich sehe ich das auch, dass die Eigenkapitaldecken der Banken lächerlich sind und dass sich eine Mentalität der Gier in den Banken eingenistet hat. Doch wenn man morgen alle Banker auf die Plätze zerrt und sie öffentlich hinrichtet, so wird die Welt schon Übermorgen an der genau gleichen Gier zugrunde gehen, weil das kollektive Bewusstsein sich nicht mit seiner eigenen Gier auseinander gesetzt hat, sondern mit der Gier einer einzelnen Gruppe.
#576
Der Begriff Glaube passt sehr gut zum Fiatgeld.
Finde ich auch. Vor allem: An was glaubt denn diese Gesellschaft sonst? Und an irgend etwas muss sie gemeinsam glauben, weil sonst das Chaos ausbrechen würde. Der gemeinsame Glaube war doch schon immer der Kitt, der die Zivilisationen zusammenhielt. Und bei uns ist es eben der Glaube an das ungedeckte Geld. Götter sind da zu Randerscheinungen geworden. Auch an die Wissenschaft glaubt man nur, wenn sich diese gewinnbringend anwenden lässt und somit in den Dienst des Fiatgeldes und des Wachstums stellt. Doch wenn sie dies hinterfragt, wird sie ignoriert. :(
#577
Auch an die Wissenschaft glaubt man nur, wenn sich diese gewinnbringend anwenden lässt und somit in den Dienst des Fiatgeldes und des Wachstums stellt.
Kommt mir noch ein Nachtrag in den Sinn. Also das Fiatgeld funktioniert doch nur in Symbiose zu Wachstum. Das hypothetische Wachstum ist die Deckung, die das Vertrauen schafft. Sollte nun dieses Wachstum nachhaltig nicht mehr erreicht werden, so wird wohl auch der Glaube in das ungedeckte Geld erschüttert.Je höher die Gesamtschulden sind, desto höher muss das Wachstum sein, welches die Schulden letztendlich finanziert. :?
#578
Schau bei BitCoin. Dieses Geld ist weder Gedeckt, nocht kontrolliert es jemand und trotzdem funktionierts ;)
Dem widerspreche ich auch nicht: Solange das Geld Vertrauen geniesst, was nichts anderes bedeutet als dass derjenige, der es als Zahlungsmittel akzeptiert, davon ausgeht, dass er sich morgen dafür was kaufen kann, funktioniert jedes Geld.Der Punkt ist halt, dass Dollar, Franken, BitCoins oder Euros keinen Wert "in sich" tragen und auch durch keinen anderen Wert gedeckt sind.

Das ist der Vorteil von Gold und Silber, die den Wert eben in sich tragen und entsprechend Wert und Vertrauen auch nicht verlieren können (bzw. in den letzten 5000 Jahren nie verloren haben).

Weiterhin sind die Papierwährungen Schuldgeld. Jede Banknote ist ja nur eine Forderung an die entsprechend emittierende Zentralbank. Das ist bei Gold ebenfalls nicht der Fall. Gold ist schuldenfreies Geld und keine Forderung gegenüber einem Dritten.

Das soll jetzt kein Plädoyer für einen Goldstandard sein, denn der bringt eine ganze Menge anderer Probleme. (Wenn auch die Inflation und das Vertrauen keines davon ist).

Unser Geldsystem basiert auf Schulden. Und deshalb ist seine Lebensdauer begrenzt und es braucht alle 60-80 Jahre einen Reset. Das hat Melchior ja weiter oben schon angetönt.

Meiner Meinung nach würde das ideale Geldsystem nicht auf Schulden sondern auf [SIZE= px]Leistung[/SIZE] basieren. Sprich: Geld entsteht nicht dadurch, dass jemand einen Kredit aufnimmt (was zukünftige Leistung impliziert) sondern dadurch, dass jemand eine Leistung erbracht hat: Die geerntete Kartoffel, die produzierte Uhr, die Heilung des Patienten ... etc.

Banken wären dann wieder die Diener der Wirtschaft. Mit der Aufgabe diesen Austausch von Leistungs-Geld zu gewährleisten und "gesparte Leistung" für die Zukunft sicher zu verwalten.

#579
Du kannst die Deckung vergessen, keine Nationalbank gibt dir für Papier Gold.
Aber sicher doch: Die SNB hat ab 2000 jahrelang Gold gegen grün bedrucktes Papier verkauft.Und unter dem Goldstandard bis 1971 konntest Du beim US Treasury jederzeit 35 US$ in Papier gegen eine Unze Gold eintauschen gehen.Die Zentralbanken von Frankreich und Deutschland haben genau das praktiziert und sich von den USA ihre Dollarüberschüsse in physischem Gold liefern lassen. Bis dann die Briten dasselbe tun wollten und Nixon gesehen hat, wie schnell die physischen Goldbestände der USA schmelzen. Daraufhin hat er das Goldfenster geschlossen.
#580
Der Vergleich, den Marcus aus einem älteren Beitrag zitiert, mit der Pyramide die auf dem Kopf steht, find ich auch nicht schlecht. :mrgreen: Du magst ja recht haben. Doch was nutzt uns das? Ich meine, diese Welt ist das Resultat eines langen Prozesses. Die Banken sind dabei ein wichtiger Faktor gewesen bei der Entwicklung dieses kapitalistischen Systems, in dem wir leben. Die sind nicht von heute auf morgen zu asozialen Schneeballsystemen mutiert. Daher wehre ich mich dagegen, die Schuld am Versagen des Systems und an der Ungerechtigkeit der Welt, den Banken zuzuschieben. Dies ist mir einfach zu einfach. Schuldige kann man immer benennen, Hauptsache man befindet sich selbst nicht darunter. :oops:Vielleicht gibt es aber niemanden der schuld ist. Vielleicht gründet unser Dasein nicht auf äusserer Gerechtigkeit. Vielleicht sind wir nur Teil eines Prozesses.Natürlich sehe ich das auch, dass die Eigenkapitaldecken der Banken lächerlich sind und dass sich eine Mentalität der Gier in den Banken eingenistet hat. Doch wenn man morgen alle Banker auf die Plätze zerrt und sie öffentlich hinrichtet, so wird die Welt schon Übermorgen an der genau gleichen Gier zugrunde gehen, weil das kollektive Bewusstsein sich nicht mit seiner eigenen Gier auseinander gesetzt hat, sondern mit der Gier einer einzelnen Gruppe.
ich habe nirgends geschrieben, dass banken an diesem umstand schuld wären, sondern sich daran bereichern. zur qual aller. mehr schrieb ich nicht. ist ja nicht so das banken kein geld verdienen sollten, für die miete, gehälter etc. etc. etc.. solide haushalte.wenn aber die Deutsche Bank mehr oder weniger Besitzer von Deutschland ist, weil es Staatsanleihen hat, ist was faul.

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