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Währungsreform: Weltuntergang oder Neuanfang?

1'158 Antworten344'532 AufrufeGestartet von Marcus Fabian ·

#121
Bei BörseGo ist eine interessante Sonderpublikation zum herunterladen. pdf-Datei kann ich irgendwie nicht hier rein bringen, also über den link auf Download

http://www.boerse-go.de/service/downloads

[COLOR= #008000][Edit mf]: Direkter Link: http://www.boerse-go.de/content/downloa ... .php?id=80[/COLOR]

(Der Link von BörseGo verweist nur allgemein auf Downloads)

#122
http://www.20min.ch/finance/news/story/Die-Revolution-des-Geldsystems-28112016An den Kommentaren des Artikels sehen wir, dass doch noch viele Wissenslücken in der Allgemeinheit bestehen. Aber das Thema interessiert und polarisiert, das ist schon einmal gut. Wir brauchen diese Diskussionen, die Menschen sollten sich Gedanken machen, in und mit welchem System sie überhaupt leben. Ich werfe einfach mal eine Frage in den Raum, die auch auf 20min gestell wurde:
das würde doch zwangsläufig zu einer Verteuerung des Gelds führen, sprich, viel höhere Zinssätze für geliehenes Geld, oder nicht? Was geschieht dann mit den Investitionen in der Wirtschaft? Von einem gesunden Banksystem alleine können wir ja nicht leben
wie steht Ihr zu diesem Thema?PS: Eine Umstellung des Währungssystems sollte ja auch ohne Währungsreform über die Bühne gehen können. (wenn auch nicht ohne Konsequenzen)
#123
http://www.20min.ch/finance/news/story/Die-Revolution-des-Geldsystems-28112016An den Kommentaren des Artikels sehen wir, dass doch noch viele Wissenslücken in der Allgemeinheit bestehen. Aber das Thema interessiert und polarisiert, das ist schon einmal gut. Wir brauchen diese Diskussionen, die Menschen sollten sich Gedanken machen, in und mit welchem System sie überhaupt leben. Ich werfe einfach mal eine Frage in den Raum, die auch auf 20min gestell wurde:

das würde doch zwangsläufig zu einer Verteuerung des Gelds führen, sprich, viel höhere Zinssätze für geliehenes Geld, oder nicht? Was geschieht dann mit den Investitionen in der Wirtschaft? Von einem gesunden Banksystem alleine können wir ja nicht leben
wie steht Ihr zu diesem Thema?PS: Eine Umstellung des Währungssystems sollte ja auch ohne Währungsreform über die Bühne gehen können. (wenn auch nicht ohne Konsequenzen)
Spannende Sache. Guter Hinweis. Bin gespannt auf die Diskussion hier :greespan:
#124
das würde doch zwangsläufig zu einer Verteuerung des Gelds führen, sprich, viel höhere Zinssätze für geliehenes Geld, oder nicht? Was geschieht dann mit den Investitionen in der Wirtschaft? Von einem gesunden Banksystem alleine können wir ja nicht leben
wie steht Ihr zu diesem Thema?
Also, werft mal die Kaffeemaschine an. ich fürchte das wird was langes .... ;)Für den Kapitalgeber sind die Zinsen unerheblich. Was ihn interessiert sind Realzinsen.Realzinsen sind die Zinsen auf einem Investment abzüglich der Teuerung.Wenn die Zinsen bei 12% liegen, die Teuerung aber 10% beträgt, bleibt ein Realzins von 2%. Ebenso bei Renditen von 3% und 1% Teuerung. Auch 1% Zins bei -1% Teuerung ist ein gleich gutes Geschäft.Wenn wir also ein Vollgeldsystem unterstellen, dann beträgt die Teuerung darin 0% oder wird sogar negativ. Das heisst, 2% Rendite wären für den Kapitalgeber eine anzustrebende Marke. Andererseits - und das widerspricht meiner obenstehenden Berechnung - steht nun weniger verfügbares Kapital einer höheren Nachfrage nach Krediten gegenüber. Und das könnte durchaus zu höheren Zinsen führen. Das bedeutet nichts anderes als dass der Kreditgeber sich sehr genau anschauen wird, wem er denn sein Geld als Kredit anvertrauen will und wenn ja, zu welchem Zinssatz. Aber das ist nichts anderes als Angebot und Nachfrage bzw. auch ein Abwägen der Risiken.Ältere Leser werden sich erinnern, dass es mal eine Zeit gab, wo der Banker durch seine Fähigkeit definiert wurde, gute von schlechten Gläubigern zu unterscheiden. Für die alten Privatbanker, die ihr eigenes Geld eingesetzt haben, war diese Fähigkeit lebenswichtig. Und natürlich musste man sein Kapital - und das seiner Kunden - auch diversifizieren, um Zahlungsausfälle fauler Kredite wegstecken zu können.Heute sind wir mittlerweile so weit, dass die Banken Werbung für Kredite machen: "Kaufen Sie heute, bezahlen Sie später!". Dieser Kreditboom ist auf den ersten Blick für alle vorteilhaft: Der Konsument kommt somit sofort zu seinem Flachbildfernseher, die Wirtschaft macht Umsatz und die Banken kassieren Zinsen.Das geht so lange gut, bis der Zeitpunkt eintritt, den die Werbung als "später" bezeichnet hat. Dann nämlich muss der Konsument sich einschränken, weniger ausgeben, um den Kredit und die Zinsen zurückzuzahlen.Makroökonomisch befindet sich die Welt seit 2008 genau in dieser Phase; dem "später", das uns nun in Form offener Rechnungen seine böse Fratze präsentiert. Dabei nützt es auch nichts, wenn zwischendurch wieder die Geldschleusen geöffnet und alte Kredite durch neue (meist höhere) abgelöst werden. Das "später" verschiebt sich halt noch einmal um einige Jahre.In einem Vollgeldsystem kann nur Geld verliehen werden, das auch da ist. Kredite sind also beschränkt und nur die besten Gläubiger werden einen Kredit bekommen. Gut möglich, dass dann die Zeiten vorbei sind, wo man sich auf Pump Dinge kaufen kann, die man sich noch nicht leisten kann. Sprich: Man muss halt erst das Geld ansparen, um den Fernseher kaufen zu können. Früher war das Gang und gäbe und die Wirtschaft ist dennoch gelaufen.Eine weitere Konsequenz, die sich daraus ergibt ist, dass die Wirtschaft bzw. die Aktienmärkte langfristig ruhiger verlaufen würden. Der Boom der Kreditexpansion fällt flach. Ebenso der darauf unweigerlich folgende deflationäre Bust. Wirtschaftsbooms wird es immer noch geben. Aber die werden ausgelöst durch Erfindungen, Technischen Fortschritt, Entdeckung neuer Ressourcen und nicht mehr künstlich durch Anwerfen oder Bremsen der Druckerpresse.Ein Vollgeldsystem wie im Artikel vorgestellt ist meiner Meinung nach nicht das Ideal. Aber es wäre ein Schritt in die richtige Richtung und allemal besser als das Fiat-Money-System, dessen Kollaps wir gerade miterleben.
#125
Abzüglich den Sicherheiten von 24K CHF währen das Netto -176'000 CHF. Woher nun die -176K CHF nehmen? Und was wenn es ein Domino Effekt wird? Die Gläubiger wirds bestimmt freuen ;)
Was Du hier beschreibst ist ja nichts weiter als ein CFD. Da wird auch kein neues Geld geschöpft, denn die 1.2 Mio, mit denen Du Euros kaufst sind ein Kredit der Bank oder des Brokers Dir gegenüber in Höhe von 1.176 Mio, (24K hast Du ja Cash). Das ist also nichts weiter als eine Reihe von Buchungssätzen zwischen Dir und Deinem Broker: Auf Deiner Aktivseite 1 Mio Euro an 1.176 Mio Verbindlichkeit gegenüber dem Broker.Bei ihm entsprechend Deine Schulden gegen 1 Mio Euro.Wenn Du nicht zahlen kannst und Konkurs gehst, trägt einfach Dein Broker den Verlust. Das hat aber keinerlei Auswirkung auf die Geldmenge oder die Wirtschaft. Peinlich wird es erst, wenn Dein Broker ab Deinem Verlust ebenfalls in Konkurs geht und es sich um eine "systemrelevante" Bank handelt, die der Steuerzahler dann retten darf. :cry:
#126
Nicht alle Kredite werden über Banken finanziert, wie stehts bspw. mit dem Bond Markt aus?
Das regelt der Markt. Ändert aber nichts an der Geldmenge.Beispiel: Du hast Fr. 10'000 übrig. Was machst Du damit?a) Du kaufst Dir selber etwasb) Du gibst es auf die Bank, die Dir 2% zahlt und Dein Geld einem Unternehmen zu 4% gegen Bonds überlässt. Die Bank macht 2% Gewinn.c) Du gibst dem Unternehmen direkt Kredit zu 4%.d) Du verleihst das Geld an einen Jugendlichen, der sein erstes Auto kaufen möchte via Internet-Plattform zu 10%.Egal wie: Die Geldmenge von 10'000 ist begrenzt. Alles andere ist Profit/Risiko-Management.
#127
Wenn Dir ein Broker für eine Margin von 2% Kredit gibt (in diesem Fall 1.2 Mio bei 24K Cash) und über's Wochenende diese 2% Margin gebrochen wird. Was dann? Margin-Call im Future-Handel oder Zwangsauflösung bei CFD's. Soweit so klar. Da sind wir uns ja auch einig.Aber was genau willst Du damit sagen? Präziser: In Bezug auf die Geldmenge oder Geldschöpfung?Notabene: Vor 30 Jahren betrug das BSP der Welt 15 Billionen Dollar und das Derivatevolumen 1.5 Billionen (also 10%). Derzeit ist das BSP bei 50 Billionen und die Derivate bei 700 Billionen (1400%). Einerseits ist das ein Wahnsinn. Andererseits ist das ja kein richtiges Geld. Da steht ja keinerlei Leistung hinter diesen 700 Billionen. Die könnten im Falle eines Platzens der Blase auch nie durch reale Leistungen oder Ressourcen bedient werden.Und genau das ist der Wahnsinn am heutigen Fiat-Geldsystem: Da stehen potenzielle Forderungen im Raum, für Leistungen, die schlicht und ergreifend auf dem ganzen Planeten Erde nicht aufzubringen sind!Wozu also dieser Schwachsinn?

#128
besten Dank für die bisherigen Reaktionen. ich möchte aus dem Posting von MF folgenden Satz aufgreiffen:

Andererseits - und das widerspricht meiner obenstehenden Berechnung - steht nun weniger verfügbares Kapital einer höheren Nachfrage nach Krediten gegenüber. Und das könnte durchaus zu höheren Zinsen führen. Das bedeutet nichts anderes als dass der Kreditgeber sich sehr genau anschauen wird, wem er denn sein Geld als Kredit anvertrauen will und wenn ja, zu welchem Zinssatz. Aber das ist nichts anderes als Angebot und Nachfrage bzw. auch ein Abwägen der Risiken.
Wir wissen alle, dass in der heutigen Zeit die Kreditvergabe von Banken für Wirtschaftswachstum essenziell ist. Ich bin einverstanden, dass ein Vollgeldsytem in die richtige Richtung geht, hätte aber grössten Resprekt vor einer Umstellung. Ich vermute, dass, infolge der restriktiveren Kreditvergabe der Banken, die Zinssätze für Kredite steigen werden. Ausserdem: was passsiert mit bestehenden Krediten, die eben "aus dem nichts" geschaffen wurden? Ich glaube kaum, dass die Banken im Umfang der bestehenden Kredite einfach Vollgeld erhalten würden und diese weiterzuführen?PS: Die angesprochene Private Kreditvergabe hat mit den Problemen des jetzigen Systems wenig zu tun. Das wäre auch weiterhin möglich, denn diese Kredite sind zu 100% gedeckt Derjenige einer Bank eben oftmals nicht. (Es gibt Banken, die mehr Passivgeld als Aktivgeld haben, deshalb "oftmals")
Ein Vollgeldsystem wie im Artikel vorgestellt ist meiner Meinung nach nicht das Ideal.
was wäre den für dich Ideal?
#129
Das ist doch alles Panikmacherei. So schnell fällt alles nicht zusammen.

#130
Wir wissen alle, dass in der heutigen Zeit die Kreditvergabe von Banken für Wirtschaftswachstum essenziell ist.
Nein! Damit bin ich überhaupt nicht einverstanden!Bedenke, dass ganz Amerika unter einem Vollgeldsystem (Goldstandard) erforscht, erobert und kolonialisiert wurde. Städte und Eisenbahnlinien wurden gebaut, Farmen entstanden, Rohstoffe wurden abgebaut, Fabriken errichtet ...Für ein Wirtschaftswachstum braucht es in erster Linie Ressourcen, Arbeitskraft und Intelligenz. Geld ist dabei eher nebensächlich bzw. Mittel zum Zweck. Es braucht durchaus Kredit. Zum Beispiel um ein Haus zu bauen oder eine Maschine für eine Fabrik. Aber wir brauchen nicht zwingend Kleinkredite für TV-Geräte oder Autos. Kredite braucht es nur, wenn sie dafür eingesetzt werden, einen Mehrwert zu schaffen (z.B. Schaufel und Spitzhacke um eine Rohstoff-Mine auszubeuten).
Ausserdem: was passsiert mit bestehenden Krediten, die eben "aus dem nichts" geschaffen wurden?
Ganz einfach: Die müssen erst vernichtet werden. Wir sprechen ja hier von einem neuen System, einer Geld-Revolution oder Währungsreform. Ein neues System kann erst implementiert werden, wenn das alte weg ist.Wir haben im Moment das Problem, dass dasselbe Geld für zwei völlig unterschiedliche Kreise verwendet wird: Einerseits als reales Geld mit dem reale Waren gekauft werden und andererseits rein virtuelles Geld, das nur in Buchungssätzen (z.B. in Derivaten) existiert.In dem Moment, wo diese beiden Kreise ineinandergreifen, kommt es unweigerlich zur Hyperinflation und zum Kollaps. Beispiel: Die UBS hat 4 Billionen Franken künstlich erschaffen. Damit will sie jetzt Land, Aktien und Rohstoffe physisch kaufen.Ich kann mir gut vorstellen (zumindest wäre das mein Vorschlag, wenn ich Politiker wäre), dass reale Kredite z.B. für ein EFH oder eine Maschine auch nach einer WR weitergezogen werden. Die Weltweit 700 Billionen Dollar, die an Derivaten rumschwirren jedoch, würden wertlos verfallen.
was wäre den für dich Ideal?
Gute Frage.Zunächst muss wie gesagt das alte System aufgelöst werden. Das bedeutet eine massivste Vernichtung von Schulden, evtl. eine neue Währung und kurzfristig sicher auch Chaos. Hoffentlich kommt es nicht zu einem Krieg!Wenn dann die Menschen vor dem Scherbenhaufen ihrer Existenz stehen und sich das vermeintliche Vermögen in Luft aufgelöst hat, werden sie sich als allererstes einen Schnellkurs zum Thema "was ist eigentlich Geld" reinziehen. Vermutlich wird dieses Forum dann sehr viele Hits registrieren ;)Wie dem auch sei: Man wird schnell die unlimitierte Gelddruckerei als Wurzel allen Übels identifizieren und entsprechende Konsequenzen fordern.Menschen neigen dazu, von einem Extrem ins andere zu gehen. Das heisst: Ist ungddecktes Geld der Sünder, wird es als nächstes mit ziemlicher Sicherheit ein voll gedecktes Geld geben. Also ähnlich wie im oben stehenden 20Min Artikel gefordert. Wahrscheinlich kommt es also zu einem Goldstandard!Ich behaupte nicht, der Goldstandard sei ideal aber er wird kommen als Kontrapunkt zum Fiat-Money. Erst Jahre oder Jahrzehnte später werden wir dann vielleicht ein optimales Mittelmass finden.Meiner Meinung nach ideal wäre ein Geld, das nicht von einem staatlichen Monopol ausgegeben wird (sprich Zentralbank oder Staat) sondern vom freien Markt. Denn wir wissen aus anderen Bereichen, dass eine staatliche Organisation niemals in der Lage ist, für das ganze Land zu entscheiden. Wir haben ja auch nicht ein Gesundheitsministerium, dass täglich den Preis für eine Novartis-Aktie festlegt. Auch schreibt niemand vor, wieviele Kartoffeln die Bauern produzieren oder wie viele iPhones die Swisscom importieren soll. Das wissen die betreffenden "Commercials" sehr viel besser als ein staatlicher Monopolist. Warum also soll eine SNB wissen, wer wieviel Geld zu welchem Zweck und welchem Preis braucht?Spinnen wir den Gedanken also weiter: Wir haben mehrere Geldsysteme parallel.Der Staat wird vielleicht einen goldgedeckten Franken ausgeben. Die UBS erfindet vielleicht ein elektronisches Monopolygeld mit dem sich die Banker vergnügen können. Vielleicht gibt es auch einen Cumulus-Franken von der Migros, mit dem man einkaufen kann?Vielleicht wird sich ja der Cumulus-Franken etablieren und Menschen akzeptieren ihn als Teil des Lohnes oder als Zahlungsmittel? Mit WIR, Reka-Checks oder Briefmarken haben wir ja bereits etwas in dieser Richtung.Schlussendlich wird es einen Wechselkurs geben zwischen Goldfranken, Monopolygeld und Cumulus Franken.Welches Geld sich für was im Markt durchsetzt, soll dann der Markt entscheiden. * Vielleicht werden die Menschen in Goldfranken sparen aber Cumulus-Franken für den täglichen Bedarf verwenden? * Vielleicht kosten Kredite in Goldfranken 10%, solche in Cumulus-Franken 4% und Monopolygeld kann man für 1% bekommen?* Es darf durchaus auch unterschiedliche Richtlinien betr. der Geldmenge geben: Goldfranken werden z.B. nur entsprechend der physischen Goldvorräte der Eidgenossenschaft ausgegeben. Monopolygeld darf wie bisher von Banken beliebig und unkontrolliert geschöpft werden, während über den Cumulus rein von der GL Migros entschieden wird.* Vielleicht gibt es mal 100 verschiedene Währungen, die dann bis auf 2 oder 3 wieder verschwinden. Ähnlich wie bei neugegründeten Dot-Com Firmen.Auch über die Akzeptanz der jeweiligen Gelder darf jeder Teilnehmer selbst entscheiden. Der Staat wird seine Steuern vermutlich in Goldfranken einfordern, während die Migros neben dem hauseigenen Cumulus auch den Goldfranken akzeptiert. Und ob Du Deinem Arbeitgeber erlaubst oder nicht, Dir 20% Deines Lohnes in Cumulus und 10% in Monopoly-Geld auszuzahlen, ist Dir überlassen.Ich will hier nicht für oder gegen das eine oder andere Markt-Geld plädieren. Das sind nur Ideen. Es ist dann jedem Individuum selbst überlassen, welchen Geld-Emittenten er für wie vertrauenswürdig hält und ober vielleicht auf höhere Risiken eingehen will, um höhere Renditen zu erzielen. Ist ja in der Aktienwelt nicht anders.Kurz: Es soll der Markt entscheiden welches Geld sich durchsetzt, denn der weiss am besten was Sache ist!
#131
Das ist doch alles Panikmacherei. So schnell fällt alles nicht zusammen.
Ja und Nein. Kommt drauf an, was Du unter "schnell" verstehst.Schnell im Sinne von "nicht heute oder morgen sondern erst in x Monaten/Jahren" ... einverstanden.Aber wenn es kollabiert, dann kollabiert es verdammt schnell! Und damit meine ich 6-48 Stunden:
#132
Aber wenn es kollabiert, dann kollabiert es verdammt schnell! Und damit meine ich 6-48 Stunden:
Und hier der Follow-Up für die nächsten 14 Tage:
#133
Bei aller Vernunft, der Durchschnittsbürger wird sich kaum für das Thema Geld bzw. diesen Schnellkurs interessieren :lol:
Doch, durchaus, wenn er auf einmal sieht, dass sein Geldvermögen, seine PK-Ersparnisse etc. wertlos geworden sind.
Hatten wir den Goldstandard nicht schon? Hat anscheinend auch nicht funktioniert sonst hätten wir den heute noch. Dann kam das System von Bretton Woods, mit fixen Wechselkursen das schlussendlich Zusammenbrach.
Goldstandard im Sinn von gedecktem Geld gibt es seit 4000 Jahren. Dagegen nehmen sich die vergleichsweise kurzen Perioden ungedeckten Geldes (9-30 Jahre) relativ bescheiden aus. Bretton Woods brach zusammen, weil Nixon Geld für den Vietnam-Krieg brauchte. Geld, das er nicht hatte und entsprechend drucken musste (wollte). Das hat nichts mit dem Goldstandard zu tun. Bei Beibehaltung des Goldstandards hätten sich die USA schlicht den Vietnam-Krieg nicht leisten können oder hätten - wie bei früheren Kriegen - Kriegsanleihen aufnehmen müssen.
Hatten wir das vor den Zentralnbanken nicht auch schon? Jede Bank druckte ihre eigenen Banknoten was damals zu Problemen führte, bspw. verkomplizierter Tausch wenn unzählige Zahlungsarten existieren.
Ja, das gab es schon. Z.B. in den USA, bevor aus dem Greenback der Dollar wurde. Aber da damals alle Währungen goldgedeckt waren, war das weiter kein Problem. Schlussendlich hat aber der Markt entschieden, dass man den Greenback als einzige Währung weiterführen wolle. Das war die Geburtsstunde des goldgedeckten Dollars.Während über 100 Jahren lief die Kolonialisierung Amerikas mehr oder weniger problemlos mit diesem ersten Dollar zu 20.50$/oz. Während dieser Zeit gab es 0% Inflation. Schwankungen im Bereich von unter 0.1% pro Jahr. Allerdings mit einer kurzen Inflation im niedrigen Einstelligen Bereich um 1849, nachdem die grossen Goldvorkommen in Kalifornien entdeckt worden waren.Roosevelt hat den Dollar Zwecks Bekämpfung der Depression auf $35/oz abgewertet aber danach lief der Aufschwung weiter bis 1971.
#134
So wie ich das sehe, hat sich der Markt eindeutig für den Dollar entschieden. Das heute "noch" die Währung Nr. 1. Bin aber gespannt wie sich die elektronischen Alternativsysteme etablieren werden, die bereits heute nicht unter der Kontrolle von Nationalbanken stehen.
Jetzt musst Du natürlich aufpassen ;) Die Frage ist doch, warum der Dollar seit 1973 Leitwährung ist. Das hat in erster Linie mit Erdöl zu tun.

Doch der Reihe nach:

Der US-Dollar ist bekanntlich die Welt-Leitwährung. Während der Zeit von Bretton-Woods (1945-1971) war der Dollar an Gold gekoppelt und alle wichtigen Währungen der Welt koppelten sich wiederum an den Dollar. Dies garantierte stabile Wechselkurse und ermöglichte somit ein stabiles Wirtschaftswachstum und sicheren internationalen Handel.

Mit der Ablösung des Dollars von Gold (Nixon: 1971) begann der Dollar naturgemäss einen steilen Sinkflug, der die Wirtschaftskrise 1973 auslöste.

1973 gelang der US-Regierung dann allerdings ein höchst genialer Schachzug: Henry Kissinger vereinbarte ein Abkommen mit Saudi Arabien, Erdöl exklusiv in US-Dollars zu fakturieren. 1975 schlossen sich die anderen OPEC-Staaten diesem Abkommen an. Als Gegenleistung für das Exklusivrecht des Dollars garantierte die USA den OPEC-Staaten, dass diese US-Treasury Bonds (also Staatsanleihen) für die Dollars kaufen konnten. Dies war die Geburtsstunde des Petrodollars

Was hatte dies nun für Konsequenzen für die Weltwirtschaft?

Nun, ganz erhebliche! Alle Industrieländer (mit Ausnahme Russlands) sind von Erdölimporten abhängig. Da aber Erdöl nur mit Dollar bezahlt werden kann, ist jedes Land gezwungen, einen Aussenhandelsüberschuss in Dollar zu erwirtschaften. Wenn die Schweiz also Uhren nach China verkauft, dann wird der Handel nicht in Schweizer Franken oder Remimbi abgewickelt sondern es fliessen US-Dollars, denn schliesslich braucht die Schweiz Dollars, um Öl kaufen zu können.

Somit ist verständlich, dass 60% des Welthandels mit US-Dollars abgewickelt werden. Für jeden Dollar, der in den USA intern benötigt wird, existieren 3.1 Dollar im Rest der Welt.

Aufgrund dieser Konstellation halten die meisten Länder auch einen Grossteil ihres Staatsschatzes in Dollar. Es ist somit also nicht nur im Interesse der USA sondern der ganzen Welt, dass der Dollar möglichst stabil bleibt.

Aus Sicht der USA ist dieses Petrodollar-Monopol ein wahrer Segen! Denn im Gegensatz zu allen anderen Nationen dieser Welt müssen sie keine Waren oder Dienstleistungen produzieren, um Dollars zu kriegen. Nein, sie können das Zeugs einfach drucken!!!

Anders ausgedrückt: Amerika kann Erdöl fast gratis importieren. Dies ist auch die Erklärung dafür, dass die USA den weltweit höchsten Lebensstandard haben. Sie brauchen sich keine Sorgen um benzinfressende Autos zu machen und sie können problemlos auf Kosten der Welt auf Pump leben. Aussenhandelsüberschuss ist für die USA kein Thema. Im Gegenteil Amerika verschuldet sich gegenüber der Welt mit über $1000 Mia pro Jahr.

Wie oben erwähnt: Für jeden Dollar, den die Amis in Form von Gütern produzieren, können sie 3.1 Dollar zusätzlich drucken und verkonsumieren. Die Rest-Welt wird ihnen die Dollars aus der Hand reissen, weil sie Öl braucht!

Das Privileg, Weltleitwährung zu sein bedeutet also, auf Kosten der Rest-Welt zusätzlich konsumieren zu dürfen. Das ist wie eine globale Steuer, die die USA der Welt aufbürden.

Stellen wir uns nun vor, was passieren würde, wenn die OPEC-Länder ihre Erdölfakturierung auf Euro umstellen würde:

In einem ersten Schritt würden all die Länder, die derzeit ihren Staatsschatz in Dollar halten, die Dollars gegen Euro umtauschen. Ein Absturz des Dollars und Anstieg des Euros wäre die unmittelbare Folge.

Die USA wären nun gezwungen, nicht nur eine ausgeglichene Aussenhandelsbilanz zu erwirtschaften sondern darüber hinaus einen Überschuss in Euro in Höhe ihrer jährlichen Erdöl-Importe. Und dies bei rapide fallendem Dollar-Kurs!

Ein unmögliches Unterfangen.

Selbst wenn die Erdölfakturierung nur gelockert würde (man also in Dollar, Euro und Yen bezahlen könnte), würde dies den Dollar bereits ins Grab treiben, denn die im Umlauf befindliche Dollar-Menge müsste mindestens halbiert werden.

Das würde konkret bedeuten, dass die USA eben nicht mehr $3.1 für jeden im eigenen Lande produzierten Dollar ausgeben könnten sondern nur noch $1.60. Oder sogar noch weniger. Denn wer will schon Staatsreserven in einer Währung halten, die regelmässig um die 10-15% pro Jahr an Wert verliert?

Rein logisch – und auch für den Durchschnittsamerikaner verständlich und nachvollziehbar – wäre es durchaus sinnvoll, wenn Länder wie beispielsweise der Iran ihre Erdölfakturierung auf Euro umstellen würden. Schliesslich bezieht der Iran 70% seiner Güter aus Europa. Es gibt allerdings Hinweise darauf, dass die USA äusserst sensibel auf derartige Intentionen reagieren:

• Einen Monat nachdem Hugo Chavez (Venezuela) die Erdölfakturierung von Dollar auf Euro umgestellt hatte, hat die CIA gegen ihn einen Mordanschlag verübt. Zufall?

• Der erste, der sein Erdöl gegen Euro verkaufte war Saddam Hussein indem er das "Oil for food program" der Uno kurzerhand von Dollar in Euro abrechnen liess. Damals stand der Euro bei 0.84 Dollar. Das war der absolute Tiefpunkt. Hat Saddam nur den Tiefpunkt erwischt oder durch seine Aktion dem Euro zum Aufschwung bzw. dem Dollar zum Niedergang verholfen? Auf alle Fälle hat der Irak durch diesen Schachzug enorme Währungsgewinne realisieren können. Genützt hat's wenig, die Amis sind dennoch einmarschiert.

• Iran hat etwa im Mai 2003 angekündigt, Erdöl auch in Euro abzurechnen. Tage darauf stand der Iran ganz oben auf der Abschussliste der Amis. (= Axis of evil)

Sowohl Deutschland als auch Frankreich haben von Anfang an gegen den Petrodollar rebelliert. Doch keines dieser Länder alleine konnte mit seiner Währung gegen den Dollar antreten. Erst die Vereinigung beider - und weiterer, insgesamt 17, - europäischer Währungen zum Euro hat eine Marktmacht hervorgebracht, die dem Dollar die Stirn bieten konnte und dies mittlerweile auch mit steigendem Erfolg tut.

Mit einer Freigabe der Erdölfakturierung auf alle wichtigen Währungen dieser Erde (Dollar, Euro, Yen, Remimbi, Kanadische Dollar, Schweizer Franken, Schwedische Kronen) würde der Dollar über Nacht sehr stark an Gewicht und Wert einbüssen. Denn schliesslich unterliegt auch er dem Regelsystem von Angebot und Nachfrage.

Verlierer wären die USA. Gewinner jene Länder, deren Währung Öl bezahlen kann.

Das passt den USA natürlich nicht in den Kram. Aber es wäre für Obama unmöglich, das amerikanische Volk davon zu überzeugen, gegen die Emirate oder Saudi-Arabien oder Norwegen in den Krieg zu ziehen, weil die auf einmal auch Euros für ihr Öl akzeptieren. Das würde John Dow von der Strasse einfach nicht kapieren.

Eine freie Erdölfakturierung würde die USA in den Abgrund reissen und all ihre Bomben und Kanonen könnten ihnen nicht dabei helfen, die Krise abzuwenden.

Dabei ist es doch so einfach: Es braucht nur eine Unterschrift der jeweiligen Ölminister der OPEC-Staaten um den Dollar und die USA zu stürzen.

Und das macht die Geschichte irgendwie auch sexy: Die Feder ist stärker als das Schwert ;)

#135
Meinst du wirklich?
Ja, meine ich:Und das ist nicht ganz unbegründet, denn wenn Du Dich mit alten Deutschen unterhältst, dann haben die ein ganz anderes Verständnis für Geld als Schweizer. Einfach deshalb, weil sie aus Erzählungen ihrer (Gross)-Eltern von der Hyperinflation 1923 wissen oder die Währungsreform 1947 miterlebt haben. Du kannst Dich auch mit 30-jährigen Ukrainern, Russen, Simbabwern, Türken oder Serben unterhalten. Auch die wissen aus eigener Erfahrung, was eine Hyperinflation ist.Das bedeutet nicht, dass die oben erwähnten alle viel cleverer und intelligenter sind als wir Schweizer. Aber da wir diese Erfahrung zum Glück bisher nie machen mussten, fehlt und diese "Volks-Erinnerung".Das wird uns allerdings nicht helfen, denn "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht." Wie dem auch sei: diese "Volks-Erinnerung" stammt daher, dass sich die Menschen der betroffenen Länder offenbar Gedanken über ihre Währung gemacht haben und entsprechend ihr Weltbild über sogenannt "sicheres Geld" relativiert haben. Brutal formuliert: Andernfalls hätten sie die Krise auch nicht überlebt. Denn wer während einer Hyperinfla so dumm war, physische Ware zum gestrigen Preis auszuliefern, hat schlicht nicht überlebt! Und offenbar müssen diese Überlebenden ja ihr Wissen an die nachfolgende Generation weitergegeben haben. Ansonsten würden die heutigen Deutschen nicht ganz anders auf die Gelddruckerei reagieren als wir Schweizer.
#136
Ist nicht das schon eine Schwäche des eigentlichen Systems?
Nein. Wir können ja auch - wie derzeit in den USA zu erkennen - das System der Menschenrechte, juristischer Stabilität und Demokratie abschaffen, damit wir Häftlinge in Guantanamo foltern dürfen. Aber das spricht nicht gegen Menschenrechte, juristische Stabilität und Demokratie.Das einzige was man der Demokratie per se vorwerfen kann ist, dass es die einzige politische Form ist, die es erlaubt, sich selbst auf legalem Wege abzuschaffen.
#137
Aber die Abwertung des Dollars schadet der USA generell auch nicht, dadurch werden die Auslandsschulden kleiner, salopp formuliert ;)
Stimmt. Oder wie es Alan Greenspan mal formuliert hat:

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Chinesen ihre Dollarreserven auf den Markt werfen, denn sie werden niemanden finden, der sie ihnen abkauft.
Entsprechend (John Connally): "The Dollar is our currency but your problem."
So, genug der Zitate ;)

Wenn das Petrodollar Monopol aufgeweicht wird, weil auch andere Währungen für die Bezahlung von Erdöl akzeptiert werden, verliert der Dollar unweigerlich an Bedeutung.

Deshalb ja auch das Interesse der USA (bzw. der Massenmedien), den Euro möglichst schlecht zu reden, um den Hauptkonkurrenten zu schwächen.

#138
Wir wissen alle, dass in der heutigen Zeit die Kreditvergabe von Banken für Wirtschaftswachstum essenziell ist.
Nein! Damit bin ich überhaupt nicht einverstanden!Bedenke, dass ganz Amerika unter einem Vollgeldsystem (Goldstandard) erforscht, erobert und kolonialisiert wurde. Städte und Eisenbahnlinien wurden gebaut, Farmen entstanden, Rohstoffe wurden abgebaut, Fabriken errichtet ...

Für ein Wirtschaftswachstum braucht es in erster Linie Ressourcen, Arbeitskraft und Intelligenz. Geld ist dabei eher nebensächlich bzw. Mittel zum Zweck.

Es braucht durchaus Kredit. Zum Beispiel um ein Haus zu bauen oder eine Maschine für eine Fabrik. Aber wir brauchen nicht zwingend Kleinkredite für TV-Geräte oder Autos. Kredite braucht es nur, wenn sie dafür eingesetzt werden, einen Mehrwert zu schaffen (z.B. Schaufel und Spitzhacke um eine Rohstoff-Mine auszubeuten).
Ich betone: in der heutigen Zeit, mit dem heutigen System. Selbstverständlich es nich mit allen Währungssystemen essenziell, aber in Fiat-money ist es eben essenziell.

Goldstandard im Sinn von gedecktem Geld gibt es seit 4000 Jahren. Dagegen nehmen sich die vergleichsweise kurzen Perioden ungedeckten Geldes (9-30 Jahre) relativ bescheiden aus.
Bis zum Ersten Weltkrieg hatten die Bürger (ja sogar die Oekonomen) auch absolut keine Ahnunung von Konjunktur und Geldpolitik. Sobald eine Rezession und erhöhte Arbeitslosigkeit eintraf gab es keinen politischen Druck auf die Zentralbank, es existierten schlicht keine Oekonomischen Modelle mit einem Beweis, dass die Zentralbank etwas tun könnte. So und jetzt kommt der Punkt, wiso der Goldstandart lange funktioniert hatte, heute aber nicht mehr funktionieren würde (in der Form von Damals):
Weil die Investoren davon ausgigen, dass die Zentralbanken die Regeln des Goldstandads eisern einhalten konnten, gab es zumindetst in den Industrieländern mehr Spielraum für die Geldpolitik. Wenn nämlich ein Staat wegen eines Handelsbilanzdefizits einen Goldabfluss erlitt,strömte Kapital in das betreffende Land, weil die Anleger davon ausgingen, dass die Zentralbank bald die Zinsen anheben würde um den Goldfluss umzukehren. Es gab kein plötzliches Misstrauen, das ein moderates Handelsbilanzdefizit in eine Währungskrise verwandelte!

Mit dem ersten Weltkrieg (bzw. nachher) kamen Oekonomische Modelle, die Leute begannen sich für die Witschafts zu interessieren und die Folgen von Geldpolitischen Massnahmen zu verstehen. Damit wurden dem Goldstandart die Grundlagen entzogen.

Deshalb blase ich da ins gleiche horn: Goldstandart bzw. gedecke Währung ja, allerdings nicht auf dauer und ev. in anderen Formen. Dauerhaft funktionieren würde er aber nicht mehr. Man kann die heutige Welt nun mal nicht mit derjenigen der Phoenizier vergleichen.

Aber zurück zu unserer Initiative:

"Ziel ist es der Geldschöpfung unserer Banken einen Riegel zu schieben". Dieses Thema würde ich auch noch gerne etwas vertiefen, denn es gibt diverse Oekonomen (und nicht nur Bankbezahlte und Systemlemminge) die die Geldschöpfung der Banken abstreiten. Vollumfänglich bewiesen und unbestritten ist Sie bis heute nicht.

Das Basismodell und die Hauptargumente der existenzüberzeugten der Geldschöpfung durch Banken basiert otmals auf dem Schema Bankeinlage und des X-fachen weiterverleihen über Kredit mit paralleler Reservenbildung.



Creutz zeigt hier einen sehr interessanten Denkfehler auf:

Der Fehler in der klassischen Geldschöpfungstheorie liegt darin,

daß man die sich laufend bildenden Guthaben bzw. Kreditposten

zusammenaddiert und aus dem Ergebnis eine Geld- bzw. Kredit-

schöpfung ableitet. In Wirklichkeit handelt es sich bei diesen Po-

sten jedoch nur um Ein- und Ausgangsbuchungen, die auf die

Geldmenge bzw. Kaufkraft keinen Einfluß haben. Denn die Geld-

menge hat sich in unserem Modell nie verändert. Sie betrug und

beträgt zu jedem Zeitpunkt exakt 100 Geldeinheiten, die sich im-

mer aus den noch in der Wirtschaft kreisenden GE mit denen in

der Reserve addieren! Zum Schluß haben sich in der Reserve 20

GE angesammelt, und der Wirtschaft stehen nur noch 80 GE für

die Nachfrage zur Verfügung.

Im Gegensatz zu der Annahme der Geldschöpfungstheorie fin-

det bei diesen Vorgängen also keine Vermehrung von Geld oder

Kaufkraft statt, sondern sogar eine Verringerung! Und zwar genau

in dem Umfang, wie Anteile der Einzahlungen in der Bankreserve

stillgelegt wurden.

Der Denk- und Auslegungsirrtum der Geldschöpfungstheorie

ist sicher nicht zuletzt auf den Tatbestand zurückzuführen, daß

man alle Guthaben- und Kreditbestände immer noch als Geld an-

sieht. Dabei handelt es sich in Wirklichkeit bei diesen Beständen

nur um Buchungsposten. Wie schon mehrfach angeführt, doku-

mentieren diese Posten nur den Umfang der Abtretungen von

Geld und die daraus resultierenden Rückzahlungsverpflichtun-

gen. Ihre Addition spiegelt also nur die Umsätze der Bank wider,

die sich ständig erhöhen können, ohne daß sich die Kaufkraft oder

die Geldmenge vergrößern
Im Weiteren kann man das Beispiel auch mit anderen Protagonisten duchspielen:
Ein Bauer findet 100 Franken, behält 20% (20.-) und geht zum Gemüsehändler

Der nimmt 90 ein, behält (18).- und geht zum Metzger

Der nimmt 72 ein, behält 14.40 und geht zum Käser

Der nimmt 57.60 ein, behält 11.50 und geht zum Schuhhändler

Der nimmt 46.08 ein, behält 9.20 und geht ....

Am Schluss werden wir jede Menge Umsatz sehen (was in der Theorie der Geldschöpfung als eben dieses Geld aus dem nichts) behandelt wird und die Reserven werden wieder 100 Franken ergeben.

Keiner behauptet aber, dass Geld durch Metzger und Bauern geschöpft wird? Was meint ihr?

#139
Kurz: Es soll der Markt entscheiden welches Geld sich durchsetzt, denn der weiss am besten was Sache ist!
Du schreibst, dass der Markt entscheiden muss. Der Staat kann/soll es nicht (also kein Staatsmonopol auf Geldschaffung).Ich könnte damit leben, da von der Logik her der Markt ja immer recht hat. ABER:Der Markt gewinnt/hat recht, da er nach dem "Recht des Stärkeren" (oder nach dem "Recht des Erfolgreicheren" wenn das lieber ist) arbeitet. Und das führt m.E. dazu, dass, wenn man nun die Geldherstellung/-herausgabe an einzelne Marktteilnehmer delegiert (wobei da dann auch wieder der Staat dahinter steht, denn wer soll sonst das Recht erteilen?), so findet doch sofort wieder das alte Spiel statt: Soziale Marktwirtschaft, Gewinnoptimierung, Gewinnmaximierung, Kollaps des Systems........ :nein: Schlussfolgerung: Einzig der Staat als "Non-Profit-Organisation" hat die Voraussetzung und wird das Vertrauen gewinnen, welche Voraussetzung zur Einführung und Kontrolle eines längerfristig funktionierenden System hat.
#140
Hier wird ja heftig diskutiert. Es lebe der Kapitalismus.! ;-)

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